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US-General warnt vor 3. Weltkrieg

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- Kabul/Washington -­ US-General John Abizaid, Oberkommandierender der US-Streitkräfte im Nahen Osten, hält einen 3. Weltkrieg für möglich, wenn der Kampf gegen den islamischen Extremismus nicht mit aller Kraft geführt wird: "Wenn wir heute nicht den Schneid haben, dieser Ideologie entgegenzutreten, dann werden wir morgen den 3. Weltkrieg erleben", so General Abizaid.

Der General zeichnete ein Schreckensszenario: Sollten die Extremisten nicht aufgehalten werden, würden diese die Möglichkeit bekommen, ungehindert Massenvernichtungswaffen zu entwickeln. "Und ich denke, die Gefahren, die damit zusammenhängen, sind einfach zu groß, als dass man sie sich vorstellen könnte", betonte der Oberkommandierende.

Abizaids Rede diente offenbar auch dazu, die andauernde Präsenz der Amerikaner im Irak zu verteidigen. Der General machte drei wesentliche Hürden zur Stabilisierung des Nahen Ostens aus: Das arabisch-israelische Verhältnis müsse entspannt und der Ausbreitung des Extremismus müsse Einhalt geboten werden. Zudem dürfe der Iran nicht außer Acht gelassen werden. Alle drei Probleme träfen im Irak zusammen. Deshalb sei es wichtig, dort weiterhin auf eine Stabilisierung des Landes hinzuarbeiten. Abizaids Warnung kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem sowohl in den USA als auch beim Verbündeten Großbritannien die Debatte über Sinn und Verbleib der Streitkräfte im Irak immer heftiger geführt wird.

Nach Ansicht des britischen Premierministers Tony Blair ist der Kampf gegen den radikal-islamischen Aufstand in Südafghanistan entscheidend für die künftige globale Sicherheitslage. "Hier, in diesem außergewöhnlichen Stück Wüste, wird die Zukunft der Weltsicherheit im frühen 21. Jahrhundert entschieden", sagte Blair bei einem Truppenbesuch in der unruhigen Provinz Helmand, wo die Mehrzahl der Briten stationiert ist. "Wir wissen, dass der einzige Weg zur Friedenssicherung manchmal die Bereitschaft ist, dafür zu kämpfen." Man werde "so lange wie notwendig" in Afghanistan bleiben.

Nach einem Treffen mit Präsident Hamid Karsai in Kabul sagte Blair Afghanistan auch im Namen der internationalen Gemeinschaft langfristige Unterstützung zu. Afghanistan dürfe nicht wieder ein Zufluchtsort "für Terroristen und Taliban" werden, betonte Blair, der Afghanistan zum ersten Mal seit knapp fünf Jahren besuchte. "Wir müssen für unsere eigene Sicherheit, nicht nur für die des afghanischen Volkes, engagiert bleiben, so lange das notwendig ist." Karsai sagte: "Die internationale Gemeinschaft wird sicher an unserer Seite bleiben, bis wir fest auf unseren eigenen Füßen stehen."

Die Sicherheitslage in Afghanistan ist so schlecht wie nie seit dem Sturz der Taliban vor fünf Jahren. Trotzdem äußerte sich Blair verhalten optimistisch. Seit Jahresbeginn sind in Afghanistan 36 Briten gefallen, fast alle im Süden. Der Aufstand kostete in diesem Jahr bislang mehr als 3700 Menschen das Leben ­ viermal so vielen wie 2005. Mit mehr als 5000 Soldaten ist Großbritannien nach den USA der zweitgrößte Truppensteller in der Schutztruppe ISAF, gefolgt von Deutschland mit 2900 Soldaten.

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