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Der Millionenerpresser Thomas Wolf.

Verhandlung gegen Millionenerpresser Wolf erst 2011

Wiesbaden - Mehr als anderthalb Jahre nach seiner Festnahme ist ein Prozessauftakt gegen den Entführer Thomas Wolf nicht in Sicht.

Der 57-Jährige sei noch immer nicht verhandlungsfähig, sagte der Vorsitzende Richter der zuständigen Strafkammer, Jürgen Bonk, am Freitag auf dapd-Anfrage in Wiesbaden. Die Kammer hoffe auf einen Prozessbeginn in der ersten Jahreshälfte 2011. “Sobald die Ärzte grünes Licht geben, werden wir verhandeln“, sagte Bonk. Wolf leidet noch immer an den Folgen einer Borrelioseerkrankung nach einem Zeckenbiss.

Die Anklage gegen Wolf wegen erpresserischen Menschenraubs hatte das Landgericht Wiesbaden bereits Mitte Juli zugelassen. Wolf war am 28. Mai 2009 nach einer wochenlangen spektakulären Flucht auf der Hamburger Reeperbahn festgenommen worden. Rund zwei Monate zuvor hatte er die Frau eines leitenden Bankangestellten aus Wiesbaden entführt und 1,8 Millionen Euro Lösegeld erpresst. Das Lösegeld hatten die Fahnder nach einem Hinweis Wolfs dann Ende Juli 2009 in einem Waldgebiet in der Nordheide sichergestellt.

Wolf sitzt derzeit noch in Weiterstadt bei Darmstadt eine frühere Haftstrafe wegen Banküberfalls ab. Wegen seines langen Vorstrafenregisters will die Staatsanwaltschaft Wiesbaden für den Schwerverbrecher eine anschließende Sicherungsverwahrung beantragen und hat ein entsprechendes Gutachten in Auftrag gegeben.

In dem noch nicht terminierten Prozess in Wiesbaden sollen auch zwei frühere Banküberfälle Wolfs in Hamburg und den Niederlanden verhandelt werden.

dapd

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