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Ein Mann mit einer solchen Maske sorgt auch in Chibat für Wirbel.

Wirbel um Chibatman

Verkleideter Japaner wird zum Held

Chibat - Chibatman heißt der neue Held der japanischen Stadt Chiba. Gekleidet wie sein Kino-Vorbild Batman fährt er auf einem Dreirad mit Motor durch die Gegend. Sein Ziel: Die Menschen zum Lächeln zu bringen.

Seine Mission: Die Straßen von Chiba von Trübsal zu säubern, sein Name: Batman. Halt, nein, Chibatman. So nennt sich der neue Held der japanischen Präfektur Chiba. Seinem Kino-Ebenbild Batman zum Verwechseln ähnlich, düst der 41 Jahre alte Japaner verborgen hinter einer schwarzen Maske mit schwarzem gepanzerten Körperanzug und einem Umhang durch die Straßen und über die Autobahnen der Tokioter Nachbarprovinz. Nicht nur sein Kostüm, auch sein motorisiertes Dreirad, das Chibatpod, erinnert an Batmans Donnerofen aus Christopher Nolans „Dark Knight“-Film. Anders allerdings als der echte Batman hält sich Chibatman artig an die Straßenverkehrsordnung und steckt so auch schon mal im Stau fest.

Wann immer er irgendwo auftaucht, schießen die Japaner mit ihren Smartphones vom Straßenrand oder beim Vorbeifahren aus dem Auto Fotos - das Internet ist inzwischen voll mit Schnappschüssen von Chibatman. „Ich finde es cool, wie er einfach so durch die Straßen fährt als Batman und sich überhaupt nicht geniert“, erzählt ein kleiner Junge einem Fernsehreporter.

Chibatman sorgt in letzter Zeit für soviel Aufsehen, dass er auch schon im Fernsehen zu sehen war. Dabei verriet der geheimnisvolle Mann laut der Zeitung „Japan Times“, dass er anders als sein Vorbild kein Milliardär, sondern ein Schweißer sei, der Schiffscontainer in der Bucht von Chiba repariere.

Für den Bau seines Chibatpods habe er sämtliche Teile - außer dem Motor - aus dem Ausland importiert und alles selbst zusammenmontiert. Schlappe 600 000 Yen (4300 Euro) hat er sich das kosten lassen, wie das Blatt schreibt. Auch wenn Chibatman stets ernst durch seine Maske blickt und nur mit leiser rauer Stimme spricht, so bringt er seine Mitmenschen dennoch zum Lächeln. Und genau das ist die Mission des Mannes: Nach der Dreifach-Katastrophe vom 11. März 2011 als ein Erdbeben und Tsunami Tausende Menschen in den Tod riss und es im Atomkraftwerk Fukushima zum Super-Gau kam, habe er seine Mitmenschen wieder zum Lächeln bringen wollen, erzählte er dem Sender BBC.

Die Reaktionen aller, die ihn im Straßenverkehr sichten und sofort das Smartphone zücken, zeigt: seine Mission ist erfüllt. Dabei ist es an sich gar nichts so Ungewöhnliches in Japan, dass sich Menschen wie ihre Helden aus Film, Computerspiel oder Comics verkleiden. „Cosplay“ nennt sich der japanische Verkleidungstrend, der in den 90er Jahren mit dem Manga-Comic und Anime-Boom auch in die USA und nach Europa kam. Heute gibt es Cosplayer in aller Welt. Auch Batman-Imitatoren gibt es mehrere. Chibatman aber, den gibt es nur in Chiba.

dpa

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