Empörung in Italien

Bei Verfolgungsjagd: Polizeischuss tötet Teenager

Neapel - Die Polizei fordert drei Jugendliche in Neapel zum Halten auf, doch die fahren auf ihrem Motorroller weiter. Bei der anschließenden Verfolgungsjagd löst sich ein Schuss aus einer Dienstwaffe.

Ein Schuss aus einer Polizeiwaffe hat einen 17-Jährigen bei einer Verfolgungsjagd in Italien getötet. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll sich der Schuss aus der Waffe eines Beamten in der Nacht zum Freitag in Neapel aus Versehen gelöst haben. Gegen den 22 Jahre alten Beamten wurden wenige Stunden später Ermittlungen wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung eingeleitet, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Der junge Mann wurde bereits vom zuständigen Staatsanwalt befragt.

Der 17-Jährige war in der Nacht mit zwei weitere Jugendlichen ohne Helm auf einem Motorroller unterwegs, als die Polizisten das Trio anhalten wollten. Auf den Befehl reagierten die Männer nicht, weshalb die Carabinieri sie verfolgten. An einem Kreisverkehr verlor der Fahrer des Rollers laut den Berichten die Kontrolle über das Fahrzeug, die Jugendlichen stürzten. Das spätere Opfer flüchtete sofort zu Fuß, einer der Beamten nahm die Verfolgung auf. In diesem Moment soll sich der Schuss gelöst und den jungen Mann getroffen haben. Er starb wenig später im Krankenhaus.

Italien reagierte empört auf den Vorfall, es kam zu Protesten. In Neapel wurde ein Polizeiauto komplett zerstört, ein weiteres stark beschädigt. Schon am 31. Juli hatte es in Neapel einen ähnlichen Vorfall gegeben. Damals wurde ein 27-jähriger Mann tödlich von einer Kugel getroffen nachdem er ein Pärchen ausgeraubt hatte. Während ihm Handschellen angelegt wurden, soll sich eine Kugel gelöst haben.

dpa

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa (Symbolbild)

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