Nach Sandy-Hook-Amoklauf 2012

USA: Anhängerin von Verschwörungstheorie zu Haft verurteilt

In den USA ist eine Anhängerin von Verschwörungstheorien zu einer Haftstrafe verurteilt worden, nachdem sie Todesdrohungen gegen den Vater eines Opfers des Sandy-Hook-Amoklaufs.

Newtown - Ein Gericht im Bundesstaat Florida verhängte eine fünfmonatige Haftstrafe, einen anschließenden fünfmonatigen Hausarrest sowie eine darauf folgende dreijährige Bewährungsstrafe gegen die 57-Jährige, wie das Justizministerium in Washington am Freitag mitteilte. 

Bürgerbewegung bestreitet, dass Sandy-Hook-Massaker stattgefunden hat

Die Frau gehört zu einer kleinen Gruppe überaus aktiver US-Bürger, die dem Irrglauben anhängt, das Schulattentat von Newtown im Ostküstenstaat Connecticut im Dezember 2012 habe nie stattgefunden. Es wurde ihrer Auffassung nach von Schauspielern vorgetäuscht, um einen Vorwand für eine Verschärfung der Waffengesetze zu schaffen. Bei dem Überfall auf die Grundschule Sandy Hook hatte ein psychisch kranker junger Mann 26 Menschen getötet, darunter 20 Kinder. Es handelte sich um einen der schlimmsten Amokläufe der jüngeren US-Geschichte.

Vater eines getöteten Jungen von Angeklagter bedroht

Eines der Opfer war der sechsjährige Noah, dessen Vater von der jetzt verurteilten Frau der Anklage zufolge in Sprachnachrichten und E-Mails mit dem Tode bedroht wurde. Die Annahme der Frau, "dass die Schießerei an der Schule ein Schwindel war und nie geschehen ist, war ihr Motiv für die Drohungen", teilte das Justizministerium mit. Die Verschwörungstheorie, das Sandy-Hook-Massaker habe nie stattgefunden, wird unter anderen von der Website Infowars verbreitet. Die Plattform wird von Alex Jones betrieben, einem rechtsgerichteten Provokateur, der auch als Moderator einer Radioshow auftritt. Die Website wurde - zumindest bis zu seinem Amtsantritt - vom heutigen Präsidenten Donald Trump anscheinend regelmäßig gelesen. Viele der von ihm vorgebrachten Behauptungen ohne Faktenbasis waren vorher dort zu lesen - so etwa, dass es millionenfachen Wahlbetrug zugunsten seiner Rivalin Hillary Clinton gegeben habe, oder dass Impfstoffe Autismus verursachten. Im Jahr 2015 gab Trump dem Radiotalker ein halbstündiges Interview.

afp

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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