Hinrichtung in Texas

US-Knast: Coronavirus rettete Häftling das Leben - nach Lockerungen stirbt er umgehend

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Am Mittwoch verstarb ein 45-jähriger Häftling in einem Gefängnis im amerikanischen Texas. Zuvor hatte ihm das Coronavirus noch das Leben gerettet. 

  • Am Mittwoch verstarb ein 45-jähriger Häftling in einem US-Gefängnis.
  • Er verlor sein Leben nicht auf natürliche Art und Weise.
  • Zuvor hatte ihm das Coronavirus noch für kurze Zeit das Leben gerettet.

Huntsville - Seine Anwälte hatten nochmal alles versucht. Versucht seinen sicheren Tod mit einem Antrag beim Obersten Gericht der USA zu verhindern. Am Ende war alles vergeblich.

Am Mittwoch, dem 8. Juli, verstarb der 45-jährige Häftling Billy Joe Wardlow. Er wurde im Gefängnis von Huntsville (Texas) per Giftspritze getötet, wie die Verwaltung des US-Knasts mitteilte. Nach mehrmonatiger Corona-Pause werden im US-Bundesstaat Texas seit kurzem Hinrichtungen wieder durchgeführt. Laut dem Nachrichtensender CBS soll Wardlow keine letzten Worte gesprochen haben. Er habe nur genickt und ein breites Lächeln aufgesetzt. 

Texas: Coronavirus rettet Häftling erst das Leben - wenig später stirbt er dennoch

Der 45-Jährige - dessen Hinrichtung eigentlich bereits am 29. April hätte stattfinden sollen, wegen des Coronavirus-Ausbruch* aber auf unbestimmte Zeit verschoben wurde - wurde wegen der Ermordung des 82-jährigen Carl Cole während eines Raubüberfalls im Jahr 1993 zum Tode verurteilt.

Der damals 18-Jährige hatte versucht, einen Truck in einem kleinen Dorf im Nordosten Texas zu stehlen. Dabei kam es zum schrecklichen Unglück. Als der Besitzer des Trucks, Carl Cole, nach Wardlows Arm griff, schoss der 18-Jährige auf den alten Mann -  und tötete ihn mit einem Schuss zwischen die Augen. Der Täter sagte später im Prozess aus, dass er Cole nur einschüchtern, aber niemals töten wollte. Die Jury sah den Fall anders und verurteilte ihn zum Tode, da von ihm auch in Zukunft Gefahr ausgehen könne. 

US-Häftling wird in Texas hingerichtet - zuvor darf er dank Corona weiterleben

Der Fall hatte in den USA für Aufsehen gesorgt. Wardlow hatte beim Obersten Gerichtshof per Petition auf die Aussetzung seiner Hinrichtung appelliert - ohne Erfolg. Zentrale These der Anfrage: Da bei jungen Erwachsenen das Gehirn noch nicht voll entwickelt ist, könne es in Stressmomenten zu Kurzschlussreaktionen kommen. Eben wie beim damals 18-jährigen Wardlow. 

Im US-Bundesstaat Texas wurden seit Anfang Februar Exekutionen ausgesetzt, da es bei Hinrichtungen in der Regel zu großen Menschenansammlungen kommen kann. Wärter, Anwälte, Zeugen und auch Verwandte könnten vor Ort sein.

Im Bundesstaat Missouri wurde bereits am 19. Mai ein Häftling hingerichtet. Dies war die erste Hinrichtung in den USA, seit sich das Coronavirus dort stark ausgebreitet hatte. *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digitlal-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Texas Department of Criminal Justice

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