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Zwei Mitarbeiter der Stadt Boston schippen am 2. Januar 2014 Schnee.

Rund 3000 Flüge gestrichen

USA: Winterchaos legt Nordosten lahm

Boston - Schneestürme und klirrende Kälte haben den Nordosten der USA am Freitag teilweise lahmgelegt. Bis Freitagabend werden zum Teil bis zu 45 Zentimeter Neuschnee erwartet.

Weite Teile der USA werden von massiven Schneestürmen und klirrender Kälte heimgesucht. Betroffen sind vor allem die Neuengland-Staaten im Nordosten. Allein in Boston im Bundesstaat Massachusetts fielen bis Donnerstagabend (Ortszeit) innerhalb weniger Stunden fast 20 Zentimeter Neuschnee.

Auch das Hauptquartier der Vereinten Nationen in Manhattan bleibe zu, teilte ein Sprecher mit. Alle Sitzungen seien abgesagt worden. Gouverneur Andrew Cuomo hatte wegen des Schneesturms zuvor bereits den Notstand für den Bundesstaat New York ausgerufen, in dem auch die Millionenmetropole liegt.

Rund zwölf Zentimeter Schnee waren in der Nacht zum Freitag bei eisigen Temperaturen in New York bereits gefallen, etwa zehn weitere wurden noch erwartet, bevor der Sturm am Nachmittag den Vorhersagen zufolge wieder abziehen sollte.

Insgesamt lebten rund 100 Millionen Einwohner im Bereich der Unwetter-Zone, die sich unaufhaltsam vom Mittleren Westen in Richtung Osten wälzt, berichtete der TV-Sender CNN - das seien fast ein Drittel der gesamten US-Bevölkerung.

Rund 3000 Flüge gestrichen

Nach Vorhersagen des nationalen Wetterdienstes soll es bis Freitagabend (nach deutscher Zeit: Nacht zum Samstag) schneien. Bis dahin könnten in Neuengland bis zu 45 Zentimeter Neuschnee fallen, sagten Meteorologen voraus. In Massachusetts sollten am Freitag die meisten Schulen geschlossenen bleiben. Über 3000 Flüge seien bereits gestrichen worden, hieß es weiter. Allein für die Metropole New York bezifferte ein Sprecher der dortigen Flughäfen die Zahl der gestrichenen Verbindungen am Donnerstag auf etwa 500, am Freitag sollen es landesweit mehr als 900 sein.

Schneechaos im Nordosten der USA - Bilder

Schneechaos im Nordosten der USA - Bilder

Laut dem Flughafensprecher fielen in New York am JFK-Flughafen am Donnerstag 70 Flüge aus, am Airport Newark 353 und am Flughafen LaGuardia 125. Hunderte weitere Flüge waren zudem verspätet. Auch an den Airports der Städte Philadelphia und Boston wurden zahlreiche Verbindungen gestrichen. Laut der Internetseite Flightaware.com waren insgesamt etwa 3000 Flüge betroffen.

Allerdings dürften in Neuengland die Schneefälle vom vergangenen Februar nicht erreicht werden, meldeten Experten im TV-Sender CNN. Damals habe es mehr als einen Meter Neuschnee gegeben.

Temperaturen 20 bis 30 Grad unter den Normalwerten

Vor allem aber auch klirrende Kälte und Winde drohen den Menschen zuzusetzen. „Als Folge dieses Sturms werden sich sehr kalte Luftmassen über den Osten der USA bewegen“, sagte der nationale Wetterdienst voraus. In vielen Gebieten könnten die Temperaturen 20 bis 30 Grad unter die Normalwerte fallen. In New York sollten die Temperaturen minus 13 Grad Celsius erreichen, die sich bei starkem Wind wie minus 26 Grad Celsius anfühlen könnten. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio, der sein Amt erst am Mittwoch angetreten hatte, rief die Bürger auf, sich möglichst zu Hause aufzuhalten und ein Auge auf ihre Nachbarn zu haben. In Boston können die Temperaturen sogar auf bis zu minus 21 Grad fallen. Die Kältewelle werde sich vermutlich bis in den Norden Floridas ausbreiten - selbst dort könnte es Minustemperaturen geben.

Wie üblich bei solchen Wetterlagen werden in den USA massive Stromausfälle erwartet. Dies kommt vor allem daher, weil Stromleitungen häufiger als in Deutschland noch über der Erde verlaufen. Eis und umstürzende Bäume sind oftmals die Ursache, dass Zehntausende auch in Städten wie Washington tagelang ohne Strom sind.

dpa/AFP

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