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Bei einer Gefängnismeuterei in Venezuela sind viele Menschen gestorben.

Soldaten stürmten Haftanstalt

Venezuela: Viele Tote bei Meuterei im Gefängnis

Caracas - Soldaten stürmen auf der Suche nach eingeschmuggelten Waffen ein Gefängnis in Venezuela. Es kommt zu einem Blutbad, viele Menschen sterben.

Bei einer Gefängnismeuterei sind in Venezuela vermutlich mindestens 61 Menschen ums Leben gekommen. Dies berichteten die venezolanischen Medien am Samstagabend (Ortszeit), fast eineinhalb Tage nach dem Zusammenstoß zwischen Soldaten und Häftlingen in der Haftanstalt in Uribana (Bundesstaat Lara). Die Zahl der Verletzten wurde im Krankenhaus mit mindestens 120 angegeben. Am Samstagabend wurde erstmals eine unvollständige Liste mit den Namen der Opfer veröffentlicht.

Vize-Präsident Nicolás Maduro sprach von einem „tragischen Durcheinander“ und kündigte eine Untersuchung an. Militärs wollten ursprünglich das Gefängnis durchsuchen, um eingeschmuggelte Waffen zu beschlagnahmen und um Machtkämpfe zwischen rivalisierenden Banden zu beenden. Der Einsatz der Soldaten begann am Freitagmorgen. Als die Nationalgarde mit der Aktion begann, wurde sie von den Anführern der Banden angegriffen. Zwei Stunden nach Beginn des Einsatzes waren nach Medienangaben Detonationen in dem Gefängnis zu hören. Es sollen Granaten explodiert sein.

Die für Vollzugsanstalten zuständige Ministerin Iris Varela machte den oppositionellen TV-Sender Globovision, soziale Netzwerke im Internet und die Web-Seite der Tageszeitung „El Impulso“ für den Gewaltausbruch mitverantwortlich. Deren Ankündigung über die Durchsuchungsaktion sei am Freitag „ein Zünder für die Gewalt“ gewesen, die dann zur Meuterei geführt habe.

Der Oppositionspolitiker Henrique Capriles Radonski warf der Regierung vor, sie sei unfähig, die Lage in den Gefängnissen zu kontrollieren. „Wie viele Tote muss es noch geben, bis die Regierung ihr Scheitern anerkennt und es Änderungen gibt?“, fragte er.

In Venezuela kommt es in den oft überfüllten Gefängnissen immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen. Oft handelt es sich dabei um Abrechnungen zwischen rivalisierenden Banden. Die Waffen werden meist von Besuchern oder bestochenen Wärtern in die Haftanstalten geschmuggelt. Im vergangenen August waren in dem Gefängnis Yare I der Stadt Guatire bei Caracas 25 Häftlinge bei blutigen Kämpfen zwischen Gangs ums Leben gekommen.

dpa

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