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Das Video auf einer US-Polizeiseite zeigt einen kleinen afroamerikanischen Jungen beim Fluchen.

Schock-Video auf US-Polizeiseite

Erwachsene bringen Kleinkind derbe Flüche bei

Omaha - Erwachsene haben im US-Bundesstaat Nebraska ein Kleinkind dabei gefilmt, wie sie ihm üble Ausdrücke beibrachten. Keine Straftat, aber dennoch ein Fall für die Polizei.

Ein zweijähriges Kind, das noch in den Windeln steckt, zeigt den Mittelfinger und stößt wüste Beschimpfungen aus - weil Erwachsene sie ihm beibringen: Die Polizeivereinigung der Stadt Omaha im US-Bundesstaat Nebraska hat ein Video auf ihre Internetseite gestellt, in dem drei Erwachsene, vermutlich aus seinem unmittelbaren Lebensumfeld, ein afroamerikanisches Kleinkind zum Fluchen animieren. Mit dem Schritt hat die Organisation eine Kontroverse ausgelöst, in der sich Empörung über schlechte Eltern, Kritik am persönlichen Datenschutz und Rassismus-Vorwürfe mischen.

Die "Omaha Police Officers Association" war nach den Angaben der Seite auf das Video aufmerksam gemacht worden, weil es ein "örtlich bekannter Ganove/Schlägertyp", offenbar der Onkel des zweijährigen Kindes, auf seiner Facebook-Seite öffentlich geteilt habe. Darin provozieren zwei Männer- und eine Frauenstimme fast 15 Minuten lang den Kleinen, bis er ihnen den Stinkefinger zeigt und ihnen üble Ausdrücke nachspricht.

Polizeiverband band das Video als Lehrstück in ihre Seite ein

Die Polizeivereinigung wollte das Video daraufhin zu einem Lehrstück machen: "Wir von OmahaPOA.com haben das Video gesehen und trotz der Tatsache, dass es ein übelerregendes, herzzerreißendes Dokument ist, haben wir die Pflicht es zu teilen, um weiter die gesetzestreue Öffentlichkeit über den Teufelskreis von Gewalt und Gaunerei zu informieren, in der manche unschuldige Kinder hilflos gefangen sind", heißt es. Der Zuschauer sehe, wie der Teufelskreis der Gewalt sich vor seinen Augen fortsetze - ein mächtiger Kreis, der von der Polizei allein nicht gebrochen werden könne.

In dem Video selbst ist laut der Omaha POA nichts Illegales vorgefallen. Wie aus weiteren Angaben der Organisation hervorgeht, sind die Menschen im Umfeld des Kindes jedoch wegen Gang-Aktivitäten und Waffenbesitzes polizeibekannt.

Wie der US-Nachrichtensender CNN auf seiner Internetseite berichtet, protestieren die örtliche Polizeibehörde und die Amerikanische Bürgerrechtsunion (ACLU) jedoch heftig gegen die Veröffentlichung: Der Schritt wiegele unnötig gegen die schwarze Minderheit der Stadt auf, die in Omaha rund ein Viertel der Bevölkerung ausmacht.

Dem setzte Sergeant John Wells, Präsident der Omaha POA, entgegen, es ginge dabei nicht primär um eine bestimmte ethnische Gruppe: "Der Blickpunkt liegt auf dem verstörenden Verhalten gegenüber dem Kind. Dieses Verhalten wird das Kind potentiell auf einen Weg leiten, der völlig ungesund ist."

Bürgerrechtler sieht Kind "von Behörden missbraucht"

Willie Hamilton, Präsident des örtlichen Bürgervereins Black Men United, sieht dennoch rassistische Untertöne in der Darstellung der Polizei. Neben der Stigmatisierung der Beteiligten durch das Wort "thugs" (Gauner, Brutalos, Schlägertypen) mit dem im amerikanischen Englisch meist schwarze Kriminelle gemeint sind, kritisierte er auch die lineare Verbindung, die von der Polizeibehörde zwischen den Erwachsenen im Video und dem zukünftigen Verhalten des Kindes gezogen werde. Eine später formulierte Entschuldigung des Polizeipräsidenten von Omaha, Todd Schmaderer, lehnte er mit dem Hinweis auf das nun zerstörte Vertrauen ab. "Es ist, als wäre das Kind zweimal missbraucht worden: einmal von den Leuten in dem Video und einmal vom Polizeiverband", sagte Hamilton gegenüber abc News.

Polizeiliche Folgen hatte der kontroverse Fall doch noch: Das betroffene Kind und die 16-jährige Mutter, die zum Zeitpunkt der Videoaufnahme "nebenan" gewesen sein will, sind inzwischen der Obhut der Behörden übergeben worden. Der jungen Frau wurde das Sorgerecht entzogen.

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