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Der Verkauf der Nazi-Immobilie Prora auf der Insel Rügen hat dem Bund mehrere Millionen Euro eingebracht.

Verkauf der Nazi-Immobilie Prora: Bund bekommt Millionen

Berlin/Prora - Die Nazi-Immobilie Prora auf der Insel Rügen hat dem Bund ordentlich Geld in die Kasse gespült: Laut Finanzministerium brachte der Verkauf des Gebäudekomplexes 3,45 Millionen Euro ein.

Der scheibchenweise Verkauf der NS-Immobilie Prora auf der Insel Rügen durch den Bund hat 3,45 Millionen Euro eingebracht. Das geht aus dem Abschlussbericht des Bundesfinanzministeriums hervor. Dieser soll am Mittwoch dem Haushaltsausschuss des Bundestages vorgestellt werden. Demnach hat allein der Verkauf des letzten von fünf Blöcken einen Erlös von 1,25 Millionen Euro erzielt. Der Block IV der einst von den Nationalsozialisten als “Seebad der 20.000“ geplanten Anlage war im Oktober 2011 als letztes Teilstück veräußert worden.

Bisher ist eine für 16,4 Millionen Euro umgebaute Jugendherberge mit 400 Betten die einzige größere Baumaßnahme in Prora. Investoren, die bereits 2006 einen Teil der geschichtsträchtigen Anlage erworben hatten, schieben einen Baubeginn immer wieder hinaus. Unklar ist die Zukunft des Dokumentationszentrums der “Stiftung Neue Kultur“, das in seiner Ausstellung “MachtUrlaub“ über die NS-Sozialgeschichte informiert. Im Oktober 2011 hatte sich der Petitionsausschuss des Bundestages eingeschaltet, damit ein Mietvertrag für das Dokumentationszentrum verlängert wird.

So sieht die Nazi-Immobilie auf Rügen aus

So sieht die Nazi-Immobilie auf Rügen aus

Zwischen 1936 und 1939 hatten in Prora Tausende Arbeiter im Auftrag der nationalsozialistischen Einheitsorganisation “Deutsche Arbeitsfront“ (DAF) an der uniformen, 4,5 Kilometer langen Massentourismusanlage gebaut. Wegen des Kriegsausbruchs ging der Bau allerdings nie als nationalsozialistische Ferienanlage in Betrieb.

Zu DDR-Zeiten wurde der “Koloss von Rügen“ militärisch genutzt. Der Flächennutzungsplan der Gemeinde Binz sieht in der NS-Hinterlassenschaft Prora insgesamt 3000 Betten vor - allein in den Blöcken I und II sind 400 Eigentumswohnungen und zwei Hotels mit 760 Betten genehmigt.

dpa

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