+
Beamte der Mobilen Kontroll- und Überwachungseinheit (MKÜ) der Bundespolizei kontrollieren Fahrzeuge. Seit Wiedereinführung der Grenzkontrollen fallen immer häufiger illegale Tiertransporte auf. Foto: Patrick Seeger/Archiv

Zunehmend illegale Tiertransporte an deutschen Grenzen

Seit die Bundesregierung im September 2015 wieder Grenzkontrollen eingeführt hat, fliegen immer häufiger illegale Tiertransporte auf. Die Tierheime an Bayerns Grenzen stellt die finanzielle Belastung vor enorme Herausforderungen.

Osnabrück/München (dpa) - An den deutschen Grenzen fallen nach Beobachtung des Tierschutzbundes seit Wiedereinführung der Grenzkontrollen immer häufiger illegale Tiertransporte auf.

"Die Tierheime entlang der Grenze und speziell in Bayern sind voll. Die Entwicklung ist besorgniserregend", sagte der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montag).

Allein im ersten Halbjahr 2016 seien mehr als 350 Welpen bei Kontrollen entdeckt und an Tierheime weitergegeben worden. Dies seien bereits jetzt mehr als im gesamten Jahr 2015, zitiert die Zeitung den Verbandspräsidenten. Hinzu kämen Exoten wie Vögel oder Schildkröten, die immer wieder über die Grenze geschmuggelt werden sollten.

Das stelle die Tierheime in Grenznähe vor enorme Probleme, mit denen sie aber allein gelassen würden, kritisierte Schröder. "Pro Welpe kommen schnell 1500 Euro zusammen", wird Schröder von der Zeitung zitiert. Es sei auch nicht zielführend, dass die zuständigen Landkreise sämtliche Kosten alleine übernehmen müssten. Der bayerischen Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) warf er vor, hier jede Hilfe zu verweigern.

Das bayerische Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz verwies am Montag auf die Zuständigkeiten. Für die Unterbringung und Pflege von Fundtieren und gefährlichen Tieren seien grundsätzlich die Gemeinden verantwortlich, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Die Unterbringung von Welpen aus tierschutzwidrigen Transporten sei Aufgabe der jeweiligen Kreisverwaltung.

Für die Zukunft plant das Ministerium eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit gegen den Kauf von Welpen, die nicht aus seriösen Zuchten stammen. "Illegaler Tierhandel ist nicht akzeptabel. Um illegalen Tierhändlern das Handwerk zu legen, muss mit der Härte des Gesetzes durchgegriffen werden", sagte Ministerin Scharf.

Im September 2015 hatte die Bundesregierung unter dem Eindruck der Flüchtlingskrise die Grenzkontrollen wieder eingeführt. Hauptsächlich greift die Maßnahme nach Angaben des Bundesinnenministeriums an der deutsch-österreichischen Grenze.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Familie bei Unfall getötet: Lastwagenfahrer freigesprochen
Freispruch für einen LKW-Fahrer, der bei einem Unfall eine dreiköpfige Familie getötet hatte - dem Mann kann kein Versagen nachgewiesen werden. Die Ursache des Crashs …
Familie bei Unfall getötet: Lastwagenfahrer freigesprochen
Große Störung am Amsterdamer Flughafen
Bei Zwischenlandungen oder Abflügen in Amsterdam sollte man heute eine Menge Zeit mitbringen: Wegen eines technischen Fehler kommt es zu Verspätungen. Viele Flüge wurden …
Große Störung am Amsterdamer Flughafen
Hells-Angels-Prozess in Köln: Alle sechs Angeklagten verurteilt
Ein Mordkomplott war es nicht. Dennoch muss der frühere Anführer der Kölner Hells Angels für mehrere Jahre ins Gefängnis. Auch die fünf anderen Angeklagten kommen nicht …
Hells-Angels-Prozess in Köln: Alle sechs Angeklagten verurteilt
„Hitler ist Gott“ - Chat zwischen Madrider Polizisten macht sprachlos
Weil sie Hitler als eine Gottheit bezeichneten, Flüchtlinge gerne ins Meer werfen würden und sich selbst als „Führer“ sehen, sind mehrere Polizeibeamte aus Spanien wohl …
„Hitler ist Gott“ - Chat zwischen Madrider Polizisten macht sprachlos

Kommentare