Lebensgefahr! Heute nicht an Isar aufhalten - selbst wenn es nicht regnet

Lebensgefahr! Heute nicht an Isar aufhalten - selbst wenn es nicht regnet
+
Ein Beamter der Spurensicherung fotografiert im Oktober 2014 in Maintal den Ort, wo die Leichen des Ehepaares entdeckt wurden.

Streit um Mietschulden

Vater und Sohn töten Vermieter: Freispruch

Hanau - Im Zweifel für den Angeklagten - mit dieser Begründung sind zwei Männer in Hanau freigesprochen worden. Sie hatten ihre Vermieter getötet, beriefen sich aber letztlich erfolgreich auf Notwehr.

Gut ein Jahr nach dem gewaltsamen Tod eines Ehepaares in Hessen hat das Landgericht Hanau die beiden Angeklagten freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte einem 61 Jahre alten Mann und seinem 30-jährigen Sohn Mord beziehungsweise Totschlag vorgeworfen. Die beiden hatten zwar eingeräumt, das Vermieter-Paar im Juni 2014 in Maintal getötet zu haben, beriefen sich aber auf Notwehr. Die Version der beiden Männer sei nicht zu widerlegen gewesen, sagte der Vorsitzende Richter Peter Graßmück am Mittwoch. Im Zweifel müsse daher für die Angeklagten entschieden werden.

Unmittelbar nach dem Freispruch kam es zu Tumulten im Gerichtssaal, Angehörige der Opfer machten ihrem Unmut lautstark Luft. Die Urteilsbegründung wurde unterbrochen. Polizeibeamte kamen herbei, um die Situation zu beruhigen.

Der Tat auf einem früheren Reiterhof in Maintal soll ein handfester Streit um Mietschulden vorausgegangen sein. Der 30-Jährige hatte erklärt, dass er von dem 57-jährigen Vermieter mit einem Messer angegriffen worden sei. Er habe sich zur Wehr gesetzt und aus Angst um sein Leben immer wieder zugestochen. Insgesamt waren 17 Messerstiche an der Leiche gezählt worden. Das Gericht erkannte in diesem Fall auf Notwehr.

Dem 61-jährigen Vater gestanden die Richter Nothilfe zu. Er hatte nach Darstellung der Verteidigung in den Kampf eingegriffen. Die Frau des Vermieterpaares habe seinen Sohn mit einem Beil attackiert. Als der Vater auch von den Hunden des Paares angegriffen worden sei, habe er die Schüsse abgefeuert. Das Gericht ging in seiner Urteilsbegründung von einem tödlichen Schuss aus, der aus zwei Metern Entfernung abgegeben worden sei.

Aus Angst, dass ihnen niemand diesen Tatablauf glaube, hätten sie die Leichen dann versteckt und Spuren verwischt, hatten die beiden Angeklagten im Prozess erklärt. Die Leichen waren erst nach langer Suche unter einem Misthaufen gefunden worden.

Der Haftbefehl gegen die Angeklagten wurde aufgehoben, sie kamen auf freien Fuß. Die Staatsanwaltschaft kündigte Revision gegen das Urteil an: Nun wird sich der Bundesgerichtshof mit dem Fall befassen müssen.

Oberstaatsanwalt Jürgen Heinze war in seinem Plädoyer von einem Verdeckungsmord ausgegangen. Der 61-jährige Angeklagte habe die Frau erschossen, nachdem sein Sohn ihren Ehemann zuvor umgebracht habe. Er hatte eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes für den Vater und siebeneinhalb Jahre Haft wegen Totschlags für den Sohn gefordert. Die Nebenklagevertreter hatten für beide Angeklagte eine Verurteilung wegen gemeinschaftlichen Mordes verlangt. Die Verteidiger der beiden hatten auf Freispruch plädiert.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wie sind diese Seen entstanden? 
Im Salzburger Land haben sich zwei neue Seen in die Landschaft eingegraben. Doch wie kam es dazu?
Wie sind diese Seen entstanden? 
Millionenschaden in Mainzer Universitätsklinik
Im Mai 2017 wurden 24 Endoskopiegeräte aus der Mainzer Universitätsklinik entwendet. Ein Diebstahl auf Bestellung? 
Millionenschaden in Mainzer Universitätsklinik
Überschwemmungskatastrophe: Zahl der Opfer auf 400 gestiegen
Im westafrikanischen Sierra Leone ist es zu einer schweren Überschwemmungskatastrophe gekommen. Nun ist die Zahl der Opfer auf 400 gestiegen.
Überschwemmungskatastrophe: Zahl der Opfer auf 400 gestiegen
„Yoko Mono Bar“ muss nach 17 Jahren ihren Namen ändern
Nach 17 Jahren muss eine Hamburger Bar ihren Namen ändern. Der Grund: die Nähe zum Namen der John-Lennon-Witwe. 
„Yoko Mono Bar“ muss nach 17 Jahren ihren Namen ändern

Kommentare