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Coronavirus: Steht den USA das Schlimmste noch bevor? Bericht schließt auf düstere Prognose

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Das Coronavirus breitet sich in den USA massiv aus. Präsident Donald Trump übt sich dennoch in Optimismus. 

Update vom 4. Mai, 21.13: Auch wenn in den USA derzeit sinkende Infektionszahlen verzeichnet werden, könnte der Höhepunkt der Corona-Krise den Amerikanern noch bevorstehen. Das geht zumindest aus einem internen Dokument der Gesundheitsbehörde CDC hervor, welches derNew York Times vorliegt. In diesem wird prognostiziert, dass die Zahl der Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus bis zum 1. Juni auch bis zu 200.000 pro Tag ansteigen könnte. Von Samstag auf Sonntag hatte das CDC zuletzt einen Anstieg von 30.000 Infizierten verzeichnet. 

Auch die Todeszahlen könnten sich demnach noch deutlich erhöhen. Die CDC-Prognosen wurden jedoch vom Weißen Haus zurückgewiesen. Sie spiegelten weder die Modelle der Coronavirus-Arbeitsgruppe im Weißen Haus noch die von ihr analysierten Daten wider, teilte der Vizesprecher des Weißen Hauses, Judd Deere, am Montag mit. Nach Informationen der Johns-Hopkins-Universität haben sich in den USA bis Montagabend 1.171.041 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 68.285 Menschen sind an den Folgen von Covid-19 verstorben. 

Coronavirus in den USA: Gute Nachrichten aus New York - Todeszahlen nehmen weiter ab

Update vom 4. Mai, 19.25 Uhr: Die Todeszahlen im US-amerikanischen Bundesstaat New York haben weiter abgenommen. Wie Gouverneur Andrew Cuomo am Montag verkündete waren am Sonntag 226 Menschen an den Folgen von Covid-19 verstorben. Das sind ca. 70 Prozent weniger als zu den Hochzeiten der New Yorker Corona-Krise. Die Zahl der Neu-Infizierten nahm ebenfalls ab. 

Indes gelang den USA womöglich ein Durchbruch hinsichtlich der Corona-Tests. Einen Test zur frühzeitigen Erkennung des Coronavirus bezeichneten Forscher als „Gamechanger“.

Coronavirus in den USA: Donald Trump zeigt sich optimistisch - Impfstoff bis Ende des Jahres

Update vom 4. Mai, 6.14 Uhr: Die USA sind das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land weltweit - und werden nach Einschätzung von US-Präsident Donald Trump voraussichtlich bis Jahresende über einen Impfstoff verfügen. „Wir sind zuversichtlich, dass wir am Ende des Jahres, bis Ende des Jahres einen Impfstoff haben“, sagte Trump am Sonntag in einem Interview mit dem US-Fernsehsender Fox News.

Trump räumte zugleich ein, dass Experten seine Einschätzung in Zweifel ziehen könnten. „Die Ärzte werden sagen: 'Das sollten sie nicht sagen'“, vermutete er. Er spreche aber aus, was er denke. Seiner Einschätzung nach seien einige Firmen „sehr nah“ an einem Erfolg.

Trump zu Corona-Impfstoff-Tests: „Es gibt Freiwillige“

Auf die Risiken der Tests eines potenziellen Impfstoffs an Menschen angesprochen, sagte Trump, es gebe dafür Freiwillige. Diese wüssten, „worauf sie sich einlassen“. Ein halbes Jahr vor der Präsidentschaftswahl steht Trump wegen seines Krisenmanagements in der Kritik. In dem Fox-News-Interview verteidigte Trump seinen Umgang mit der Pandemie. „Ich denke, dass wir Millionen Leben gerettet haben“, sagte er.

Donald Trump, Präsident der USA, während einer Fernsehaufzeichnung mit dem US-Sender Fox News im Lincoln Memorial.

Trumps USA in der Corona-Krise: Deutscher Experte mit düsterer Vorhersage für den Herbst

Update vom 3. Mai, 19.14 Uhr: Während Donald Trump die bewaffneten Protestierenden in Michigan als „sehr gute Leute“ bezeichnete, zeigt sich eine seiner obersten Beraterinnen entsetzt über dei Vorfälle. 

Für die Koordinatorin der Corona-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses, Deborah Birx, seien die Proteste wegen des Infektionsrisikos hochgradig besorgniserregend, sagte sie am Sonntag dem Fernsehsender Fox News

Mit Blick auf die Tatsache, dass die Demonstranten in großer Zahl ohne Masken eng beieinanderstanden, erklärte sie, wenn diese Menschen nun daheim ihre Großeltern ansteckten und eine Erkrankung ein unglückliches Ende nehme, würden sie sich das ihr Leben lang nicht verzeihen. Birx mahnte: „Wir müssen einander schützen, auch wenn wir unsere Unzufriedenheit zum Ausdruck bringen.“

Trump hatte den Demonstranten in Michigan seine Unterstützung ausgesprochen. „Dies sind sehr gute Leute, aber sie sind wütend“, schrieb Trump am Freitag auf Twitter. „Sie wollen ihr Leben zurück, auf sichere Weise.“ Der Präsident rief die Gouverneurin Michigans, Gretchen Whitmer, auf, das Gespräch mit den Protestierern zu suchen.

Whitmer sagte am Sonntag dem Sender CNN, sie werde weiterhin alles dafür tun, die Menschen in Michigan vor dem Virus zu schützen - ungeachtet von Tweets und Umfragen. Die Zahl der Protestierer sei gering, die große Mehrheit der Menschen in Michigan verhielten sich richtig. Die Demokratin betonte, entscheidend sei es, in dieser Pandemie auf Experten zu hören.

Update vom 3. Mai, 18.25 Uhr: Gibt‘s in den Corona-Krise keine neune Konjunkturhilfen? Offenbar zunächst, die Donald Trumps Wirtschaftsberater nun berichtet. Die US-Regierung will nach Angaben von Larry Kudlow, vor möglichen weiteren Konjunkturhilfen zunächst abwarten. 

Es könnte ein weiteres Hilfspaket als Reaktion auf die Corona-Krise geben, entschieden sei aber noch nichts, sagte Kudlow am Sonntag dem US-Fernsehsender CNN. Vorerst gebe es eine Pause, um zu sehen, welche Wirkungen die bisherigen Hilfen zeigten. „Wir werden in ein paar Wochen sehen, was zu tun ist.“

Regierung und Kongress in den USA hatten angesichts der Corona-Krise seit Ende März gewaltige Konjunkturpakete auf den Weg gebracht, um rund2,7 Billionen US-Dollar in die leidende Wirtschaft zu pumpen. Bis Februar hatte die US-Konjunktur noch gebrummt, an der Börse wurden Höchststände gemeldet, und Experten rechneten mit einem Wirtschaftswachstum von gut zwei Prozent. Doch die rasante Ausbreitung des Coronavirus seit Anfang März machte die guten Konjunkturaussichten zunichte - nun steuern die USA wegen der Corona-Krise auf eine tiefe Rezession zu.

Kudlow räumte ein, der Wirtschaft des Landes stünden ohne Zweifel noch schwierige Monate bevor. Er betonte aber: „Wir versuchen, da durchzukommen.“

Trumps USA in Corona-Krise: Deutscher Experte mit düsterer Vorhersage für den Herbst

Update vom 3. Mai, 8.41 Uhr: Als Dank an Ärzte und Pflegepersonal in der Corona-Krise sind Kunstflugstaffeln der US-Streitkräfte über Washington und andere Städte geflogen. Die Blue Angels (Blauen Engel) der US-Marine und die Thunderbirds (Donnervögel) der Luftwaffe donnerten am Samstag in Formation über Washington, Baltimore und Atlanta.

In Washington versammelten sich viele Menschen auf der National Mall, dem langgezogenen Park im Herzen der Hauptstadt, um die Darbietung zu verfolgen. Die wegen der Pandemie geltenden Abstandsregeln wurden von den meisten Schaulustigen aber eingehalten, viele trugen auch Masken.

Auch First Lady Melania Trump verfolgte das Schauspiel am Weißen Haus, wie auf einem Foto im Onlinedienst Twitter zu sehen war. Die Frau von Präsident Donald Trump winkte den Kunstfliegern zu und bedankte sich für "dieses schöne Zeichen der Solidarität". Unter dem Motto "Amerika stark" waren die Blue Angels und die Thunderbirds Ende April bereits über New York City, Newark, Trenton, New Jersey und Philadelphia geflogen.

Corona-Schnelltests: Repräsentantenhaus schlägt Trump-Angebot aus

Update vom 2. Mai, 22.21 Uhr: Die Corona-Krise führt in den USA zu einer seltenen politischen Einigkeit. Zumindest wenn es die Entscheidung geht, ob der Kongress schnelle Tests zur Verfügung gestellt bekommen soll. 

In einer ebenfalls seltenen gemeinsamen Stellungnahme haben die Spitzen des Repräsentantenhauses und des Senats das Angebot der Regierung von US-Präsident Donald Trump abgelehnt, dem Kongress neue schnelle Coronavirus-Tests zur Verfügung zu stellen. In der Mitteilung der Demokratin Nancy Pelosi und des Republikaners Mitch McConnell hieß es am Samstag, diese Ressourcen sollten denjenigen zugute kommen, die an vorderster Front gegen das Virus kämpften. 

Der Kongress werde derzeit übliche Testverfahren nutzen, bis die schnellere Technologie auf breiterer Basis erhältlich sei. Die neuen Tests können Ergebnisse innerhalb von Minuten liefern.

Update vom 2. Mai, 16.51 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat eine neue Pressesprecherin. Bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt gibt sie zunächst ein Versprechen, ehe es kurz darauf zu brechen. Kayleigh McEnany lässt die seit über einem Jahr ausgesetzten Pressekonferenzen im Weißen Haus wieder aufleben und trat am Freitag (1. Mai) vor die Medienvertreter. Dort unterlief ihr jedoch bereits ihr erster Fauxpas seit ihrem Amtsantritt vor drei Wochen.

Update vom 2. Mai, 10.45 Uhr: Das Coronavirus breitet sich in der Welt immer weiter aus, seit Wochen versuchen viele Länder mit strikten Ausgangsbeschränkungen die Ausbreitung einzudämmen. Einigen Einwohnern im US-amerikanischen Bundesstaat Kalifornien scheint das jedoch so gar nicht zu passen. 

Tausende Menschen protestierten nun gegen die noch immer anhaltenden Maßnahmen. In mindestens elf Städten gingen tausende Menschen auf die Straßen. Sie fordern dabei jedoch nicht nur, die Beschränkungen zu lockern. Vor allem die Schließung vieler Strände sorgt für Unmut bei den Demonstranten

Besonders problematisch: während tausende Demonstranten auf ihr Anliegen aufmerksam machen wollten, verzichtete der Großteil von ihnen auf Abstandsregeln oder Mund- und Nasenschutz.  

Der deutsche SPD-Politiker und Epidemiologe Karl Lauterbach prophezeit in einem Interview gegenüber Focus Online, dass der „zu lockere“ Kurs der amerikanischen Regierung zu weiteren Problemen führen könne. 

 „Ich glaube, dass die Amerikaner den größten Problemhaushalt noch vor sich haben.“ Er prophezeit den Amerikanern im Herbst einen noch schwereren wirtschaftlichen Rückfall als bereits befürchtet. „Dem beugt Trump vor, indem er Sündenböcke sucht und dazu zählen auch die Labore in China.“, so Lauterbach.

Ein Crewmitglied eines Tui-Kreuzfahrtschiffes in Cuxhaven wurde positiv auf das Coronavirus getestet.

Coronavirus in den USA: Sondergenehmigung für Medikament erteilt

Update vom 1. Mai, 22.49 Uhr: Die USA erlauben den begrenzten Einsatz des Wirkstoffs Remdesivir bei Covid-19-Patienten in Krankenhäusern. Die Ausnahmegenehmigung sei angesichts der Coronavirus-Pandemie „in Lichtgeschwindigkeit“ zustande gekommen, sagte der Chef der Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde Stephen Hahn am Freitag im Weißen Haus. 

Eine klinische Studie hatte zuvor gezeigt, dass der ursprünglich für Ebola entwickelte Wirkstoff bei Covid-Patienten die Zeit bis zu einer Genesung um mehrere Tage verkürzen kann. Der Chef des Arzneimittelherstellers Gilead, Daniel O'Day, erklärte, das Unternehmen werde US-Behörden 1,5 Millionen Dosen Remdesivir spenden.

Indessen unterlief Trumps neue Pressesprecherin ihr erster Fauxpas. Sie brach ihr Versprechen, niemals zu lügen.

New York mit Corona-Todeszahlen überfordert: Militär im Einsatz - verwesende Leichen in LKWs

Update vom 1. Mai, 21.13 Uhr: 18.069 Tote zählt allein New York im Zusammenhang mit dem Coronavirus nach Angaben der Johns-Hopkins-University (Stand: 1. Mai). Das normale System des Staates New York ist mit der immens hohen Todesrate offenbar überfordert. Das berichtet die New York Times

Demnach verbrennen die Krematorien aktuell bereits viermal so viele Körper am Tag wie vor der Krise. Dennoch sind Leichenhallen überfüllt. Dem Bericht nach lagerte ein Bestatter dutzende teils verwesende Leichen in zwei LKWs, da er keinen Platz mehr gefunden hatte. Die Behörden entzogen ihm mittlerweile seine Lizenz. 

Nun wurde das US-Militär zur Hilfe gerufen. Die Soldaten bergen demnach rund um die Uhr Verstorbene an deren Wohnorten. Damit entlasten sie die überforderten privaten Bestatter.

Corona in den USA: Bewaffnete Protestierer dringen in Parlament ein - Senatorin schildert heftige Szenen

Update vom 1. Mai, 12.00 Uhr: Die Wut einiger Bürger über Corona-Schutzmaßnahmen führt in den Vereinigten Staaten teils zu bedrückenden bis bedenklichen Szenen: Im US-Bundestaat Michigan sind bewaffnete Protestierer am Donnerstag ins Parlamentsgebäude in der Hauptstadt Lansing eingedrungen.

Mehrere Hundert Menschen versammelten sich US-Medien zufolge im Zuge einer Demonstration im Eingangsbereich des Amtssitzes der Gouverneurin Gretchen Whitmer. Zum Teil bewaffnet und Plakate sowie Fahnen schwenkend forderten sie das Ende des Notstandes im Bundesstaat. „Direkt über mir schreien uns Männer mit Waffen an“, schilderte die anwesende Senatorin Dayna Polehanki die Situation in einem Tweet. Einige Senatoren trügen gar schusssichere Westen. Abgeordnete waren am Donnerstag zu einer Parlamentssitzung in dem Gebäude zusammengekommen, die Gouverneurin war nach Angaben ihres Büros jedoch nicht im Haus.

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus hat Michigan wie andere US-Bundesstaaten weitreichende Ausgangsbeschränkungen verhängt. Allerdings muss die Demokratin Whitmer die Bestimmungen gegen den zunehmend erbitterten Widerstand der republikanischen Mehrheit im Parlament durchsetzen. Die Ausgangssperre war zunächst bis Ende April festgesetzt, aber schon in der vergangenen Woche bis Mitte Mai verlängert worden. Am Freitag unterschrieb Whitmer eine Exekutivorder für eine Ausweitung des Notstands bis zum 28. Mai.

Corona-Krise in den USA: New Yorks Bürgermeister entschuldigt sich

Update vom 30. April, 15.33 Uhr: Nach harscher Kritik an einer mitten in der Corona-Krise von sehr vielen Menschen besuchten orthodox-jüdischen Beerdigungsfeier hat sich New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio entschuldigt. „Wenn ich in meiner Leidenschaft und meiner Emotion etwas gesagt habe, das auf irgendeine Art und Weise verletzend war, dann tut mir das leid“, sagte de Blasio bei einer Pressekonferenz. „Das war nicht meine Absicht. Aber ich will auch deutlich sein: Ich bereue nicht, das als eine Gefahr bezeichnet zu haben und gesagt zu haben, dass wir damit sehr aggressiv umgehen werden.“

De Blasio hatte die große Trauerfeier zuvor als „absolut inakzeptabel“ kritisiert (siehe unten). Mehrere Vertreter jüdischer Verbände hatten den Bürgermeister daraufhin selbst attackiert, den Vorfall so herauszustellen und „die jüdische Gemeinschaft“ als dafür verantwortlich zu verallgemeinern. 

Schweden geht in der Corona-Krise dagegen seinen eigenen Weg. Nach viel Kritik dafür überrascht es nun, dass Schweden aus der WHO-Direktion Lob für den Corona-Kurs bekam.*

Coronavirus in den USA: New Yorker Bestatter nicht auf große Zahl an Leichen vorbereitet

Update vom 30. April, 9.45 Uhr: Die Stadt New York ist mit mehr als 14.000 Todesfällen in Zusammenhang mit dem Coronavirus einer der Krisenherde in den Vereinigten Staaten. Nachdem New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio am Mittwoch eine Beerdigung auflösen lassen musste (Update 29. April), folgt nun der zweite Eklat innerhalb kürzester Zeit. Nahe einer Bestattungsfirma im Stadtteil Brooklyn sind Medienberichten zufolge Dutzende Leichen in mehreren Transportern gefunden worden.

Die Bestattungsfirma hatte die Fahrzeuge gemietet, da die räumlichen Kapazitäten in der Firma durch die vielen Toten bereits ausgeschöpft waren. Zudem sei der Kühlraum des Bestatters ausgefallen, wie die New York Times am Mittwoch die Polizei zitierte. Aufgefallen war die Leichenansammlung, da Anwohner Verwesungsgeruch aus den Lastern bemerkten und meldeten.

In Brooklyn wurden dutzende Leichen in mehreren Transportern gefunden.

Was die genaue Anzahl der Leichen angeht, gibt es mehrere Zahlen. Fernsehsender CNN spricht von bis zu 60 leblosen Körpern, ABC berichtete von 100 Toten. Auf Eis liegend seien die Leichensäcke in den Transportern gestapelt worden und sollten wohl eingeäschert werden. Ob die verstorbenen Personen am Coronavirus* gestorben seien, stehe jedoch nicht genau fest. Der Bestattungsfirma sei es zudem angesichts der aktuellen Lage erlaubt, die Leichen in Kühllastern zu lagern, jedoch sei mindestens ein Fahrzeug ungekühlt gewesen. Später wurden die Körper in einen gekühlten Truck verlagert, wie die New York Times berichtet.

Update vom 29. April, 21.20 Uhr: New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio hat eine von sehr vielen Menschen besuchte orthodox-jüdische Beerdigung mitten in der Corona-Krise als „absolut inakzeptabel“ kritisiert. Nachdem er davon gehört hatte, sei er in der Nacht zum Mittwoch selbst in das Viertel Williamsburg in Brooklyn gefahren, um sich davon zu überzeugen, dass die Massenansammlung aufgelöst werde, schrieb de Blasio bei Twitter. 

„Was ich gesehen habe, wird nicht toleriert werden, solange wir das Coronavirus bekämpfen.“ Die Zeit der Warnungen sei vorbei, Menschen in größeren Ansammlungen würden nun verwarnt oder festgenommen.

Coronavirus in den USA: New York blickt mit „Sorge“ nach Deutschland - „... wenn man zu schnell öffnet“

Update vom 29. April, 19.44 Uhr:Der besonders heftig von der Coronavirus-Pandemie betroffene US-Bundesstaat New  York schaut bei der zukünftigen Lockerung seiner Ausgangsbeschränkungen auch nach Deutschland. „In Deutschland gibt es eine Situation, die wir beobachten sollten und von der wir lernen sollten“, sagte Gouverneur Andrew Cuomo am Mittwoch bei seiner täglichen Pressekonferenz.

Cuomo verwies auf die sogenannte Reproduktionszahl, die in Deutschland nach Lockerungen wieder leicht gestiegen war. „Das bereitet uns Sorge, es zeigt einem, dass die Infektionsrate steigen kann, wenn man zu schnell öffnet“, sagte Cuomo. „Man muss vorsichtig vorgehen.“ Die Reproduktionszahl gibt an, wie viele Menschen im Schnitt von einem Infizierten angesteckt werden. Sie war nach dem leichten Anstieg in Deutschland zuletzt aber auch wieder leicht gesunken.

Coronavirus in den USA: Traurige Schallmauer durchbrochen - Trump verkauft Zahlen trotzdem als Erfolg

Update vom 29. April, 14.42 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat auf die dramatischen Zahlen der Coronavirus-Infektionen in den USA reagiert. Am Dienstagabend hatten die Fallzahlen eine Million überschritten - und stellen damit ein Drittel der weltweiten Fälle. Kein Grund zur Panik, scheint das Motto des US-Präsidenten zu sein. Vielmehr seien die Corona-Tests in den USA „sooo viel besser als in jedem anderen Land der Welt“, schreibt Trump auf Twitter. Andere Länder hinkten den USA in der Testung hinterher und verzeichneten deshalb auch weniger Fälle. 

Auf wirtschaftspolitischer Ebene gibt es ebenfalls dramatische Zahlen. Aufgrund der Corona-Krise ist die US-Wirtschaft im ersten Quartal um fast fünf Prozent eingebrochen. Die Wirtschaftsleistung ging auf das Jahr hochgerechnet im Vergleich zum Vorquartal um 4,8 Prozent zurück, wie das Handelsministerium am Mittwoch mitteilte.

Corona-Krise in den USA: Mehr als eine Million Fälle - ein Drittel der weltweiten Infektionen 

Update vom 28. April, 20.40 Uhr: In den USA hat es Wissenschaftlern zufolge seit Beginn der Corona-Pandemie bereits mehr als eine Million nachgewiesene Infektionen mit dem neuartigen Virus gegeben. Das ging am Dienstagnachmittag (Ortszeit) aus den Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Demnach starben bereits mehr als 57.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus.

Update vom 28. April, 16.08 Uhr: Die USA sind das Land mit den weltweit meisten Corona-Todesfällen. Und möglicherweise ist diese Zahl sogar noch höher, als bislang angenommen. Einer neuen Studie der amerikanischen Elite-Universität Yale zufolge ist die Zahl der Todesfälle in den Vereinigten Staaten seit März diesen Jahres stark angestiegen. Viele dieser Toten wurden bisher aber nicht mit dem Coronavirus in Zusammenhang gebracht.

Corona in den USA: Studie legt nahe, dass es mehr Covid-19-Tote gibt, als bisher angenommen

Grundlage für die Studie der Wissenschaftler aus New Haven waren Daten des US-Gesundheitsministeriums. Demnach seien von Anfang März bis 4. April etwa 15.400 Menschen mehr gestorben als in den Jahren zuvor, berichtete die Washington Post am Montag. In diesem Zeitraum waren jedoch nur 8128 Coronavirus-Todesfälle gemeldet worden. 

Bislang sei allerdings nicht bekannt, ob die zusätzlichen Todesfälle wirklich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 in Zusammenhang stehen, sagte Dan Weinberger, ein Epidemiologe der Yale-Universität, der an der Studie beteiligt ist. Die Daten legten ihm zufolge aber nahe, dass die Zahl der Todesopfer „bedeutend höher als bisher berichtet“ ist. Es sei wichtig, ein kompletteres Bild der wahren Auswirkungen der Pandemie zu bekommen, um der Politik eine solide Entscheidungsgrundlage zu geben, betonte er. 

Erstmeldung vom 28. April, 10.15 Uhr:

Sacramento - Abstand halten, Ausgangsbeschränkungen und mancherorts gilt Maskenpflicht* - wegen der Corona*-Krise müssen sich Menschen überall auf der Welt derzeit an strikte Maßnahmen halten, um die Ausbreitung des neuartigen Virus* so gut es geht einzudämmen. Doch gerade in den USA, dem Land, das bisher die höchste Corona-Todeszahl aufweist, sind vielen Menschen die Beschränkungen offenbar relativ egal.

Coronavirus in den USA: Viele Menschen sitzen trotz Pandemie dicht gedrängt am Strand

Anders sind die Szenen, die sich am vergangenen Wochenende beispielsweise am Huntington Beach in Kalifornien abspielten, wohl kaum zu erklären. Die Sommertage verbrachten viele Menschen dort dicht gedrängt am Strand - von Masken und der Einhaltung von Abstandsregeln keine Spur, wie in einem Video von Bild.de zu sehen ist.  

Dieses Verhalten ist für viele wohl absolut unverständlich. Laut aktuellen Daten der Johns-Hopkins-Universität haben sich in den USA bislang 988.469 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 56.253 Personen sind nach einer Corona-Infektion* gestorben

Coronavirus in den USA: Auch auf Coney Island halten sich viele nicht an die Abstandsregel

Dennoch scheinen unzählige Menschen auf die Corona-Regeln zu pfeifen. Und zwar nicht nur in Kalifornien, sondern auch in anderen Teilen der Vereinigten Staaten. Denn ähnliche Bilder wie am Huntington Beach gab es auch auf Coney Island im besonders schwer von der Pandemie getroffenen US-Bundesstaat New York zu sehen. 

Zwar sind einige Strände in den USA mittlerweile auch offiziell wieder geöffnet worden, allerdings wollte damit sicherlich niemand einen Massenansturm mit Zehntausenden Badegästen am Huntington Beach provozieren. Und damit nicht genug: Vielen Amerikanern fällt es offenbar nicht nur schwer, sich an die geltenden Corona-Beschränkungen zu halten - manche von ihnen demonstrieren auch noch dagegen. Und US-Präsident Donald Trump hat diese Proteste zwischenzeitlich sogar angeheizt. 

Ob nach dem sommerlichen Wochenende die Covid-19-Infektionszahlen wieder in die Höhe schnellen werden, bleibt nun abzuwarten.

Gegen diese Corona-Demonstranten will die US-Sängerin Pink nun vorgehen. Sie forderte eine Sonderbehandlung für Virus-Leugner. Ein Rechtsmediziner hält die Angst vor Corona für überflüssig: „Das ist kein Killervirus.“

Rubriklistenbild: © dpa / Patrick Semansky

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