Verletzte wurden von Polizeikugeln getroffen

New York - Drei der neun Menschen, die bei der Schießerei vor dem Empire State Building am Freitagmorgen (Ortszeit) verletzt wurden, sind direkt von der Polizei getroffen worden. .

Das bestätigte New Yorks Polizeichef Raymond Kelly am Samstag dem US-Sender CNN. „Drei wurden von Kugeln der Beamten getroffen, die anderen wurden durch Splitter verletzt“, so Kelly. Ob es sich dabei um Kugelsplitter oder um Teile von getroffenen Blumenkübeln und anderen Objekten handelte, war zunächst nicht klar. Insgesamt schossen die Polizisten 16 Mal auf einen Mann, der kurz zuvor seinen Ex-Kollegen auf der Straße getötet hatte.

Sechs der Verletzten waren am Freitagnachmittag aus dem Krankenhaus entlassen worden. Drei befänden sich noch im Krankenhaus, so der Polizeichef. Ihr Zustand sei stabil.

Der 58-jährige Jeffrey Johnson hatte am Freitagmorgen (Ortszeit) seinen 41-jährigen Ex-Kollegen auf im Herzen von Manhattan mit mehreren Kugeln getötet. Vor dem Empire State Building stationierte Polizisten seien kurz danach von einem Bauarbeiter alarmiert worden. „Ein Beamter feuerte neun, ein anderer sieben Mal“, bestätigte eine Polizei-Sprecherin am Samstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa.

Johnson sei nach bisherigen Untersuchungen sieben Mal getroffen worden. Unklar sei zum derzeitigen Stand der Ermittlungen, ob Johnson auf die Beamten geschossen hat. „Fest steht bisher, dass er seine Waffe auf die Polizisten gerichtet hat“, so die Sprecherin.

Der Täter und sein Ex-Kollege waren den Berichten zufolge bereits seit längerem in einen Streit über Belästigung am Arbeitsplatz verwickelt gewesen. „Ich werde dich umbringen“, drohte der 58-Jährige nach Angaben des Senders NBC, der sich auf Gerichtsunterlagen vom April 2011 berief. Die Männer hätten sich im Vorfeld der Schießerei gegenseitig verklagt, bestätigte Kelly.

Augenzeugen berichteten in amerikanischen Medien, dass Johnson den 41-Jährigen auf offener Straße abgepasst hätte. Er sei wortlos vor sein Opfer getreten und habe mehrfach geschossen.

Der Polizei zufolge war der Täter vor einem Jahr nach einem Disput aus der Importfirma Hazan Imports entlassen worden. Nach Angaben der New Yorker Polizei handelt die Firma mit Damenunterwäsche. Wie CNN berichtete, soll Johnson in einen grauen Anzug gekleidet und mit einer Aktenmappe unter dem Arm am Freitag zu seinem alten Arbeitsplatz unweit des Empire State Buildings gegangen sein. In der Tasche habe sich weitere Munition für die Waffe befunden. Der Schütze war nach ersten Ermittlungen der Polizei bisher nicht durch Straftaten in Erscheinung getreten.

Das Empire State Building ist eines der berühmtesten Wahrzeichen New Yorks. Es ist mit jährlich etwa 3,5 Millionen Besuchern nach dem Eiffelturm in Paris das meistbesuchte Gebäude der Welt. Bei der Fertigstellung 1931 war es mit seinen 102 Stockwerken und 381 Metern auch das weltweit höchste Gebäude.

dapd/dpa

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