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Affenpocken-Quarantäne in erstem EU-Land verhängt - WHO sieht „dringenden“ Handlungsbedarf

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Von: Jennifer Lanzinger, Christoph Gschoßmann

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Affenpocken
Diese elektronenmikroskopische Aufnahme zeigt reife, ovale Affenpockenviren (l) und kugelförmige unreife Virionen (r), die aus einer menschlichen Hautprobe stammt. © Cynthia S. Goldsmith/Russell Regner/CDC/AP/dpa

Die Fälle von Infektionen mit Affenpocken bei Menschen häufen sich. Experten mahnen zur Wachsamkeit. Die WHO ruft nach einem Maßnahmen-Bündel.

Update vom 22. Mai, 18.05 Uhr: Die Affenpocken-Fälle nehmen in mehreren Ländern weiter zu. Die WHO sieht „dringenden“ Handlungsbedarf. Ein erstes EU-Land hat nun eine Quarantäne für Infizierte eingeführt. In Großbritannien werden „täglich mehr Fälle“ entdeckt. Die weiteren Entwicklungen zum Affenpocken-Virus, können Sie in unserem neuen Ticker verfolgen.

Update vom 22. Mai, 16 Uhr: In mehreren Ländern werden immer mehr Affenpocken-Fälle gemeldet. Belgien führt nun wohl als erstes Land eine verpflichtende Quarantäne für Infizierte ein. Das berichten unter anderem die Bild und die britische Daily Mail. Demnach müssen sich Infizierte für 21 Tage isolieren. Kontaktpersonen sollen bislang nicht von der Affenpocken-Quarantäne betroffen sein.

Auch in Deutschland sind weitere Fälle aufgetreten. Es gibt allerdings Impfstoffe und Medikamente, die vor einer Infektion schützen können, wie heidelberg24.de berichtet.

Affenpocken: Erster Verdachtsfall auch in Österreich

Update vom 22. Mai, 15.06 Uhr: Nun gibt es auch in Österreich den ersten Verdachtsfall auf Affenpocken. Nach ORF-Angaben wurde ein 35-Jähriger in der Nacht auf Sonntag in Wien in ein Krankenhaus gebracht. Er weist demnach die typischen Symptome, wie leichtes Fieber und Pusteln im Gesicht, auf.

Update vom 22. Mai, 13.25 Uhr: Die Zahl der Affenpocken-Nachweise wird in nächster Zeit weiter steigen. Damit rechnen die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und andere Experten. Um die Ausbreitung zu stoppen, sei es „dringend notwendig“, das Bewusstsein für die Virenerkrankung zu erhöhen, hieß es Samstagnacht von der WHO in Genf. Außerdem müssten Fälle umfassend ausfindig gemacht und isoliert sowie Ansteckungswege rückverfolgt werden. Für die Allgemeinheit sehen Experten dennoch keinen Grund zur Besorgnis.

In Deutschland sind inzwischen drei Fälle der Viruserkrankung bestätigt, einer in München und zwei in Berlin. Die WHO berichtet mit Stand Samstag von rund 90 bestätigten Infektionen und 30 Verdachtsfällen in Ländern, in denen das in West- und Zentralafrika heimische Virus normalerweise nicht auftritt.

Die Infektionen seien atypisch, weil die meisten Betroffenen zuvor nicht in diese Länder gereist seien. Dass die Fälle über Europa verteilt festgestellt werden, lege nahe, dass das Virus schon eine Weile weitergegeben werde. In Europa wurden bisher unter anderem Fälle gemeldet aus Spanien, Großbritannien, Frankreich, Italien oder der Schweiz. Auch in Australien, Kanada und den USA gab es Nachweise der Erkrankung.

Auch Schweiz vermeldet ersten Affenpocken-Fall

Update vom 21. Mai, 19.03 Uhr: Auch die Schweiz vermeldet nun einen ersten Fall einer Infektion mit dem Affenpockenvirus. Die Gesundheitsdirektion des Kantons Bern berichtet, dass die betroffene Person sich wahrscheinlich im Ausland infiziert hätte. Die erkrankte Person sei in ambulanter Behandlung und zu Hause isoliert, hieß es. Alle Kontaktpersonen seien informiert.

Ebenso gibt ein Sprecher des Ichilov-Krankenhauses in Tel Aviv den ersten Affenpockenfall in Israel bekannt. Ein 30-jähriger Mann, der kürzlich mit Symptomen der Infektionskrankheit aus Westeuropa zurückgekehrt sei, sei positiv auf das Virus getestet worden.

Niederlande erlässt Meldepflicht für Affenpocken

Update vom 21. Mai, 18.32 Uhr: Der staatliche Gesundheitsdienst der Niederlande (RIVM) hat nun eine Meldepflicht für Affenpocken erlassen. Ärzte müssen die Behörde demnach bereits beim Verdacht auf eine Infektion mit dem Virus unterrichten. In den Niederlanden hat es bereits zwei bestätigte Fälle von Affenpocken gegeben. Durch die Meldepflicht soll das Infektionsgeschehen frühzeitig unter Kontrolle gebracht werden und Gegenmaßnahmen, wie Quarantäne für Infizierte, ergriffen werden.

Schweden stuft Affenpocken als für gemeingefährliche Krankheit ein

Update vom 21. Mai, 10.07 Uhr: Nach dem ersten bestätigten Fall einer Affenpocken-Infektion in Schweden hat die Regierung des Landes die seltene Viruserkrankung als für die Allgemeinheit gefährlich eingestuft. „Die Einstufung ermöglicht es, Maßnahmen zum Infektionsschutz zu ergreifen, um die weitere Ausbreitung zu verhindern“, erklärte Sozialministerin Lena Hallengren.

„Wichtig ist auch, dass die Informationen Risikogruppen erreichen und dass die Gesundheitsdienste darauf vorbereitet sind, Verdachtsfälle zu behandeln und zu verfolgen.“ In Schweden war am Donnerstag der erste Fall von Affenpocken im Großraum Stockholm registriert worden.

Affenpocken-Fälle in Belgien stehen offenbar in Zusammenhang mit Fetisch-Festival

Update vom 21. Mai, 9.55 Uhr: Die Affenpocken-Fälle in Belgien hängen offenbar mit einem großen Fetisch-Festival in Antwerpen zusammen. Die Organisatoren des Anfang Mai abgehaltenen Darklands Festival erklärten am Freitag, dass die belgischen Behörden die Ansteckungen mit dem Festival in Verbindung gebracht hätten. Belgien hat bisher drei Affenpocken-Fälle offiziell bestätigt. In Spanien musste eine Schwulen-Sauna wegen eines mutmaßlichen Zusammenhangs mit einem Affenpocken-Ausbruch vorübergehend schließen.

Die belgischen Festival-Organisatoren erklärten auf ihrer Website, es gebe „die berechtigte Annahme“, dass das Virus vermutlich von Besuchern aus dem Ausland übertragen worden sei. Die Festival-Leitung sei von der belgischen Regierung gebeten worden, die Festival-Gäste zu informieren.

Das Darklands-Festival richtet sich nach Veranstalter-Angaben an die „verschiedenen Gruppen der schwulen Fetisch-Community“. Hinter dem Festival stehen nach Angaben der Veranstalter Clubs und Organisationen, mehr als 150 Freiwillige sind dort tätig. Tagsüber finden demnach kommerzielle Events statt, abends Partys.

Affenpocken: Deutlich über 100 Fälle weltweit

Update vom 20. Mai, 17.20 Uhr: Der Charité-Infektiologe Leif Sander sieht mit den inzwischen deutlich über 100 Fällen weltweit, in denen der Verdacht auf Affenpocken vorliege oder bereits bestätigt sei, eine ungewöhnlich dynamische Situation. „Bei der langen Inkubationszeit rechne ich mit einer weiteren deutlichen Zunahme der Fälle“, schrieb er bei Twitter. Zu beachten sei dabei, dass Affenpocken nicht so ansteckend seien, dass mit einer breitflächigen Ausbreitung wie bei Corona zu rechnen sei. „Es ist sehr ernst zu nehmen, aber wir sind vorbereitet.“

Mit der zu beobachtenden Häufung handle es sich bereits um eine Epidemie - es sei jedoch „sehr unwahrscheinlich, dass diese Epidemie lange dauern wird“, sagte Fabian Leendertz, Gründungsdirektor des Helmholtz Instituts für One Health (HIOH) in Greifswald und Leiter der Projektgruppe Epidemiologie hochpathogener Erreger am Robert Koch-Institut (RKI). Die Fälle seien über Kontaktverfolgung gut einzugrenzen und es gebe Medikamente sowie wirksame Impfstoffe, die eingesetzt werden könnten.

Affenpocken nun auch in Deutschland angekommen - Zahl der Fälle in Europa steigt stark an

Dringend nötig seien mehr Daten, um verstehen zu können, ob und wie die erfassten Fälle zusammenhängen, so Leendertz. Wichtig sei auch die Entzifferung des Erbguts von Virenmaterial aus Proben von Betroffenen, um zu prüfen, ob sich der Erreger verändert hat - etwa in Richtung besserer Übertragbarkeit.

Derzeit werden in immer mehr Ländern Fälle der eigentlich selten auftretenden Affenpocken nachgewiesen. Am Freitag meldete auch Frankreich einen ersten Fall, zudem wurde das Virus in Australien und damit einer weiteren Weltregion entdeckt. In welchem Umfang sich der aus Afrika stammende Erreger bereits international verbreitet hat, ist offen. Er gehe bei der Vielzahl von Fällen davon aus, dass das Virus schon seit einer Weile unbemerkt im Umlauf war, sagte der Mediziner Norbert Brockmeyer, Präsident der Deutschen STI-Gesellschaft. STI steht für sexuell übertragbare Infektionen.

In Spanien sind nach einem Medienbericht inzwischen 30 Fälle bestätigt. Zudem gebe es 23 Verdachtsfälle, berichtete die Zeitung „La Vanguardia“ am Freitag unter Berufung auf das Gesundheitsministerium. In Portugal sind nach Angaben der Zeitung „Publico“ 23 Fälle bestätigt. In Frankreich ist Behördenangaben zufolge ein 29-Jähriger im Großraum Paris betroffen, der zuvor nicht in ein Land gereist war, in dem das Virus zirkuliert.

Affenpocken betreffen bislang überwiegend Männer - Deutsche Aidshilfe warnt vor Stigmatisierung

In Australien wurde der Erreger bei einem etwa 30 Jahre alten Mann bestätigt, der kürzlich aus Großbritannien zurückgekehrt war, wie es von der zuständigen Gesundheitsbehörde hieß. In Großbritannien stieg die Zahl erfasster Fälle unterdessen von 9 auf 20, wie der britische Gesundheitsminister Sajid Javid am Freitag mitteilte. Das Land hat Pocken-Impfstoff eingekauft - wie viel und wer damit geimpft werden soll, blieb zunächst unklar.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte zu einer rigorosen Nachverfolgung aller Kontakte von Betroffenen aufgerufen. Kliniken und Bevölkerung müssten für die Symptome sensibilisiert werden. Ein Großteil oder womöglich sogar alle Fälle bisher betreffen Männer, vielfach hatten sie den Angaben zufolge sexuelle Kontakte zu Männern.

Am stärksten gefährdet für eine Ansteckung sind Brockmeyer zufolge Menschen, die sexuelle Kontakte zu vielen verschiedenen Menschen haben. Die Deutsche Aidshilfe warnte angesichts der Fälle bei schwulen Männern vor falschen Schlussfolgerungen und Stigmatisierung. „Natürlich gibt es bei den Affenpocken oberflächliche Ähnlichkeiten zu HIV damals - es ist wieder eine Erkrankung aus Afrika, die auch schwule Männer betrifft. Aber in vielen anderen Punkten passt der Vergleich nicht“, sagte Aidshilfe-Sprecher Holger Wicht.

Das Virus, das die Affenpocken auslöst, sei im Unterschied zu HIV in den 80er Jahren länger bekannt, zudem heile die Erkrankung von selbst aus. „Uns ist sehr wichtig, dass hier nicht Panik und unangemessene Ängste entstehen.“ Es gebe bei der Einschätzung der Krankheitsschwere noch Ungewissheiten - etwa darüber, wie gut Immungeschwächte - dazu können zum Beispiel auch langjährig unbehandelte HIV-Infizierte zählen - die Erkrankung verkraften.

Affenpocken nun auch in Deutschland angekommen - erster Fall gemeldet

Update vom 20. Mai, 12.25 Uhr: Nun gibt es auch einen Fall von Affenpocken in Deutschland. Das teilt die Bundeswehr mit. Wie das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr am Freitag in München mitteilte, wurde das Virus am Donnerstag bei einem Patienten zweifelsfrei nachgewiesen.

Update vom 20. Mai, 11.19 Uhr: In Frankreich ist nun auch ein Fall von Affenpocken nachgewiesen worden. Betroffen sei ein 29 Jahre alter Mann im Großraum Paris, der zuvor nicht in ein Land gereist war, in dem das Virus zirkuliert, teilten die Gesundheitsbehörden am Freitag mit. Da der Mann keine schwerwiegenden Symptome aufweist, sei er zu Hause isoliert worden. Kontaktpersonen würden ermittelt und bekämen Verhaltensregeln genannt, um eine Weiterverbreitung des Virus zu verhindern. Weitergehende Untersuchungen wurden angeordnet.

Affenpocken-Fälle (Monkeypox) sind bisher in zehn Ländern aufgetreten:

LandAffenpocken-Fälle
Portugal5 bestätigte Affenpocken-Fälle/ 20 Verdachtsfälle
Spanien7 bestätigte Affenpocken-Fälle
Kanada2 bestätigte Affenpocken-Fälle/20 Verdachtsfälle
Großbritannien9 bestätigte Affenpocken-Fälle
Italien1
Belgien2 bestätigte Affenpocken-Fälle
Frankreich1
USA1
Australien1
Schweden1

Mysteriöse Fälle von Affenpocken bei Männern – Deutsche Aidshilfe warnt vor Panik

Update vom 20. Mai, 7.17 Uhr: Bei den meisten bekannten Fällen von Affenpocken sind Männer betroffen. Die Deutsche Aidshilfe warnt vor falschen Schlussfolgerungen und Stigmatisierung. „Natürlich gibt es bei den Affenpocken oberflächliche Ähnlichkeiten zu HIV damals – es ist wieder eine Erkrankung aus Afrika, die auch schwule Männer betrifft. Aber in vielen anderen Punkten passt der Vergleich nicht“, sagte Aidshilfe-Sprecher Holger Wicht der Nachrichtenagentur dpa.

Das Virus, das die Affenpocken auslöst, sei im Unterschied zu HIV in den 80er Jahren länger bekannt, zudem heile die Erkrankung von selbst aus. „Uns ist sehr wichtig, dass hier nicht Panik und unangemessene Ängste entstehen.“ Es gebe bei der Einschätzung der Krankheitsschwere aber auch noch Ungewissheiten: etwa wie gut Immungeschwächte – dazu können zum Beispiel auch langjährig unbehandelte HIV-Infizierte zählen – die Erkrankung verkraften.

Nach der Erfahrung mit HIV fürchte man die Stigmatisierung schwuler Männer und von Menschen aus Afrika, sagte Wicht. Er erinnerte auch an die Ausgrenzungen und Schuldzuweisungen zu Beginn der Corona-Pandemie, die sich gegen Menschen aus Asien richteten – und gegen Menschen, die als asiatisch wahrgenommen wurden.

Affenpocken: Erster Fall aus Belgien gemeldet

Update vom 19. Mai, 23.57 Uhr: In Belgien ist einem Bericht zufolge ein erster Fall von Affenpocken nachgewiesen worden. Die infizierte Person habe sich beim Institut für Tropenmedizin in Antwerpen gemeldet, berichtete der öffentlich-rechtliche Sender VRT am Donnerstagabend unter Berufung auf die Forscherin Isabel Brosius. Die infizierte Person sei nicht sehr krank, hieß es. Die Kontakte der Person würden ermittelt.

Update vom 19. Mai, 21.35 Uhr: Die Affenpocken sorgen derzeit für eine ungewöhnliche Infektionshäufung. Was bedeutet das für Europa? Und wie gefährlich sind sie für uns? So schaut das Virus aus, das sind die Symptome und so steckt man sich an.

Update vom 19. Mai, 14.25 Uhr: Immer mehr Länder melden Affenpocken-Fälle, nun hat auch Italien einen Fall der Virus-Erkrankung registriert. Der Assessor für Gesundheit der Region Latium, Alessio D‘Amato, bestätigte am Donnerstag einen ersten erfassten Fall der Virusinfektion. Er habe Gesundheitsminister Roberto Speranza über den Befund, der im Nationalen Institut für Infektionskrankheiten bestätigt worden war, in Kenntnis gesetzt, schrieb D‘Amato bei Facebook. Das Institut kündigte noch für Donnerstag eine Presseerklärung an.

Die Nachrichtenagentur Ansa meldete, dass es sich bei dem Infizierten um einen Mann handle, der von einer Reise auf die Kanarischen Inseln zurückkam und in Rom in ein Krankenhaus ging. Dort sei er isoliert worden, hieß es.

Affenpocken nun auch in Schweden - Immer mehr Länder melden Virus-Fälle

Update vom 19. Mai, 13.40 Uhr: In Schweden ist am Donnerstag der erste Fall einer Infektion mit der Virus-Erkrankung Affenpocken bestätigt worden. Wie die schwedische Gesundheitsbehörde mitteilte, ist eine Person im Großraum Stockholm infiziert. „Die mit dem Virus infizierte Person in Schweden ist nicht ernsthaft krank, aber in Behandlung“, sagte Infektionsmedizinerin Klara Sondén laut der Mitteilung. „Wir wissen noch nicht, wo sich die Person angesteckt hat. Die Ermittlungen dazu laufen.“ Schweden ist bereits das vierte Land in Europa, das einen Affenpocken-Fall registriert hat. Auch in den USA sind die Affenpocken mittlerweile angekommen (siehe Ursprungsmeldung unten).

Zu den häufigsten Symptomen gehören laut der schwedischen Gesundheitsbehörde Fieber, geschwollene Lymphknoten, allgemeines Unwohlsein und Hautausschlag mit Bläschen. Die Behörde untersucht nun, ob es weitere Fälle in Schweden gibt.

Affenpocken nun in den USA angekommen - Auch drei europäische Länder melden erste Fälle

Ursprungsmeldung vom 19. Mai 2022: New York - Sie sorgen in den meisten Fällen für milde Symptome, doch sie können auch schwere Verläufe nach sich ziehen: die Affenpocken. Nach mehreren Fällen in Großbritannien, Spanien und Portugal sind sie nun auch in den USA festgestellt worden. In dieser Woche hatte auch das Robert Koch-Institut eine Mitteilung zu den Affenpocken veröffentlicht.

Affenpocken nun auch in den USA angekommen: Drei weitere Länder melden erste Fälle

Wie die Gesundheitsbehörde CDC am Mittwoch mitteilt, wurde die Krankheit bei einem Bewohner aus dem Bundesstaat Massachusetts im Nordosten des Landes registriert. Die Person sei kurz zuvor nach Kanada gereist, das Virus sei allerdings in den Vereinigten Staaten festgestellt worden.

Normalerweise werden Affenpocken über die Luft übertragen. In einigen der kürzlich aufgetauchten Fälle aber gingen die Experten von einer Infektion durch Flüssigkeiten aus, weil es sich bei den Patienten um homosexuelle Männer handelt. Angesichts der Fälle in Großbritannien hatte das Robert Koch-Institut zuletzt bereits Ärzte in Deutschland für die Virusinfektion sensibilisiert.

RKI informiert über Affenpocken - Vor allem Männer sollten unter Umständen wachsam sein

In einem vom RKI veröffentlichten Beitrag heißt es, Affenpocken sollten auch dann bei unklaren pockenähnlichen Hautveränderungen als mögliche Ursache in Betracht gezogen werden, wenn die Betroffenen nicht in bestimmte Gebiete gereist seien. Affenpocken waren bislang vor allem aus einigen Regionen Afrikas bekannt. Männer, die Sex mit Männern haben, sollten laut RKI bei ungewöhnlichen Hautveränderungen „unverzüglich eine medizinische Versorgung aufsuchen“. Bis erste Affenpocken-Fälle in Deutschland auftreten, sei nur eine Frage der Zeit, berichtet heidelberg24.de.

In Großbritannien hatte sich die Zahl der erfassten Fälle der seltenen Erkrankung nach Angaben der Gesundheitsbehörde UK Health Security Agency (UKHSA) von Montag auf sieben erhöht. Bis Mittwoch wurden in Großbritannien bereits zwei weitere Fälle gemeldet. Bei den beiden jüngsten Fällen in London und Südostengland gebe es keine Verbindung zu Reisen in Länder, in denen die Krankheit endemisch sei. Es sei daher möglich, dass die Ansteckungen durch eine Verbreitung von Mensch zu Mensch in Großbritannien stattgefunden hätten, hieß es in der Mitteilung vom Mittwochabend. Die erste Infektion, die Anfang Mai in Großbritannien bekannt geworden war, soll hingegen auf eine Ansteckung in Nigeria zurückgehen.

Die Virus-Erkrankung ruft nach Angaben der UKHSA meist nur milde Symptome hervor, kann aber auch schwere Verläufe nach sich ziehen. Vor allem Kinder müssen aufpassen, berichtet kreiszeitung.de. Die Pocken des Menschen gelten seit 1980 nach einer großen Impfkampagne weltweit als ausgerottet. Fachleute vermuten, dass der Erreger der Affenpocken in Nagetieren zirkuliert, Affen gelten als sogenannte Fehlwirte.

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