Angeklagte sagen aus

Vergewaltigungsprozess: „Habe noch nie mit einer Frau geschlafen“

Wien - Am ersten Verhandlungstag im Gruppenvergewaltigungsprozess haben die mutmaßlichen Täter ausgesagt. Dabei kam es zu Beschuldigungen, Rechtfertigungen und Ausflüchten.

In dem Prozess um eine Gruppenvergewaltigung einer deutschen Lehrerin in Wien haben am Donnerstag die Angeklagten vor Gericht ausgesagt. Die Frau soll von neun irakischen Männern in eine Wohnung gelockt und dort von mindestens sechs der Männer vergewaltigt worden sein

Wie das Nachrichtenportal vienna.at berichtet, soll die Befragung der neun Angeklagten schwierig verlaufen sein, da sie sich immer wieder in Widersprüche verstrickt haben sollen. Ein 23-Jähriger soll zugegeben haben, mit der Frau Geschlechtsverkehr gehabt zu haben, allerdings soll er sein Handeln damit gerechtfertigt haben, dass er noch nie mit einer Frau geschlafen habe und es mal ausprobieren hätte wollen. Zudem sei er betrunken gewesen, und hätte sie sich geweigert, dann hätte er nicht mit ihr geschlafen, so der Angeklagte laut vienna.at.

Angeklagte beschuldigen sich gegenseitig

Ein weiterer 33-jähriger Angeklagter soll ausgesagt haben, dass er sich zum Tatzeitpunkt gar nicht in der betreffenden Wohnung aufgehalten habe. Der Mann soll behauptet haben, dass er von den anderen Angeklagten beschuldigt werde, da diese einer Familie angehören, mit der seine Familie wiederum einen Erbschaftsstreit im Irak führen würde. Die Männer sollen ihn daher fälschlicherweise beschuldigt haben. Der 33-Jährige sei verheiratet und habe drei Kinder, er würde daher niemals mit einer anderen Frau schlafen. 

Bei der Befragung eines anderen Angeklagten soll die zuständige Richterin auf dessen DNA-Spuren im Gesicht und am Hals des Opfers zu sprechen gekommen sein. Wie die Bild berichtet, habe dieser daraufhin erklärt, dass er wohl gehustet oder geniest haben muss und die DNA-Spuren so zustande gekommen sein müssten. Zudem soll er angeführt haben, dass er Moslem sei, bete, keinen Alkohol trinke und noch nie mit Frauen geschlafen habe. Er sei ein frommer Mann, zitiert vienna.at den Angeklagten. Den Beschuldigungen eines Mitangeklagten soll er widersprochen haben, denn ein Mädchen in eine fremde Wohnung zu bringen, könne er nicht mit seinem Glauben vereinbaren. 

Die Männer sollen die damals 28-jährige Lehrerin nicht nur vergewaltigt, sondern hinterher auch noch Selfies mit ihr gemacht haben. Der Prozess ist für insgesamt vier Tage angesetzt worden. Am 28. Februar findet der zweite Verhandlungstag statt. 

mt

Rubriklistenbild: © dpa

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