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USA: Mehr Menschen an Corona gestorben als durch Spanische Grippe

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Von: Martina Lippl

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Patienten, die an der Spanischen Grippe erkrankt sind, liegen in Betten eines Notfallkrankenhauses im Camp Funston der Militärbasis Fort Riley in Kansas (USA) (Aufnahme von 1918).
Patienten, die an der Spanischen Grippe erkrankt sind, liegen in Betten eines Notfallkrankenhauses im Camp Funston der Militärbasis Fort Riley in Kansas (USA) (Aufnahme von 1918). © National Museum of Health and Medicine/dpa

Corona hat in den USA mehr Menschen getötet als die Spanische Grippe (1918 bis 1919) - trotz des medizinischen Fortschritts. Jetzt liegen Zahlen der Johns-Hopkins-Universität vor.

Washington - Die Spanische Grippe hat zwischen 1918 und 1919 hat mehr als 675.000 Menschen in den USA das Leben gekostet. Nach Berechnungen von Experten sind jedoch in der Covid-Pandemie mehr US-Bürger dem Coronavirus zum Opfer gefallen.

Laut den aktuellen Zahlen der Johns-Hopkins-Universität starben in den USA mehr als 675.700 in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Die Corona-Pandemie ist damit die schwerste der jüngeren US-Geschichte. Die Spanische Grippe hat damit ihren Titel in den absoluten Zahlen verloren.

Die Spanische Grippe zog jedoch eine viel größere tödliche Schneise durch das Land, berichtet The Guardian. Die US-Bevölkerung betrug demnach vor einem Jahrhundert nur ein Drittel der heutigen. Aber die Covid-Krise sei in jedem Fall eine ausgesprochene Tragödie. Angesichts der unglaublichen Fortschritte in der Wissenschaft und eines derzeitig verfügbaren Impfstoffes.

Weltweit starben durch die Spanische Grippe laut Historikern mindestens 50 Millionen Menschen. Zu einer Zeit als die Welt ein Viertel der Bevölkerung hatte. Kein Kontinent wurde von der Influenza (H1N1) verschont.

Anders als das Coronavirus endete die Spanische Grippe besonders für junge Leute häufig tödlich - insbesondere Menschen unter fünf Jahren oder zwischen 20 und 40 Jahren waren häufig betroffen. Eine Altersgruppe, die normalerweise Infektionskrankheiten relativ gut übersteht. Die Lebensbedingungen nach dem Weltkrieg waren jedoch schlecht. Viele Menschen litten bereits an Krankheiten wie Tuberkulose. Gegen die bakterielle Lungenkrankheit waren die Ärzte damals machtlos. Antibiotika gab es noch nicht.

Die Spanische Grippe galt vor Corona als die schlimmste Pandemie in der Geschichte der Menschheit. Die Corona-Pandemie ist noch nicht vorbei, auch, wenn sich wohl jeder ein Ende herbeisehnt. Ein Schlüssel im Kampf gegen Sars-CoV-2 ist das Impfen. Das Coronavirus bleibt, da sind sich Corona-Forscher grundsätzlich einig. Vertreter der WHO haben das Virus als epidemisch bezeichnet. Doch der größte Teil der Welt ist noch ungeimpft. Es fehlt dort an Impfstoff. In den USA und Deutschland dagegen ist die Situation komfortabel. Doch die Impfkampagnen stocken. Die Folgen sind noch nicht abzusehen.

Corona-Lage in den USA

Die Delta-Variante hat das Infektionsgeschehen in den USA angeheizt. Der Höhepunkt könnte inzwischen überschritten sein. Täglich werden momentan durchschnittlich 1.900 Todesfälle verzeichnet. Am Montag lag die Zahl nach den Daten der Johns-Hopkins-Universität erstmals über 675.000. Tatsächlich dürfte die Zahl höher liegen. Die USA will das Einreiseverbot für Geimpfte aufheben. Europäer und Briten können ab November wieder in die USA reisen. (ml) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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