Verdächtige Transaktionen

Vatikanbank will 900 Kunden loswerden

Rom - Im Rahmen ihres Kampfes gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung hat die Vatikanbank IOR 900 ihrer Kunden aufgefordert, ihre Konten zu kündigen.

Grund sei, dass die Anleger nicht den verschärften Anforderungen des Finanzinstituts entsprächen oder verdächtige Transaktionen festgestellt worden seien, schreibt die italienische Tageszeitung „Corriere della Sera“ am Dienstag. Letzteres beträfe etwa die Konten der Botschaften von Iran, Irak und Indonesien. Deshalb sollten nun alle derartige Botschaftskonten geschlossen werden. Mit dem Konto der syrischen Botschaft sei dies schon im Juli geschehen. Nach Angaben der Zeitung wickelten zuletzt rund 20 diplomatische Vertretungen Finanzgeschäfte über den Vatikan ab.

Die Vatikanbank wollte den Bericht weder bestätigen noch dementieren. „Wir kommentieren unsere Kundenbeziehungen grundsätzlich nicht“, sagte ein Sprecher des Finanzinstituts am Dienstag auf Anfrage. Er betonte zugleich, das IOR sei mit der Überprüfung seiner Konten „voll im Plan“. Gegenwärtig kontrollieren rund zwei Dutzend Mitarbeiter der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Promontory alle Konten der rund 19.000 Vatikanbank-Kunden.

Am Dienstag hatte die Vatikanbank erstmals in ihrer 70-jährigen Geschichte einen Geschäftsbericht öffentlich vorgelegt. Das Institut geriet immer wieder unter den Vorwurf der Intransparenz. 2010 ordnete Benedikt XVI. eine Anpassung an EU-Richtlinien an und richtete eine vatikanische Bankenaufsicht ein. 2011 unterzog sich das IOR einer internationalen Überprüfung ihrer Standards beim Kampf gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung. Das Europarats-Komitee Moneyval fand daraufhin neun von 16 Schlüsselkriterien voll oder überwiegend erfüllt. Im vergangenen Juni kündigte Franziskus weitere Reformschritte an.

KNA

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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