Wie "Judenverfolgung"

US-Milliardär empört mit Nazi-Vergleich

New York - Der US-Milliardär Tom Perkins hat mit einem unpassenden Nazi-Vergleich für Empörung gesorgt. Bei der Ablehung gegen wohlhabende Menschen zog er Parallelen zur Judenverfolgung.

In einem Brief an das "Wall Street Journal" beklagte er einen aus seiner Sicht zunehmenden Hass auf Reiche und zog eine Verbindung zur Judenverfolgung während der Nazi-Diktatur. Es gebe Parallelen zwischen dem nationalsozialistischen Regime und seinem Kampf gegen die Juden und dem "Krieg gegen Amerikas ein Prozent, nämlich die Reichen", schrieb der als Investor im kalifornischen Silicon Valley bekannt gewordene Unternehmer. Dies sei eine sehr gefährliche Entwicklung.

Er warnte vor einer weiteren Radikalisierung und stellte sogar einen Bezug zur Reichspogromnacht her: "Die Kristallnacht war 1930 noch undenkbar. Ist es der 'fortschrittliche' Radikalismus auch?" Perkins kritisierte die kapitalismuskritische Occupy-Bewegung und verwies auf Proteste in San Francisco gegen Shuttle-Busse des Internetkonzerns Google, mit denen die Angestellten ins Silicon Valley gebracht werden. Aktivisten fürchten, dass durch die gut verdienenden Mitarbeiter die Mieten, Preise und andere Lebenshaltungskosten in der Stadt nach oben getrieben werden.

Die von Perkins mit aufgebaute Investmentfirma Kleiner Perkins Caufield and Byers (KPCB) distanzierte sich von den Aussagen. "Tom Perkins ist seit Jahren nicht mehr bei KPBC aktiv. Wir waren schockiert über seine heute in der WSJ geäußerten Ansichten, wir stimmen diesen nicht zu", hieß es in einer Erklärung. Perkins entschuldigte sich am Montag für seine "Kristallnacht"-Äußerung. An seiner Argumentation hielt er aber grundsätzlich fest. Die Aktivisten der Bewegung Occupy Wall Street nannten Perkins' Aussagen auf Twitter "irrsinnig".

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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