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Prozess gegen Epstein-Vertraute hat begonnen - Auch Prinz Andrew gerät in den Focus

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Von: Jennifer Lanzinger

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Maxwell-Prozess
Eine Anklägerin zeigt auf ein Foto von Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell. Die 59-Jährige steht in New York vor Gericht. © John Minchillo/AP/dpa

Nach dem Tod von Sexualverbrecher Jeffrey Epstein hat nun der Prozess gegen seine ehemalige Vertraute begonnen. Vor Gericht attackierte die Verteidigung von Ghislaine Maxwell die vier mutmaßlichen Opfer.

New York - Es ist bereits jetzt einer der aufsehenerregendsten Prozesse des Jahrzehnts: In New York startete der Missbrauchsprozess gegen Jeffrey Epsteins Ex-Partnerin Ghislaine Maxwell. Die Anklage bezeichnet sie als „rechte Hand“ des Sexualverbrechers, die Verteidigung stellt Ghislaine Maxwell dagegen selbst als Opfer des berüchtigten Multimillionärs dar. Auch die Zeuginnen werden zu Prozessbeginn attackiert.

Prozess gegen Epstein-Vertraute Ghislaine Maxwell begonnen - Auch Prinz Andrew an Missbrauch beteiligt?

Zu Beginn des Missbrauchsprozesses gegen Maxwell haben Staatsanwaltschaft und Verteidigung sehr unterschiedliche Versionen von der Rolle der 59-Jährigen gezeichnet. So beschrieb die Staatsanwaltschaft Maxwell am Montag als „rechte Hand“ des in höchsten US-Kreisen verkehrenden Epsteins und als rücksichtlose Komplizin bei der Beschaffung minderjähriger Opfer für ihn. Die Verteidigung dagegen porträtierte sie ihrerseits als „Opfer eines narzisstischen Mannes“, der die Welt um sich herum manipuliert habe - inklusive Maxwell.

Staatsanwältin Lara Pomerantz erklärte direkt zu Beginn in dem New Yorker Gericht, dass Maxwell selbst eine entscheidende Rolle in dem von Epstein betriebenen Missbrauchsring gespielt habe. So habe die 59-Jährige das Vertrauen der betroffenen Mädchen gewonnen und sie dann Epstein zugeführt. „Sie wusste genau, was passieren würde.“ Sie habe die Mädchen angeheuert, sie für Epstein „vorbereitet“ und ihm für sogenannte Massagen zugeführt. Bei diesen Massagen sollen die minderjährigen Mädchen dann von Epstein missbraucht worden sein. Wie die Staatsanwaltschaft bei dem Prozessbeginn weiter ausführt, soll auch Maxwell einige Male bei den sexuellen Übergriffen dabei gewesen sein.

Prozess gegen Ghislaine Maxwell in New York begonnen - Anwältin greift mutmaßliche Opfer an

Die Verteidigung bestritt die Darstellung der Anklage am Montag in ihrem Eröffnungsplädoyer vehement. So gehe es um Verbrechen des 2019 gestorbenen Epstein, Maxwell habe mit diesen nichts zu tun. „Sie ist nicht wie Jeffrey Epstein“, sagte Maxwells Anwältin Bobbi Sternheim. Epstein galt als charismatischer Mann und wortgewandter Blender, der seine Gegenüber immer wieder in die Irre geführt und für seine Zwecke benutzt haben soll. Maxwells Anwältin nahm auch die vier Hauptzeuginnen ins Visier. Die mutmaßlichen Verbrechen seien 15 bis 25 Jahre her: „Wie wir alle wissen, verblassen Erinnerungen mit der Zeit.“

Maxwells Ex-Partner Epstein war der Aufbau eines Prostitutionsrings mit Dutzenden minderjährigen weiblichen Missbrauchsopfern vorgeworfen worden. Ein Prozess im Jahr 2008 endete mit einem vorteilhaften Deal für Epstein, den viele für einen Skandal hielten. Zu einem erneuten Prozess in New York gegen den bestens vernetzten Multimillionär - und Bekannten unter anderem von Bill Clinton, Donald Trump und Bill Gates kam es nie, weil Epstein 2019 tot in seiner Gefängniszelle gefunden wurde. Gerichtsmediziner kamen zu dem Schluss, dass es Suizid gewesen sei. Im vergangenen Jahr war dann Maxwell verhaftet worden. Viele sehen das Verfahren gegen sie als Stellvertreterprozess.

Der Prozess gegen Maxwell wird schätzungsweise sechs Wochen dauern, die Staatsanwaltschaft stützt sich auf vier Hauptzeuginnen. Die zu verhandelnden Fälle reichen von 1994 bis 2004, die mutmaßlichen Verbrechen sollen in Epsteins Anwesen in New York, Florida, Santa Fe und London begangen worden sein.

Im Rahmen des Missbrauchs-Skandals um den verstorbenen Jeffrey Eppstein rückt auch immer öfter der Queen-Sohn Prinz Andrew in den Fokus. Ghislaine Maxwell und Prinz Andrew verband eine enge Freundschaft, auch der Royal soll gerüchteweise an einem Missbrauch beteiligt gewesen sein. Ein Foto zeigt Maxwell sogar auf dem königlichen Thron.

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