Vermeintlich "letzte Hexe Europas" rehabilitiert

Glarus - Die vermeintlich "letzte Hexe Europas" ist in der Schweiz nach 226 Jahren rehabilitiert worden.

Das Parlament im Ostschweizer Kanton Glarus erklärte die 1782 enthauptete Anna Göldi am Mittwoch für unschuldig und nannte den damaligen Prozess vor dem Evangelischen Rat einen "Justizmord", wie die Schweizer Nachrichtenagentur sda berichtete. In dem Beschluss wird Anna Göldi vom Tatbestand der "Vergiftung" entlastet. Außerdem wird anerkannt, dass das damals gefällte Urteil in einem unrechtmäßigen Verfahren zustande kam.

Erfreut über den Parlamentsbeschluss zeigte sich die 2007 gegründete Anna-Göldi-Stiftung. Göldi werde dadurch zwar nicht wieder lebendig. Sie erhalte aber jene Ehre zurück, die sie durch die schweren Anschuldigungen und das Todesurteil verloren habe, sagte Walter Hauser, Glarner Journalist und Autor eines Göldi-Buches. Laut Hauser ist es europaweit das erste Mal, dass eine sogenannte Hexe durch ein Parlament rehabilitiert wurde.

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