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Mit Fingerabdruck-Scannern in Supermärkten will die Regierung in Venezuela gegen Schmuggel kämpfen.

Kampf gegen Schmuggler

Venezuela:  Fingerabdruck-Scanner im Supermarkt

München - In allen Supermärkten Venezuelas sollen künftig Fingerabdruck-Scanner an den Kassen stehen.

Staatspräsident Nicolás Maduro erklärte, die Scanner seien ein "Segen" im Kampf gegen den Schmuggel günstiger Lebensmittel aus Venezuela in die Nachbarstaaten. "Das biometrische System wird perfekt sein", kündigte er an. Mit den Scannern soll festgestellt werden, ob einzelne Bürger ungewöhnlich häufig und viel einkaufen. Dahinter steht der Verdacht, dass die Käufer die Produkte außer Landes schmuggeln und dort zu höheren Preisen weiterverkaufen.

Staatliche Preiskontrollen sorgen in Venezuela dafür, dass Lebensmittel und andere Produkte des täglichen Bedarfs teils nur ein Zehntel so viel kosten wie in den Nachbarstaaten. Maduro führt die grassierende Lebensmittelknappheit darauf zurück, dass in großem Stil günstige Produkte aus Venezuela herausgeschmuggelt werden, insbesondere nach Kolumbien. Seit kurzem schließt Venezuela jede Nacht die 2200 Kilometer lange Grenze zwischen beiden Ländern.

Oppositionspolitiker kritisierten den Scanner-Plan scharf und verglichen ihn mit kommunistischen Rationierungsmaßnahmen. "Die Regierung kann Familien nicht einfach sagen, was sie essen sollen", sagte der oppositionelle Abgeordnete Alfonso Marquina.

Obwohl Venezuela die größten Ölreserven der Welt hat, steckt die Wirtschaft des Landes seit Langem in der Krise. Die Staatsverschuldung steigt, es gibt ständig Engpässe bei der Versorgung mit Grundnahrungsmitteln und anderen wichtigen Gütern. Die Inflation stand aufs Jahr gerechnet zuletzt bei 60 Prozent - seit zwei Monaten veröffentlicht die Regierung keine neuen Zahlen mehr.

AFP

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