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Nach der Verhaftung des mutmaßlichen Mörders einer jungen Frau aus Niederbayern soll der kleine Sohn des Paares bald von Spanien nach Deutschland gebracht werden.

Verbrechen in Freyung

Sohn des Tatverdächtigen bald wieder in Deutschland

Freyung - Eine junge Mutter wird getötet. Der tatverdächtige Partner flüchtet mit dem 18 Monate alten Sohn und wird in Spanien verhaftet. Der Junge soll rasch in die Heimat zurückkommen. 

Nach der Verhaftung des mutmaßlichen Mörders einer jungen Frau aus Niederbayern soll der kleine Sohn des Paares bald von Spanien nach Deutschland gebracht werden. Der 18 Monate alte Junge werde voraussichtlich in den nächsten 48 Stunden nach Deutschland zurückkehren, sagte Karl Matschiner vom Landratsamt Freyung-Grafenau am Montagnachmittag. Das zuständige Jugendgericht habe bereits das zuständige Kreisjugendamt zum Amtsvormund bestellt. Genaue Angaben über den derzeitigen Aufenthaltsort des Buben machte der Sprecher nicht.

Der Vater des Jungen aus dem Landkreis Freyung-Grafenau ist dringend tatverdächtig, seine 20 Jahre alte Partnerin getötet zu haben. Mit dem gemeinsamen Sohn war er ins Ausland geflüchtet. Am Samstag wurde der Mann im spanischen Küstenort Lloret de Mar gefasst.

Dabei hatten die Ermittler ein bizarres Tattoo bei dem Mann entdeckt. Der 22-Jährige hatte sich jüngst auf dem linken Oberarm den Namen und das Geburtsdatum des Opfers, ein Kruzifix mit dem mutmaßlichen Datum der Tötung am 27.10.2016 sowie „Gracias por todo“ („Danke für alles“) tätowieren lassen. „Dieses Tattoo könnte ein weiteres Indiz sein. Aber bevor wir den Tatverdächtigen nicht dazu vernommen haben, können wir noch keine Schlüsse ziehen“, sagte am Montag der Sprecher der Staatsanwaltschaft Passau, Walter Feiler.

Die Mutter des Opfers hatte die Leiche am 12. November in einem Mehrfamilienhaus in Freyung entdeckt - versteckt in einem Plastiksack. Sie hatte sich Sorgen gemacht, weil ihre Tochter über längere Zeit nicht zu erreichen gewesen war. Dem Obduktionsbericht zufolge war die junge Frau Opfer eines Gewaltverbrechens geworden und zum Zeitpunkt des Auffindens bereits bis zu drei Wochen tot.

Ihren Partner hatten die Ermittler rasch als dringend tatverdächtig ausgemacht. Weil sie ihn bereits im Ausland vermuteten, wurde er mit internationalem Haftbefehl gesucht.

Nach dem Leichenfund hatte der mutmaßliche Mörder mehreren Menschen aus seinem Umfeld ein Foto von sich und seinem Sohn geschickt - aus dem Ausland. Dazu schrieb er laut Polizei, er werde noch ein paar Tage Urlaub machen und sich dann stellen. Die Ermittlungen führten nach Lloret de Mar, wo spanische Spezialeinheiten den 22-Jährigen am frühen Samstagmorgen in einem Appartementhaus verhafteten. Er hatte dort unter dem Namen seines Bruders eingecheckt. Die Polizisten fanden dort auch das Fluchtauto des Mannes.

Der Tatverdächtige soll ebenfalls rasch nach Deutschland ausgeliefert werden. „Wir haben ein Rechtshilfeersuchen gestellt“, sagte Oberstaatsanwalt Feiler. Dies werde noch bis zu zwei Wochen dauern.

dpa

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