US-Flugzeuge bombardieren Nadschaf

- London/Nadschaf - US-Kampfflugzeuge haben in der Nacht zum Freitag Ziele in der irakischen Pilgerstadt Nadschaf bombardiert. Wie der britische Fernsehsender BBC weiter berichtete, wurde Nadschaf von einer Serie schwerer Explosionen erschüttert.

Im arabischen Nachrichtensender El Dschasira war auch von heftigem Artilleriebeschuss die Rede. In der Imam-Ali-Moschee in Nadschaf hat sich el Sadr mit seinen bewaffneten Anhängern verschanzt.

Laut El Dschasira forderte El Sadr seine Anhänger am Donnerstagabend auf, den Schlüssel zum Heiligen Schrein (Mausoleum) des Imams Ali in der gleichnamigen Moschee in Nadschaf an die schiitischen Religionsgelehrten der Stadt zu übergeben. Dies sagte ein Sprecher des Predigers dem Sender.

Zuvor hatte der irakische Ministerpräsident Ijad Allawi dem Prediger eine letzte Frist gesetzt. «Das ist die letzte Aufforderung zur Entwaffnung und zur Räumung des heiligen Schreins», sagte Allawi am Donnerstag in Bagdad. Anstatt Krieg zu führen, solle Sadr die Meinung anderer akzeptieren und am Aufbau einer pluralistischen Demokratie teilnehmen. Es gebe viel Platz für El Sadr, um am politischen Prozess teilzunehmen.

Allawi wollte sich nicht zu einem zeitlichen Ultimatum an El Sadr äußern. «Wir müssen bald eine Lösung haben. Und wir werden alle friedlichen Mittel ausschöpfen, um den heiligen Schrein zu schützten», sagte er. Allawi stellte außerdem klar, dass bewaffnete Milizen im Irak nicht geduldet würden.

Laut El Dschasira haben Aufständische in der südirakischen Stadt Basra das Gelände der staatlichen Ölgesellschaft mit Panzerfäusten beschossen. Daraufhin war ein großes Feuer in dem Gebäude ausgebrochen.

Eine Mitarbeiterin des US-Nachrichtensenders CNN berichtete aus der Imam-Ali-Moschee, die den Schiiten heilig ist, dort hielten sich viele Kämpfer El Sadrs, aber auch Frauen und Kinder auf. Die Umgebung der Moschee biete ein Bild der Zerstörung. Auch zwei Minarette der Moschee seien leicht beschädigt. Ein dpa-Mitarbeiter sah, wie auf Hausdächern rund um die Moschee Kämpfer der «Mahdi-Armee» in Stellung gingen.

Ziel der Regierung sei es, die Moschee zu befreien und «allen eine Lektion zu erteilen, die außerhalb des Gesetzes stehen, damit sie auf den rechten Weg zurückkehren», sagte Staatsminister Kasim Dawud in Nadschaf. 

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