Die Freiheitsstatue auf Liberty Island in New York
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Die Freiheitsstatue - eines der bekanntesten Symbole der Vereinigten Staaten

Zwischen Atlantik und Pazifik

USA: Geschichte, Politik, Bevölkerung und Geografie

Die USA polarisieren wie kaum ein anderer Staat: Viele Menschen lieben das landschaftlich abwechslungsreiche, gastfreundliche Land jenseits des Atlantiks, andere betrachten den reinen Kapitalismus extrem kritisch.

  • Die ersten 13 Staaten der USA erklärten sich 1776 unabhängig.
  • Heute umfasst das Land 50 Bundesstaaten und mehrere Außengebiete.
  • Hauptstadt der USA ist seit 1800 das neu erbaute Washington.

Washington – Hort der Freiheit oder kapitalistischer Abgrund? Wie kein anderer Staat teilen die USA die Meinungen weltweit. Das drittgrößte Land der Welt ist Dauergast in den Medien und übt eine ungebrochene Faszination aus.

USA: Die frühe Geschichte

Über viele Jahrtausende lebten die Ureinwohner des nordamerikanischen Kontinents ungestört und entwickelten zahlreiche unterschiedliche Kulturen. Mit der Entdeckung Amerikas Ende des 15. Jahrhunderts setzte die Kolonialisierung der späteren USA ein. Die erste permanente Siedlung wurde 1565 von den Spaniern in Florida gegründet. 1607 folgten die Engländer, die sich in Virginia ansiedelten. 1620 erreichten die puritanischen Pilgerväter Plymouth nahe der heutigen Metropole Boston. Ihre frühe Rettung vor dem Hungertod durch eingeborene Indianerstämme feierten sie mit einem Erntedankfest, das später als Thanksgiving zum größten Familienfest der USA wurde.

Independence Day

Den Ostteil des neu entdeckten Kontinents teilten gleich mehrere europäische Mächte unter sich auf. In den 13 zur britischen Krone gehörenden Kolonien gärte ab Mitte des 17. Jahrhunderts aufgrund hoher Steuerforderungen der Unmut über die Regierung in London. Mit der Boston Tea Party im Jahr 1773 kam es zum offenen Konflikt, der in der Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776 mündete. Der Tag ist heute in den USA als Independence Day amerikanischer Nationalfeiertag. Allerdings mussten sich die Kolonien ihre Unabhängigkeit erst in einem fünfjährigen Krieg gegen die Kolonialmacht erkämpfen.

USA: Die Geburt eines Staates

Aus den 13 Kolonien wurden die ersten 13 Bundesstaaten der United States of America (USA), zu denen schon bald weitere hinzukommen sollten. Erster Präsident der USA wurde George Washington, der siegreiche General des Unabhängigkeitskrieges. Schon früh kristallisierten sich Gegensätze zwischen den nördlichen Staaten um Finanzminister Alexander Hamilton und den südlichen Staaten um Außenminister Thomas Jefferson heraus. Der Streit um die Hauptstadt des Landes endete mit einem Kompromiss: An der Grenze zwischen Nord und Süd wurde am Potomac River eine neue Hauptstadt aus dem Boden gestampft, die den Namen des Präsidenten trug: Washington.

Sklaverei und Bürgerkrieg

Ab dem 17. Jahrhundert wurden Afrikaner als Sklaven in die Kolonien verschleppt, um die harte Arbeit auf den endlosen Feldern der Plantagen zu verrichten. In den landwirtschaftlich geprägten Südstaaten machten die Sklaven über ein Drittel der Bevölkerung aus. Das Drängen des industriellen Norden auf die Abschaffung der Sklaverei führte schließlich zum offenen Bruch zwischen Nord und Süd. Als 1860 der Sklavereigegner Abraham Lincoln zum Präsidenten der USA gewählt wurde, erklärte sich der Süden unabhängig. Es kam zu einem fünfjährigen Bürgerkrieg, der rund 600.000 Amerikanern das Leben kostete und in der Niederlage des Südens resultierte. Der Staat wurde wieder vereint und die Sklaverei abgeschafft.

USA: Das frühe 20. Jahrhundert

Nach dem Ende des Bürgerkriegs begann der wirtschaftliche Aufstieg der USA. Die Eisenbahn erschloss die endlosen Weiten des Westens, die sukzessive als neue Staaten in die USA aufgenommen wurden. Die amerikanischen Ureinwohner wurden stark dezimiert und in Reservate verdrängt. Zugleich strömten jährlich Millionen neue Einwanderer vor allem aus Europa in das Land, das Freiheit, Landbesitz und Reichtum versprach. An der Ostküste entwickelten sich die ersten Millionenstädte. Zudem engagierten sich die USA erstmals in der Außenpolitik und eroberten mit Puerto Rico in der Karibik und den Philippinen in Südostasien eigene Kolonien.

Im Ersten Weltkrieg blieb der Staat zunächst neutral. Erst als ein deutsches U-Boot die RMS Lusitania versenkte und 128 Amerikaner ums Leben kamen, traten die USA an der Seite der alliierten Westmächte in den Krieg ein. Dem Krieg folgte in den Roaring Twenties eine kulturelle Blüte, die unter anderem den Jazz, das Broadway-Musical, die Art-déco-Architektur und den frühen Hollywood-Film hervorbrachte.

Die zweite Hälfte des Jahrhunderts

Der Börsenkrach von 1929 beendete diesen Aufschwung abrupt und sorgte aufgrund mangelnder sozialer Absicherung für großes Elend. Im Zweiten Weltkrieg wollten die USA zunächst wieder neutral bleiben, bis der Staat beim Überfall der japanischen Luftwaffe auf Pearl Harbor (Hawaii) auf eigenem Territorium angegriffen wurde. Bald kämpften die Amerikaner an zwei Fronten: im Pazifik gegen Japan und in Europa gegen Nazi-Deutschland und seine Verbündeten.

Dieser Krieg ging fast nahtlos in den Kalten Krieg gegen die kommunistische Sowjetunion über. Zugleich erlebten die USA in den 50er-Jahren ein neues Wirtschaftswunder und sahen sich als Anführer der freien kapitalistischen Welt. Um eine weitere Ausbreitung des Kommunismus zu verhindern, führte der Staat Kriege in Korea und Vietnam. Vor allem Letzterer, der 1973 in einer Niederlage endete, führte zu heftigen Protesten im eigenen Land. Unter Martin Luther King formierte sich derweil Widerstand gegen die systematische Schlechterstellung der schwarzen Bevölkerung. 1964 wurde der Civil Rights Act verabschiedet, der Diskriminierung von Minderheiten grundsätzlich verbot und die Rassentrennung aufhob.

Die USA heute

Im ausgehenden 20. Jahrhundert wurden die USA vom wirtschaftlichen Aufschwung und Optimismus geprägt. Beides fand mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 ein jähes Ende. Die USA begannen einen Krieg gegen die verantwortlichen islamistischen Terrorgruppen in Afghanistan und im Irak, der bis heute nicht beendet werden konnte. 2007 folgte mit dem Zusammenbruch des Immobilien- und Kreditmarktes eine heftige Wirtschaftskrise.

Unter dem demokratischen Präsidenten Barack Obama wurden vorsichtige Reformen in Richtung eines europäischen Sozialstaates wie die Krankenversicherung „Obamacare“ für die weniger wohlhabende Bevölkerung durchgeführt. Diese stießen bei den konservativen Republikanern und ihren Wählern auf enormen Widerstand. Die Spaltung der USA mündete 2016 in der Wahl des für die Republikaner antretenden Geschäftsmanns Donald Trump, der mit Protektionismus und Patriotismus warb. Seine Ziele konnte er jedoch nicht realisieren und wurde 2020 abgewählt.

USA: Politik

Die Politik der USA wird von einem Zwei-Parteien-System beherrscht: Konservative Republikaner und liberale Demokraten stehen sich zunehmend unversöhnlich gegenüber. An der Spitze des Landes steht der Präsident, der im Weißen Haus von Washington residiert. Im November 2020 wurde der Demokrat Joe Biden zum 46. Präsidenten der USA gewählt. Die Politik wird vom Kongress bestimmt, der sich aus dem Repräsentantenhaus und dem Senat zusammensetzt. Da die Vereinigten Staaten von Amerika ein föderales System sind, können die 50 Bundesstaaten viele Gesetze selbst festlegen.

Die Innenpolitik der USA wird von zahlreichen Konflikten dominiert, unter anderem bei Fragen um das Recht auf privaten Waffenbesitz und auf weibliche Selbstbestimmung. Beim Klimaschutz belegt der Staat regelmäßig einen der letzten Plätze weltweit. Versuche des Wandels stoßen in der Regel auf heftige Gegenwehr der von fossiler Energie abhängigen amerikanischen Großkonzerne.

USA: Bevölkerung und Sprache

Durch jahrhundertelange Einwanderung ist die heutige Bevölkerung der USA ein Schmelztiegel der Nationen. Die wichtigsten ethnischen Gruppen im Überblick (Stand 2019):

RangEthnie (nach eigenen Angaben)Prozent
1Weiß60,4
2Hispanic / Latino18,3
3Schwarz13,4
4Asiatisch5,9
5Amerikanische Ureinwohner1,3

Wichtigste Sprache der USA ist Englisch. Durch Einwanderung aus Lateinamerikaner hat sich Spanisch zu einer wichtigen Zweitsprache mit rund 37,4 Millionen Sprechern entwickelt. In den Reservaten der Ureinwohner sind die jeweiligen Sprachen Amtssprache. Der Bundesstaat South Dakota hat Sioux als zweite Amtssprache neben Englisch sogar im ganzen Staat festgelegt.

USA: Geografie und Städte

Die Geografie der USA ist aufgrund der Ausdehnung des Landes sehr vielfältig und reicht vom tropischen Florida im Süden bis zu den schneebedeckten Gletscherlandschaften von Alaska. Im Osten und Westen ist der Staat von den Gebirgsketten der Appalachen und der Rocky Mountains durchzogen. Dazwischen erstrecken sich die Great Plains des Mittleren Westens. Höchster Berg des Landes ist der 6.190 Meter hohe Denali in Alaska.

82 Prozent der amerikanischen Bevölkerung leben in städtischen Regionen. Die größten Städte der USA im Überblick (Stand 2016):

RangStadtEinwohnerzahl
1New York City8.537.673
2Los Angeles3.976.322
3Chicago2.704.958
4Houston2.303.482
5Phoenix1.615.017

Im wirtschaftlich starken Ballungsgebiet um die Metropole New York leben insgesamt über 20 Millionen Menschen.

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