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37 Verletzte bei Ammoniak-Austritt - Unfall bei Wartungsarbeiten

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Lohne - Beim Austritt von Ammoniakgasen in einem Geflügelbetrieb von Wiesenhof im niedersächsischen Lohne sind am Mittwoch 37 Menschen verletzt worden. Vier Menschen schwebten vorübergehend in Lebensgefahr, wie die Polizei mitteilte.

Zu dem Unfall war es nach Angaben des Geflügelunternehmens bei Wartungsarbeiten gekommen. Bei den Arbeiten einer Fremdfirma sei um 8.30 Uhr eine Leitung beschädigt worden und dann das Gas ausgetreten. Für die Bevölkerung habe keine Gefahr bestanden, da der Betrieb von Wiesenhof außerhalb von Wohngebieten liegt.

Unter den 37 Verletzten waren Mitarbeiter von Wiesenhof und der Wartungsfirma. "Die Firmenleitung hat den Bereich umgehend evakuieren lassen", sagte Unternehmenssprecher Frank Schroedter. Das Krisenmanagement habe rasch funktioniert. Wiesenhof habe erst im Oktober ein Szenario mit genau solch einem Störfall trainiert. Um 10.00 Uhr sei die Produktion wieder angelaufen.

Bei den vier Schwerstverletzten handelt es sich nach Angaben der Polizei um zwei Beschäftigte der Wartungsfirma, die zur Unfallzeit an der Kühlanlage gearbeitet hätten. Die anderen beiden gehören zu Wiesenhof. 8 weitere Menschen wurden schwer, 25 leicht verletzt. Um den genauen Unfallhergang zu klären, wurde von der Polizei ein unabhängiger Sachverständiger eingesetzt. Am Morgen hatte die Polizei zunächst von 26 Verletzten berichtet.

Den Einsatzkräften sei es gelungen, schon kurz nach dem Unfall den Gasaustritt zu stoppen, hieß es. Das farblose Gas kann bei höheren Konzentrationen zu Erstickungsanfällen, Verätzungen und Lungenödemen führen. Die meisten Verletzten hätten Reizungen der Atemwege erlitten. Ermittler haben bereits am Mittwoch die Untersuchungen an der Unfallstelle aufgenommen. Zudem wurde nach Angaben der Polizei das Gewerbeaufsichtsamt eingeschaltet.

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