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Valneva: Corona-Totimpfstoff vor dem EU-Aus! Kommission will Vertrag kündigen - aber Geld wäre futsch

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Von: Marcus Giebel

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Vor dem Valneva-Schriftzug halten Hände eine Spritze und eine Impfdosis
Warten auf Valneva: Womöglich wird der Totimpfstoff gegen Covid-19 in der EU nie zugelassen. © IMAGO / ZUMA Wire

Die EU hat sich bereits 60 Millionen Dosen des Corona-Totimpfstoffs von Valneva gesichert. Nun aber soll der Vertrag gekündigt werden. Das Unternehmen gibt nicht auf. 

München - Valneva weiß, wie wichtig die eigene Arbeit, die tägliche Forschung ist. Gerade in der Corona-Krise. Auf der eigenen Homepage wirbt das französisch-österreichische Unternehmen unübersehbar mit dem Slogan: „Impfstoffe entwickeln, für ein besseres Leben“.

Auch gegen Covid-19 brachte der Konzern mittlerweile ein Vakzin auf den Markt. Einen Totimpfstoff, auf den gerade viele Bürger hofften, die sich mit den bereits vor mehr als einem Jahr zugelassenen Vektor- oder mRNA-Impfstoffen nicht so wirklich anfreunden können.

Corona-Totimpfstoff von Valneva: EU-Kommission will Vorabkaufvertrag kündigen

Genau da aber liegt das Problem für Valneva. Das eigene Vakzin hat in der EU noch immer keine Marktzulassung von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) erhalten. Und das könnte nun unliebsame Folgen haben. Wie der Konzern mit Sitz im nordwestfranzösischen Saint-Herblain bei Nantes erklärt, beabsichtigt die EU-Kommission, „den Vorabkaufvertrag für Valnevas inaktivierten COVID-19-Ganzvirus-Impfstoffkandidaten VLA2001 zu kündigen“.

Dabei geht es um die Bestellung von 60 Millionen Dosen. Die geschlossene Vereinbarung räumt der EU-Kommission demnach das Recht auf Kündigung ein, wenn die EMA nicht bis zum 30. April 2022 grünes Licht gibt. Seit dem 13. Mai 2022 hat Valneva eigenen Angaben zufolge 30 Tage Zeit, „um eine Marktzulassung zu erhalten oder akzeptable Maßnahmen zur Nachbesserung vorzuschlagen“.

Valneva und der Corona-Totimpfstoff: VLA2001 soll an interessierte Länder gehen

Der Konzern kündigt eine Zusammenarbeit „mit der Europäischen Kommission und den teilnehmenden Mitgliedsstaaten“ an. Letztlich solle VLA2001 den weiterhin interessierten EU-Ländern zur Verfügung gestellt werden.

Geschäftsführer Thomas Lingelbach erklärte: „Die Entscheidung der Europäischen Kommission ist bedauerlich, zumal wir weiterhin Nachrichten von Europäern erhalten, die sich eine traditionellere Impfstofflösung wünschen. Wir haben einen Dialog mit den Mitgliedsstaaten begonnen, die an unserem inaktivierten Ansatz interessiert sind.“

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Valnevas Totimpfstoff gegen Covid-19: Bedingte Zulassung in Großbritannien erteilt

Valneva plane, „das bestehende Impfstoffangebot durch einen inaktivierten Ganzvirus-Ansatz“ zu ergänzen. Bislang hat das Vakzin eine bedingte Marktzulassung in Großbritannien zu verzeichnen, dazu Notfallgenehmigungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Bahrain.

Vom Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der EMA habe das Unternehmen eine Liste mit weiteren Fragen erhalten. Die Antworten seien am 2. Mai 2022 zurückgesendet worden. Akzeptiere die CHMP diese Reaktion, rechnet Valneva „spätestens im Juni 2022“ mit einer Stellungnahme.

Totimpfstoff gegen Covid-19 von Valneca: EU würde bei Kündigung kein Geld zurückbekommen

Zugleich weist der Konzern darauf hin, auch bei einer Vorabkündigung seitens der EU müssten die bereits erhaltenen Zahlungen nicht zurücküberwiesen werden, „da Valneva den vollen Betrag dieser Anzahlungen bereits verwendet oder zugesagt hat und der Vorabkaufvertrag unter diesen Umständen keine Rückerstattung dieser Zahlungen vorsieht“. Wie viel Geld schon geflossen ist, wird aber nicht verraten.

In der EU sind bislang fünf Impfstoffe gegen Covid-19 zugelassen: die von Biontech, Astrazeneca, Moderna, Johnson & Johnson und Novavax. Knapp vier Milliarden Dosen wurden im Zuge der Pandemie bereits bestellt. Valneva wird als „Vakzin mit inaktivierten Viren“ gelistet, das sich noch in der Entwicklung befinde. Einer fortlaufenden Überprüfung durch die EMA werde der Protein-Impfstoff von Sanofi-GSK unterzogen - hiervon wurden bereits 300 Millionen Dosen geordert. Auch hier ist aber offenbar weiter Geduld gefragt. (mg)

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