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Polizeibeamte der Spurensicherung sammeln in Neumünster Beweise.

Sohn gesteht Mord an Vater - Motiv noch unklar

Neumünster - Der 15-jährige Tatverdächtige hat den Mord an seinem Vater gestanden. Laut Staatsanwaltschaft ist das Motiv des Jugendlichen weiterhin unklar.

Ein 15-Jähriger hat am Montag gestanden, seinen 39 Jahre alten Vater in Neumünster umgebracht zu haben. Allerdings fehle noch ein schlüssiges Motiv, sagte Michael Bimler von der Staatsanwaltschaft Kiel. Es werde weiter ermittelt.

Sohn und Vater lebten allein in einer Wohung eines Mehrfamilienhauses. Vor dem gelb geklinkerten Gebäude in Neumünster-Gadeland stehen Mittelklasseautos, im Hausflur hängt die Hausordnung. Ein Steuerberater hat hier sein Büro. Doch der Anschein von Normalität trügt: In einer der Wohnungen hatten Beamte die Leiche des 39-jährigen Vaters in der Nacht zum Sonnabend gefunden. Gegen den Sohn erging Haftbefehl wegen Mordverdachts. Er kam in die Jugendarrestanstalt Schleswig.

Wie der Vater ums Leben kam, wollten die Ermittler nicht sagen. “Wir machen keine Angaben zum Tatgeschehen, der Junge ist erst 15 Jahre alt“, sagte Bimler. Die Polizei habe bisher keine Erkenntnisse, dass ein heftiger Streit zur Tat geführt haben könnte, ergänzte Polizeisprecherin Tanja Emmen. Man ermittle jetzt im Umfeld der Familie, befrage Nachbarn, Verwandte und Bekannte. Dadurch erhoffe sich die Polizei Aufschluss über ein mögliches Motiv zu erhalten.

Der Vater ist laut Obduktionsbericht durch massive Gewalteinwirkung gestorben, heißt es nur. Ein Mann, der in dem Mehrfamilienhaus gearbeitet hat, aber nicht mit Namen genannt werden möchte, sagte, der Hausflur sei voller Blut gewesen - “Tür, Wände, Boden“.

Mit den Medien, die am Montag den Tatort besuchten, wollten die meisten Nachbarn nicht sprechen. “Ich weiß, ihr macht nur euren Job, aber ich möchte nichts sagen“, rief ein junger Mann die Treppe runter. Der Steuerberater sagt, der Sohn sei ihm etwas öfter begegnet als der Vater, man habe sich gegrüßt, mehr nicht. Er sei unscheinbar gewesen und ihm nicht weiter aufgefallen. Auch polizeilich seien sie noch nicht auffällig gewesen, sagte Bimler.

Nachbarn hatten in der Nacht zum Sonnabend Hilferufe gehört und die Polizei alarmiert. Die Beamten fanden den toten Mann nach Angaben der Polizei im Eingangsbereich der Wohnung, der Sohn wurde noch am Ort als Tatverdächtiger festgenommen.

dpa

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