Schüsse in Berlin-Kreuzberg
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Polizisten und SEK-Beamte stehen vor einem Haus an der Stresemannstraße in Kreuzberg. Foto: Paul Zinken/dpa

Organisierte Kriminalität

Verletzte nach Schießerei in Berlin-Kreuzberg

In Berlin-Kreuzberg beginnt der zweite Weihnachtstag alles andere als friedlich: Am frühen Morgen fallen Schüsse - mehrere Menschen werden verletzt. Die Polizei ist stundenlang im Einsatz. Und es gibt noch viele offene Fragen.

Berlin (dpa) - Es war noch stockdunkel, als am frühen Morgen des zweiten Weihnachtstages in Berlin-Kreuzberg Schüsse fielen. Vier Männer wurden dabei schwer verletzt. Sie waren auch am Sonntag noch im Krankenhaus, wie eine Polizeisprecherin sagte.

Sprecher Martin Steltner sagte, der Vorfall werde dem Milieu der Organisierten Kriminalität zugerechnet. Ob kriminelle Mitglieder von Clan-Familien beteiligt waren, ließ der Staatsanwaltschafts-Sprecher offen.

Ein Gericht hat nun Haftbefehle gegen zwei Männer erlassen. Diese ergingen gegen einen 30-Jährigen wegen versuchten Mordes in drei Fällen sowie gegen einen 39-Jährigen wegen unerlaubten Führens und Besitzes einer Schusswaffe, wie die Generalstaatsanwaltschaft Berlin auf Twitter mitteilte.

Bei Polizei und Staatsanwaltschaft hieß es, die Hintergründe seien noch unklar. Nach derzeitigem Kenntnisstand alarmierten Anwohner die Polizei, die die Schüsse in der Stresemannstraße in unmittelbarer Nähe der SPD-Parteizentrale gehört hatten.

Die Einsatzkräfte fanden drei Verletzte. Ein vierter Verletzter sprang in den nahen Landwehrkanal, aus dem ihn Rettungskräfte herauszogen. Mehrere Dutzend zum Teil schwer bewaffnete Polizeibeamte waren am Samstagmorgen bereits vor Sonnenaufgang rund um den Ort des Geschehens im Einsatz. Absperrbänder wurden gezogen, Spuren gesichert. Auch ein Hubschrauber flog auf der Suche nach Beteiligten über der Hauptstadt. Zwei der verletzten Männer sind 30 Jahre alt, ein weiterer 39 und der Vierte 42 Jahre.

Gegen mehrere Verdächtige leiteten Polizei und Staatsanwaltschaft gemeinsam Ermittlungen wegen versuchten Mordes ein. Laut Staatsanwaltschaft gehe es dabei um Personen, die zur Gruppe der vier Verletzten gehörten. Nähere Informationen gab es auch am Sonntag zunächst nicht. «Das ist eine schwierige Geschichte», sagte Sprecher Steltner.

Am Samstagnachmittag waren laut Polizei auch SEK-Beamte am Tatort. Die Spezialeinsatzkräfte gingen mit Waffe im Anschlag in ein Gebäude und durchsuchten eine Wohnung, wie ein Fotograf der Deutschen Presse-Agentur berichtete.

Der Tatort befindet sich augenscheinlich in einer Toreinfahrt. In der Stresemannstraße 23 gegenüber der SPD-Parteizentrale war in einer Tür ein Einschussloch zu sehen, wie der dpa-Fotograf berichtete, nicht weit davon entfernt ein weiteres Einschussloch in einer Glastür.

Ein Sprecher der Berliner Feuerwehr sagte am Samstag, um 3.54 Uhr sei wegen der Schüsse in Kreuzberg ein Notruf eingegangen. Die Feuerwehr sei mit einem Großaufgebot, mehreren Rettungswagen, drei Notärzten und einem leitenden Notarzt vor Ort gewesen. Der Einsatz sei am frühen Morgen beendet worden. Anders der der Polizei, die den ganzen Samstag über stundenlang am Tatort ermittelte.

In Berlin gibt es immer wieder Auseinandersetzungen im Bereich der Organisierten Kriminalität, an denen wiederholt auch kriminelle Clan-Mitglieder beteiligt gewesen sein sollen. Zuletzt hatte es in Kreuzberg nach Schüssen auf einen 29-Jährigen eine Attacke von etwa zehn Männern auf eine Erdgeschosswohnung und ein Auto gegeben.

Im Februar hatte eine Schießerei am Berliner Tempodrom in der Möckernstraße, nicht weit vom aktuellen Tatort entfernt, mit einem Toten und vier Verletzten für Aufsehen gesorgt. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz, Mordkommission inklusive. Gegen einen 48 Jahre alten Mann, der einen 42-Jährigen erschossen haben soll und bei der Auseinandersetzung selbst schwer verletzt wurde, wurde damals Haftbefehl wegen Totschlags erlassen.

© dpa-infocom, dpa:201226-99-814113/14

Tweet Feuerwehr

Tweet der Generalstaatsanwaltschaft

Polizeibeamte suchen in der Nähe des U-Bahnhof Möckernbrücke nach Spuren. Foto: Paul Zinken/dpa
Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr stehen in der Stresemannstraße in Kreuzberg. Foto: Paul Zinken/dpa

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