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Uvalde: Mutter rettet ihre Kinder vor Schul-Massaker und klagt an - „Polizei stand nur herum“

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Von: Christoph Gschoßmann

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Sie griffen nicht rechtzeitig ein - eine Mutter schon: Polizisten und Spezialkräfte beim Massaker von Uvalde.
Sie griffen nicht rechtzeitig ein - eine Mutter schon: Polizisten und Spezialkräfte beim Massaker von Uvalde. © Dario Lopez-Mills/dpa

Eine Mutter hat ihre Kinder durch ihr beherztes Eingreifen womöglich vor dem Tod beim Amoklauf von Uvalde bewahrt. Die Polizei steht massiv unter Druck.

München/Uvalde - Der Amoklauf von Uvalde erschüttert die USA. Auch Fassungslosigkeit über die Polizei herrscht mittlerweile - die Beamten hätten wohl eine Stunde lang eingreifen können, aber zögerten zu lange. Nun sind 19 Kinder und zwei Lehrerinnen tot. Eine Mutter dagegen griff auch ohne Hilfe der Polizei beherzt ein - und rettete so womöglich das Leben ihrer Kinder.

Die Mutter Angeli Rose Gomez hörte vom Amoklauf an der Schule ihrer beiden Kinder und fuhr prompt die 60 Kilometer dorthin. Ihre Kinder besuchen die zweite und dritte Klasse. Sie kam dort an und sah, wie die Beamten das Gebäude umstellten - aber nicht mehr taten.

Mutter rettet ihre Kinder vor Massaker: Polizei „stand bloß vor dem Zaun herum“

„Sie standen bloß vor dem Zaun herum“, so die Zweifach-Mutter gegenüber dem Wall Street Journal. Gomez weiter: „Die gingen weder rein, noch rannten sie irgendwo hin.“

Die Polizisten kämpften nicht gegen den Amokläufer - sondern gegen die Eltern. Sie setzten sogar Pfefferspray ein, um aufgebrachte Eltern zurückzuhalten, die vehement forderten, dass die Polizei eingreifen sollte. Auch Gomez wurden Handschellen angelegt. Doch davon ließ sie sich nicht unterkriegen. Sie befreite sich und schlich sich davon. Gomez sprang über den Schulzaun und holte ihre Kinder vom Schulgelände, während der Attentäter Salvador Ramos (†18) dort noch drin war. Gomez‘ Heldenmut und unerschütterliche Mutterliebe wird in den USA gefeiert.

Miah Cello (11) überlebte den Amoklauf - sie beschmierte sich mit dem Blut eines anderen Kinds

Die Polizei steht nach ihrem mutmaßlichen Fehlverhalten massiv unter Druck. Auch die kleine Miah Cello (11), die den Amoklauf im Klassenzimmer überlebte, weil sie sich tot stellte und mit dem Blut einer Mitschülerin beschmierte, um diesen Eindruck vor dem Attentäter zu verstärken, klagte die Polizei vorm Mikrofon von CNN an. „Warum sind sie nicht reingekommen, warum haben sie uns nicht gerettet?“, fragte sie weinend.

Cello hatte während des Amoklaufs mit dem Handy der erschossenen Lehrerin den Notruf gewählt. „Bitte kommt, bitte kommt“, hatte sie die Zentrale angefleht. Seit dem Massaker fallen ihr die Haare aus. Die Polizei hat zugegeben, falsch gehandelt zu haben. Das macht die Kinder von Uvalde leider auch nicht mehr lebendig. (cg)

Die Familie einer der Lehrerinnen von Uvalde erlebt nun eine weitere Tragödie. Ein Ehemann stirbt „aus Trauer“ an Herzversagen.

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