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Rettungskräfte stehen auf dem Flughafen von Kathmandu neben der abgestürzten Maschine. Foto: Niranjan Shreshta/AP

Pilot verwirrt?

49 Menschen sterben bei Bruchlandung in Nepal

Auf dem 1300 Meter hoch gelegenen Flughafen von Nepals Hauptstadt Kathmandu verunglückt eine Passagiermaschine. Der Pilot könnte bei der Landung im Himalaya-Staat die Orientierung verloren haben.

Kathmandu (dpa) - Bei der Bruchlandung einer Passagiermaschine am Flughafen von Nepals Hauptstadt Kathmandu sind mindestens 49 Menschen ums Leben gekommen. 22 weitere seien bei dem Unglück verletzt worden, teilte die Polizei in dem Himalaya-Staat mit.

An Bord der aus Bangladesch kommenden Maschine der Gesellschaft US-Bangla waren den Angaben zufolge 71 Menschen, davon vier Besatzungsmitglieder. Nepals erst seit Februar amtierender Ministerpräsident Khadga Prasad Sharma Oli suchte den Flughafen auf und versprach, die Ursache des Unglücks aufklären zu lassen.

Die Behörden sprachen von einem der größten Flugzeugunglücke in dem Land. Ersten Erkenntnissen zufolge seider Pilot wegen der Landerichtung verwirrt gewesen, berichtete das Nachrichtenportal "Nepali Times". Das habe die Auswertung des Funkkontakts zwischen dem Kapitän und dem Tower ergeben. Das Flugzeug war bei der Landung Behörden und Augenzeugen zufolge von der Landebahn abgekommen, auf einem Feld auseinandergebrochen und in Flammen aufgegangen. Auf Fotos waren verkohlte Flugzeugteile und Trümmer zu sehen. Eine große Rauchwolke stieg am Unglücksort auf.

An Bord der Propeller-Maschine vom Typ Bombardier Dash 8 befanden sich dem Nachrichtenportal "Nepali Times" zufolge 33 Nepalesen sowie Passagiere aus Bangladesch und China. Das Flugzeug war in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka gestartet.

"Wir haben 40 Leichen in dem Flugzeug vorgefunden", sagte Polizeisprecher Manoj Neupae. Neun weitere Menschen seien im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen. Am Dienstag sollten die Leichen identifiziert werden. Am Unglücksort waren die Opfer zunächst in gelbe Planen gehüllt aufgebahrt. Die Behörden erklärten die Rettungsarbeiten für abgeschlossen.

Auf Kathmandus Internationalem Flughafen Tribhuvan wurden nach dem Unglück vorübergehend alle Starts abgesagt und ankommende Flüge zu anderen Zielen umgeleitet. Der auf 1338 Metern Höhe gelegene Airport hat nur eine Start- und Landebahn, die ungefähr in Nord-Süd-Richtung verläuft. Einem Augenzeugen zufolge soll die verunglückte Maschine von Süden her eingeflogen sein, habe dann aber einen abrupten Linksschwenk gemacht und sei dabei dem Tower gefährlich nahe gekommen, berichtete die "Nepali Times". Dann sei sie aus dem Blickfeld geraten, Minuten später habe man Rauch aufsteigen sehen.

Nepal hat in den zurückliegenden Jahren mehrere Flugzeugunglücke erlebt, die vor allem mangelnder Sicherheit zugeschrieben werden. Im März 2015 rutschte eine Turkish-Airlines-Maschine im Nebel von der Landesbahn, die Passagiere erlitten leichte Verletzungen. Im September 2012 stieß eine Privatmaschine mit Touristen an Bord mit einem Vogel zusammen und stürzte Minuten nach dem Start ab. Alle 19 Menschen an Bord starben.

Bericht Kathmandu Times

BBC World Asia

Bericht Nepali Times (Englisch)

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