Vegetarier hat Anspruch auf Gemüse im Knast

Straßburg - Ein Vegetarier hat auch im Gefängnis Anspruch auf fleischlose Kost. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte sprach nun ein Urteil.

Die polnischen Behörden haben diese Forderung eines inhaftierten Buddhisten missachtet. Deshalb hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte am Dienstag die Regierung in Warschau zu einem Schmerzensgeld von 3000 Euro verurteilt.

Die vegetarische Kost gehöre zur Religion des 45-jährigen Polen. Deshalb sei die Ablehnung der polnischen Gefängnisleitung in Goleniów ein Verstoß gegen die Religionsfreiheit, befanden die Richter. Der Beschwerdeführer hatte angegeben, er habe die Fleisch-Mahlzeiten nicht ablehnen können, da dies als Hungerstreik interpretiert worden wäre und disziplinarische Folgen gehabt hätte. Er verbüßt seit 2003 eine achtjährige Haftstrafe wegen Vergewaltigung.

dpa

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