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Der oppositionelle Oberbürgermeister der Hauptstadt Caracas, Antonio Ledezma, wurde festgenommen.

Putsch-Vorwurf in Venezuela

Geheimdienst nimmt Bürgermeister fest

Caracas - Venezuelas Sicherheitsbehörden verschärfen offenbar die Gangart gegen die Opposition. Der regimekritische Oberbürgermeister von Caracas wird festgenommen.

Agenten des venezolanischen Geheimdienstes Sebin haben den oppositionellen Oberbürgermeister der Hauptstadt Caracas, Antonio Ledezma, festgenommen. „Sie haben ihn geschlagen und ohne richterlichen Befehl festgenommen“, schrieb Ledezmas Ehefrau Mitzy am Donnerstag (Ortszeit) auf dem offiziellen Twitter-Account ihres Mannes. „Ich mache (Venezuelas Staatspräsidenten Nicolás) Maduro verantwortlich für das Leben meines Mannes“, betonte sie weiter.

Die Festnahme wurde auch vom Oppositionspolitiker Richard Blanco von Ledezmas Partei „Alianza Bravo Pueblo“ bestätigt. Ledezma sei unter Schlägen abgeführt worden. Blanco erinnerte daran, dass Ledezma von mehreren Hunderttausend Venezolanern in Caracas gewählt worden sei.

Nach lokalen Medienberichten sollen die Sebin-Agenten bei der Festnahmeaktion in die Luft geschossen haben. Eine offizielle Reaktion über die Festnahme des Politikers seitens der Behörden gab es zunächst nicht.

Ledezma hatte vor einigen Tagen eine Resolution der Opposition unterzeichnet, in der von einem möglichen Machtwechsel in dem südamerikanischen Land die Rede war. Auch die frühere Abgeordnete María Corina Machado und der seit einem Jahr inhaftierte Oppositionelle Leopoldo López hatten die Erklärung unterschrieben. Sie forderten in dem Schreiben eine nationale Übereinkunft für eine Übergangsregierung, um die derzeitige Wirtschaftskrise zu bekämpfen.

Der linkspopulistische Staatschef Maduro warf den USA erneut vor, Umsturzpläne gegen ihn und seine Regierung zu verfolgen. Er habe Beweise, dass Angehörige der US-Botschaft in Caracas am Versuch beteiligt gewesen seien, die Streitkräfte im Land zu spalten, sagte Maduro am Donnerstag (Ortszeit) in einer TV-Ansprache. Doch sei der Staatsstreich gescheitert. Madrid, Bogotá und die Exilvenezolaner in Miami (US-Staat Florida) bezeichnete er zudem als Zentrum der Konspiration gegen Venezuela.

Die USA wiesen die Vorwürfe Maduros umgehend als „haltlos und falsch“ zurück. Außenamtssprecherin Jen Psaki sagte, dass die Regierung in Caracas zwar regelmäßig die USA oder andere Staaten wegen der Lage in Venezuela beschuldige. Jedoch müsse die venezolanische Regierung selber mir der „schwierigen Situation“ umgehen.

Maduro hatte in den vergangenen Wochen immer wieder von Umsturzplänen und Attentatsvorhaben auf ihn gesprochen. Erst vor wenigen Tagen waren mehrere Angehörige der Luftwaffe wegen mutmaßlicher Beteiligung an Putschplänen festgenommen worden. Das ölreiche Venezuela ist in einer Rezession und leidet erheblich unter den sinkenden Ölpreisen. Die Inflation belief sich 2014 auf mehr als 60 Prozent.

dpa

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