1. Startseite
  2. Welt

33 Verletzte bei S-Bahnunglück in Berlin

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null

1:09 - Berlin - Bei einem S-Bahnunglück sind am Montag im Berliner Bahnhof Südkreuz 33 Menschen verletzt worden, zwei davon schwer. Ein S-Bahnzug der Linie S 25 war um 10.25 Uhr an einer gesperrten Stelle auf einen dort stehenden Gleismesswagen der Deutschen Bahn aufgefahren. Filmbericht

Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) informierte sich am Unglücksort. Es gebe keinen Hinweis auf einen Anschlag mit terroristischem Hintergrund, sagte der Senator der dpa.

Zwei Passagiere im Alter von 25 und 30 Jahren seien bei dem Aufprall «sehr ernst, aber nicht lebensbedrohlich verletzt worden», sagte ein Polizeisprecher. Sie kamen ebenso wie einige Leichtverletzte ins Krankenhaus. «Wir haben Glück im Unglück gehabt», sagte ein Feuerwehrsprecher. Spezialisten der Bahn und der Bundespolizei sicherten nach Versorgung der Verletzten die Spuren und untersuchten die S-Bahn auf mögliche technische Defekte. Der bei dem Unfall leicht verletzte Zugführer konnte zunächst nicht zu dem Hergang gehört werden.

 Filmbericht

Warum der S-Bahnzug auf den Gleismesswagen aufgefahren ist, war zunächst unklar, ebenso die Geschwindigkeit des Zuges beim Aufprall. Der stehende Gleismesswagen wurde bei der Kollision mehrere Meter weggeschoben. Auch zu der Frage, warum der S-Bahnzug in eine für ihn gesperrte Zone einfahren konnte, machten Polizei und Feuerwehr noch keine konkreten Angaben. «Die Untersuchungen laufen auf Hochtouren», hieß es.

In der S-Bahn, die aus Richtung Teltow-Stadt nach Hennigsdorf unterwegs war, waren laut Feuerwehr etwa 100 Fahrgäste. In den S- Bahnwaggons bot sich ein Bild der Verwüstung: fast alle Sitze und der Boden waren übersät von Glassplittern. Besonders die Trennscheiben an den Eingängen der Waggons wurden zertrümmert. Nach ersten Ermittlungen geschah der Unfall für die Passagiere völlig unerwartet. Sie konnten sich offenbar nicht rechtzeitig festhalten und wurden teils durch die Waggons geschleudert. Die meisten Verletzten erlitten dabei Prellungen und Platzwunden.

Polizei und Feuerwehr hatte rund 130 Einsatzkräfte an der Unglücksstelle. Nach etwa 90 Minuten waren alle verletzten Fahrgäste versorgt oder in Krankenhäusern. Der Unglücksort selbst war weiträumig abgesperrt. Die S-Bahnlinien S 2 und S 25 waren zeitweise unterbrochen und verkehrten danach für längere Zeit unregelmäßig. Auf den Regional- und Fernverkehr der Deutschen Bahn hatte das Unglück keine Auswirkungen. Der frühere S-Bahnhof Papestraße - heute Südkreuz - war in mehreren Ebenen zum wichtigsten Bahnkreuz in Berlin nach dem Hauptbahnhof ausgebaut worden. Täglich passieren bis zu 1200 Züge den Bahnhof, die Zahl der täglichen Besucher liegt bei gut 200 000.

Nach Angaben der Feuerwehr konnten die Rettungskräfte schnell eingreifen. Auf dem großen Vorplatz am Bahnhof Südkreuz hätten «günstige Bedingungen eine zügige Rettung und Versorgung erlaubt», sagte ein Sprecher. Auch zwei Rettungshubschrauber kamen zum Einsatz.

Auch interessant

Kommentare