+
Verbraucherschützer haben in Modeschmuck vermehrt gesundheitsschädliches Blei und Cadmium gefunden. Foto: Uwe Zucchi/Symbolbild

Auch Cadmiumgehalt zu hoch

Bundesamt: Modeschmuck enthält oft zu viel Blei

Wer sich Schmuck umhängt, will gut aussehen und sich keine Gedanken um seine Gesundheit machen. Sind Kette oder Ohrring allzu günstig, können sie aber zu viele gefährliche Schwermetalle enthalten.

Berlin (dpa) - Amtliche Kontrolleure haben in mehr als jedem zehnten Modeschmuckstück zu viel gesundheitsschädliches Blei gefunden. Bei einer untersuchten Kette sei der Verschluss sogar vollständig aus Blei gefertigt gewesen, teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) mit.

Die Kontrolleure fanden in 32 von 262 Schmuckstücken Bleiwerte oberhalb des geltenden Höchstgehalts von 500 Milligramm pro Kilogramm. Bei 26 Proben war zudem der Cadmiumgehalt zu hoch.

Die Schwermetalle können ernsthaft krank machen, wenn sie über längere Zeit aufgenommen werden. Die Ergebnisse zeigten, dass billiger Modeschmuck häufig problematisch sei, sagte die Vorsitzende der Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz (LAV), Juliane Becker. Gefahr entstehe vor allem, wenn der Schmuck verschluckt werden könne. "Dann sind schwerwiegende, sogar tödliche Vergiftungen möglich." Blei kann das Nervensystem schädigen und unfruchtbar machen, Cadmium schadet unter anderem den Nieren.

Der getestete Schmuck kam etwa zur Hälfte aus Deutschland, zur anderen Hälfte wurde er importiert. BVL-Chef Helmut Tschiersky zufolge stach aber kein Land besonders hervor.

Im vergangenen Jahr hatten die Experten unter anderem herausgefunden, dass Stecker von Modeschmuck mehr allergieauslösendes Nickel als noch vor einigen Jahren enthielten. Wer empfindlich auf Nickel reagiert, solle von vornherein nickelfreien Schmuck kaufen - das müsse deklariert sein, sagte Becker.

Die Grünen im Bundestag nannten die Ergebnisse besorgniserregend. "Neben einer engmaschigen Kontrolle, ist auch die Bundesregierung gefragt", sagte Nicole Maisch, die verbraucherschutzpolitische Sprecherin der Fraktion. "Sie muss mit den Herstellern und Importeuren dafür sorgen, dass Schmuck nicht zur Gesundheitsgefahr wird." Gerade Modeschmuck, den häufig auch Kinder und Jugendliche trügen, müsse sicher sein.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Frankfurt-Preungesheim: Messerangriff auf offener Straße endet tödlich
Im Frankfurter Stadtteil Preungesheim geht ein Mann mit einem Messer auf seinen Kontrahenten los. Der Streit endet für einen der beiden tödlich.
Frankfurt-Preungesheim: Messerangriff auf offener Straße endet tödlich
Frankfurt: BMW brettert mehrere Kilometer durch Rettungsgasse - Ausrede völlig irre
Eine dreiste Aktion hat ein Autofahrer während eines Staus auf der A5 gebracht: Der Mann benutzte einfach die Rettungsgasse zum Überholen. Seine Ausrede macht wütend.
Frankfurt: BMW brettert mehrere Kilometer durch Rettungsgasse - Ausrede völlig irre
Einbruch und Juwelendiebstahl im Trump Tower
Der Trump Tower gilt als eines der sichersten Gebäude in New York. Und doch konnten Einbrecher Schmuckstücke im Wert von mehreren Hunderttausend Dollar erbeuten. Kurz …
Einbruch und Juwelendiebstahl im Trump Tower
Frei verkäufliche HIV-Selbsttests werden angenommen
Die Hemmschwelle, sich beim Hausarzt oder im Gesundheitsamt auf den Aids-Erreger HIV testen zu lassen, ist für viele Menschen groß. Entsprechend groß waren die Hoffungen …
Frei verkäufliche HIV-Selbsttests werden angenommen

Kommentare