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Stau in Stuttgart: Nach neuen Forschungsergebnissen tragen Motorenabgase zu den kleinsten messbaren Bestandteilen des Feinstaubs erheblich bei. Foto: Daniel Naupold/Symbolbild

Forschungsergebnisse

Verkehr mitverantwortlich für kleinste Feinstaub-Partikel

Feinstaub ist nicht gleich Feinstaub. Das Stoffgemisch besteht aus vielen verschiedenen Komponenten. Einige davon sind so klein, dass ihre Herkunft erst jetzt untersucht wurde.

Tampere (dpa) – Der Straßenverkehr trägt zu den kleinsten messbaren Bestandteilen des Feinstaubs erheblich bei.

Finnische Forscher hatten die Verbreitung von Partikeln mit einer Größe von 1,3 bis 3 Nanometern (Millionstel Millimeter) in der Luft untersucht, wie sie in den "Proceedings" der US-nationalen Akademie der Wissenschaften (PNAS) schreiben.

Bei Messungen in der Nähe verschiedener Straßen fand die Gruppe um Topi Rönkkö von der Tampere University of Technology in Tampere (Finnland) heraus, dass diese Kleinstpartikel zeitweise bis zu 54 Prozent aller Partikel in der Luft ausmachen können. Die Konzentration der winzigen Stoffe ist dabei davon abhängig, wie stark der Verkehr ist und wie der Wind steht. Die 1,3 bis 3 Nanometer großen Partikel können aber auch auf natürlichem Wege entstehen.

Feinstaub besteht aus vielen verschiedenen Stoffen. Sie können etwa aus Dieselruß, Reifenabrieb oder aus Abgasen von Industrie-, Kraftwerks- oder Heizungsanlagen stammen. Es gibt aber auch natürliche Quellen. Feinstaub kann schwere gesundheitliche Probleme verursachen. Dabei gilt: Ein Partikel kann umso tiefer in die Lunge eindringen, je kleiner er ist. Sind die Partikel kleiner als ein Mikrometer, spricht man von Ultrafeinstaub. Partikel der Größe 1,3 bis 3 Nanometer sind bisher bei Feinstaubmessungen nicht erfasst worden.

Klaus Wirtz, Luftexperte aus dem Umweltbundesamt, ist von den Messergebnissen nicht überrascht. "Es ist nicht verwunderlich, dass im Abgas kleinere Partikel vorhanden sind, die aus Vorläufern in der Gasphase kondensieren." Allerdings seien diese Partikel sehr kurzlebig, weil sie sich an andere Partikel binden oder weil sie Kondensationskeime für Tröpfchen werden.

Die Messunsicherheiten seien in der Regel umso größer, je kleiner die gemessenen Partikel seien, betont Wirtz. Auf die Untersuchungen von Gesundheitsschädigungen durch Abgase hätten die neuen Erkenntnisse keine Auswirkungen. Bei solchen Tests werde gemessen, welche Dosis eines Stoffgemischs welche Wirkung hat. Die winzigen Partikel sind da schon mit eingerechnet.

Rönkkö und Kollegen hatten die winzigen Partikel zunächst in der finnischen Hauptstadt Helsinki in einer Vorstadtstraße und in einer innerstädtischen Straßenschlucht gemessen. Dabei stellten sie fest, dass die Windrichtung eine wichtige Rolle spielt. Bläst der Wind von der Fahrbahn in Richtung der Messinstrumente, liegt die Anzahl der erfassten Nanopartikel erheblich höher. In der Nähe der Vorstadtstraße war der Anteil der Winz-Partikel an allen Partikeln in der Luft besonders groß.

Wie groß der Anteil der Motorabgase als Quelle der Nanopartikel ist, zeigte eine Fahrt über die Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden: Starker Seitenwind führte dazu, dass nur die Partikel der Luft über dem Meer gemessen wurden. "In dieser Zeit waren sowohl die Konzentration als auch der Anteil der Nano-Aerosole drastisch reduziert", schreiben die Wissenschaftler.

Neben Feinstaub haben auch weitere Bestandteile von Abgasen aus Verbrennungsmotoren negative schädliche Auswirkungen: So können Stickoxide ebenfalls Atemwege und Lungen schädigen, außerdem tragen sie zur Entstehung von saurem Regen und bodennahem Ozon bei. Kohlendioxid (CO2) ist ein Treibhausgas, das erheblich zum Klimawandel beiträgt.

Link zur Studie nach Ablauf der Sperrfrist 3. Juli 21.00 Uhr

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