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Da war er noch quietschfidel: Hitchbot entspannt sich Ende August auf seiner Reise im kanadischen Victoria.

Jähes Ende einer Roboter-Reise

US-Vandalen zerstören "Hitchbot"

Philadelphia - Per Anhalter hat „hitchBOT“ erfolgreich Kanada und Deutschland durchquert. Jetzt sollte es für den kleinen Roboter einmal quer durch die USA gehen - doch böse Menschen haben das verhindert.

Alles hätte so schön werden können: Sommer, Sonne und ein Roadtrip quer durch die USA. Per Anhalter war das Roboterkunstwerk „hitchBOT“ bereits durch Kanada und Deutschland gereist und dabei zum Medienstar geworden. Nun stand die ultimative Tour durch die Vereinigten Staaten auf dem Programm, von Massachusetts im Osten bis nach Kalifornien im Westen, alles per Anhalter mit Zeit ohne Ende. Doch die großen Reisepläne des kleinen Roboters platzten am Wochenende schon in der Ostküstenmetropole Philadelphia, nur rund zwei Wochen und 500 Kilometer nach dem Start: „hitchBOT“, das liebenswert-niedlich aussehende Konstrukt aus Eimer, Schwimmnudeln, Kinder-Gummistiefeln und einem Tablet-Computer als Hirn, wurde zerstört.

„Wir sind immer noch dabei, Informationen über den Hergang zusammenzutragen“, sagt seine Mit-Erfinderin Frauke Zeller von der Ryerson-Universität in Toronto kurz darauf der Deutschen Presse-Agentur. „Da wir ja nicht dabei waren, müssen wir uns darauf verlassen, was uns berichtet wird.“ Direkt vor dem Vorfall habe der 90 Zentimeter große „hitchBOT“ wohl noch eine „tolle Zeit“ mit zwei YouTube-Stars in Philadelphia gehabt. Am frühen Samstagmorgen hätten die ihn dann anscheinend auf einer Parkbank in Philadelphia ausgesetzt.

„Danach muss es passiert sein. Die Arme wurden abgerissen, der Kopf gestohlen und der Rest des Körpers einfach in der Straße liegen gelassen.“ Wer dahinterstecke, sei unklar, aber das Roboterkunstwerk könne so schnell nicht mehr repariert werden, der USA-Trip sei vorbei.

„Uns hat dieses plötzliche Ende sehr überrascht, da die Reise in den Staaten so erfolgreich gestartet war“, sagt Zeller, die die Vandalen nicht zur Rechenschaft ziehen will. „Wir wollen versuchen, über dieses letzte schlimme Event nicht all die anderen, wunderbaren Sachen und Abenteuer zu vergessen, die „hitchBOT“ Dank der Hilfe so vieler Menschen erfahren hat.“ Der Aufschrei im Internet, wo „hitchBOT“ alleine beim Kurznachrichtendienst Twitter mehr als 47 000 Fans hat, ist groß. „Oh nein!“, schreibt einer. „Das kann doch gar nicht wahr sein! Wir werden dich vermissen!“, kommentiert ein anderer.

Für das Forscherteam hinter dem Roboter, dessen Reisen als sozialwissenschaftliche Experimente dienen, heißt es nun erst einmal: Reste aufsammeln. Ein Fan habe wohl Trümmerteile von „hitchBOT“ gefunden, sagt Zeller. „Wir werden versuchen, mit diesem in Kontakt zu treten und einen Weg zu finden, diese zu uns nach Toronto schicken zu lassen. Wo allerdings der Kopf ist, weiß niemand.“ Danach sollen alle Daten und Informationen zusammengesammelt werden, um ein Fazit des Roboter-Experiments zu ziehen. Und danach müsse man weitersehen. „Wie es konkret weitergeht, wissen wir noch nicht.“

Tragisch ist der Vorfall vor allem auch wegen der Forschungsfrage, die hinter den Reisen von „hitchBOT“ steht: Wie verhalten sich Menschen gegenüber Robotern, wenn sie nicht auf sie angewiesen sind? Bislang hat die trampende Tonne dazu fast ausschließlich positive Erfahrungen gemacht: Die Menschen küssten sie und fotografierten sich mit ihr, in Kanada nahmen sie sie mit auf Spaziergänge und zum Campen, in Deutschland ins Hofbräuhaus und nach Schloss Neuschwanstein.

„Ich habe in der Tat eine sehr hohe Meinung von den Menschen“, sagte der Roboter daraufhin - natürlich einprogrammiert - in einer deutschen Fernsehsendung. „Ohne ihre Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit hätte ich in meinem Leben bisher gar nichts erreichen können.“ Doch auch der Vandalismus-Vorfall jetzt scheint die Meinung des kleinen Roboters und seiner menschlichen Programmierer nicht geändert zu haben. „Meine Liebe für Menschen wird niemals verblassen“, hieß es auf der Webseite des „hitchBOT“. „Manchmal passieren guten Robotern schlechte Dinge.“

dpa

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