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Ja, richtig: Termin für den Valentinstag ist der 14. Februar 2018.

Nicht die Blumenhändler haben ihn erfunden

Valentinstag: Kannten Sie eigentlich die Herkunft des Brauchs?

Woher kommt eigentlich der Valentinstag? Was ist die Bedeutung? Und was sind die Geschenke, die sich über die Zeit entwickelten? 

München – Rote Herzen in den Schaufenstern der Juweliere, der Confiserien und der Blumenläden verkünden es schon lang: „Am 14. Februar ist Valentinstag“. Ein Datum, das sich viele Männer dick im Kalender markiert haben. Denn sie wollen keinesfalls vergessen, der Dame ihres Herzens Pretiosen, Blumen oder Süßigkeiten zu schenken. 

Valentinstag: Brauch geht zurück bis in die Antike

Der heilige Valentin gilt gemeinhin als Schutzpatron der Liebenden. Paare wurden für ein Jahr verbandelt Der Brauch, an dem nach ihm benannten 14. Februar Blumen zu verschenken, geht zurück bis in die Antike – auf den Gedenktag für die heidnische Göttin Juno, die als die Schützerin von Ehe und Familie galt. Ihr wurden beim so genannten Lupercalia-Fest am 14. Februar Blumen geopfert, und Paare wurden per Lotterie für ein Jahr verbandelt. Für Valentin dagegen war dieser Tag kein Glückstag. Viel mehr jährt sich heute zum 1735. Mal seine so gar nicht romantische Enthauptung. 

Im Mittelalter passte der Klerus Feiertage und Bräuche an den christlichen Glauben an. Und weil der 14. Februar mit dem Tag des Märtyrertodes des heiligen italienischen Bischofs Valentin von Terni fast identisch war, benannte man die Kirche nach diesem. Später rankten die Menschen um ihn Legenden, nach denen er Liebespaaren Blumen geschenkt und Soldaten geraten habe, bei den Frauen zu bleiben, anstatt in den Krieg zu ziehen. 

Valentinstag: Blumen kamen erst später hinzu

Schon seit Jahrhunderten ist es in England Usus, sich an „Valentines“ Karten mit Liebesgedichten zu schenken. Blumen kamen erst später hinzu. Auswanderer nahmen die lieb gewordene Sitte mit in die schöne neue Welt, nach Amerika. Wie so vieles schwappte auch dieser Brauch über den großen Teich nach Deutschland, allerdings erst nach dem Zweiten Weltkrieg, durch die amerikanischen Soldaten. 1950 wurde in Nürnberg der erste „Valentinsball“ veranstaltet und der Valentinstag war eingeführt. Doch der Heilige ist auch für ein Gebrechen zuständig und dafür in Deutschland schon von Alters her bekannt: Seit dem Mittelalter verehrt man ihn als Schutzpatron gegen Epilepsie. Allerdings, so fand Gerhard Kluger, Kinderarzt in Vogtareuth bei Rosenheim und Freizeit-Valentinsforscher, heraus, kam er zu dieser Ehre völlig ohne eigenes Zutun. 

„Weil das, was ähnlich klingt, im Volksmund auch ähnliches bedeutet, wurde Valentin – Fall net hin – zum Schutzpatron gegen die fallende Krankheit“, so Kluger. Die Epilepsie wurde früher so genannt, auch „Valentinsplage“ war ein gebräuchlicher Ausdruck dafür. Als Gegenmittel diente der Beifuß, in vielen Gegenden als Valentinskraut bekannt. 

Stoffmützen mit dem Abbild des Sankt Valentin, so genannte Fraisenhäubchen, sollten Säuglinge vor fiebrigen Krämpfen schützen. Im Alpenraum ist „Fraisen“ ein gebräuchlicher Begriff für epileptische Anfälle. Leidet man darunter ist man „in d’ Froas g’falln“. 30 Mal Valentinus in den Heiligenregistern Mindestens 30 Mal hat Kluger bei seinen Nachforschungen den Namen Valentinus in den Heiligenregistern gefunden. Halbwegs verbürgt sei jedoch nur die Existenz des Valentin von Rätien, einem der Bistumspatrone von Passau, dessen Gedenktag jedoch auf den 7. Januar fällt, und des Valentin von Terni, auf den der heutige Valentinstag zurückgeht. Aus dem kirchlichen Heiligenkalender wurde Valentin 1970 gestrichen. Doch das tut seinem Bekanntheitsgrad keinen Abbruch. Blumengeschäfte und Süßwarenläden werden auch heute wieder Hochkonjunktur haben und für die Epilepsiekranken gilt, was Kluger sagt: „Auch in der modernen Medizin ist wissenschaftlich belegt, dass Glaube für das Gesundsein wichtig ist.“

Anna Brückner

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