1860 trauert um „Atom-Otto“

1860 trauert um „Atom-Otto“
+
Ein undatiertes Foto zeigt die 13-jährige Maria-Brigitte Henselmann aus Freiburg, die seit dem 04.05.2013 vermisst wird.

„Ich werde dich finden“

Vermisste Maria: Mutter mit bewegendem Statement

Freiburg - Seit knapp vier Jahren ist Maria-Brigitte Henselmann verschwunden. Ihre Mutter postete zu ihrem 17. Geburtstag einen bewegenden Appell bei Facebook.

Wo ist Maria-Brigitte Henselmann? Die am 4. Mai 2013 verschwundene Freiburgerin ist nach wie vor nicht wieder aufgetaucht. Ihre Mutter hofft weiterhin, sie wohlauf in ihre Arme schließen zu können. Und postete vergangenen Mittwoch auf der Facebook-Seite „Bitte findet Maria“ einen bewegenden Appell. Anlass war der 17. Geburtstag des Mädchens.

„Was schreibt man, wenn man sprachlos ist?“, so die verzweifelte Mutter. „Warum findet man dich nicht? Oder will man dich ganz einfach nicht finden?“, hadert sie. 

Maria ist seit dem 4. Mai 2013 verschwunden, gemeinsam mit ihrer Internetliebe, dem aus Blomberg in Nordrhein-Westfalen stammenden Bernhard Haase.

Die damals 13-jährige Maria-Brigitte Henselmann und der seinerzeit 53-jährige Haase hatten sich in einem Internet-Chatroom kennengelernt. Das hat die Auswertung des Chats durch die Ermittler ergeben.

Ihre Mutter schreibt nun: „Ich trage Puzzleteil für Puzzleteil zusammen, und längst ist mir klar, dass dein Entführer nicht der gewaltfreie, treusorgende Familienvater ohne Freunde ist. 1438 Tage ... inzwischen glaubt keiner, der dich persönlich kennt, mehr an eine Freiwilligkeit. Will man dich nicht finden??? Ich weiß, dass du weißt, dass ich niemals aufgeben werde, dich zu suchen. Ich weiß, dass du dich darauf verlässt ... weil du deine Mum kennst. Und du täuscht dich nicht.“

Die Suche der Polizei läuft natürlich im Hintergrund weiter. Auch der 40 Jahre ältere Begleiter des Mädchens bleibe untergetaucht, sagte eine Polizeisprecherin am Mittwoch. Die Fahndung laufe weiter, er werde mit internationalem Haftbefehl gesucht, gab beispielsweise die Freiburger Polizei im Mai 2016 einen Zwischenstand.

Fall Maria-Brigitte Henselmann war auch bei „Aktenzeichen XY ungelöst“

„Obwohl wir sämtliche Ermittlungsmaßnahmen ausgeschöpft haben, bleiben die beiden weiterhin verschwunden“, sagte die Freiburger Polizeisprecherin Laura Riske seinerzeit. Seit Marias Verschwinden seien die Ermittler 900 Spuren nachgegangen, vielen davon im Ausland. Auch die Fernsehsendung „Aktenzeichen XY ungelöst“, in der Marias Mutter sich mit einem Videoaufruf zu Wort meldete, verlief ohne Erfolg.

Die Polizei ging - Stand Mai 2016 - von einer Liebesbeziehung aus. Demnach ist das Mädchen freiwillig mit dem Mann mitgegangen. Dennoch hat sich der Mann dadurch strafbar gemacht, weil Maria noch minderjährig ist und unklar ist, ob sie noch immer freiwillig bei dem Mann ist. Deshalb wird er mit internationalem Haftbefehl gesucht, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft im Mai 2016. Der Vorwurf lautet auf Kindesentziehung in einem besonders schweren Fall und Verdacht des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern.

Monika Beisler, die Mutter von verschwundener Maria-Brigitte Henselmann, will nicht aufgeben.

Spur führte nach Osteuropa

Unter anderem geriet Osteuropa in den Blick. Im Sommer 2013 waren Maria und ihr Begleiter in Polen gesehen worden, beim Übernachten im Auto und beim Lebensmitteleinkauf. Auch aus einem Hotel in der Slowakei gab es damals Hinweise. Das sind die bislang letzten Lebenszeichen der beiden. In Polen waren zuvor auch das Auto des Mannes sowie dessen Schäferhund gefunden worden.

Maria-Brigitte Henselmanns Mutter: „Ich werde dich finden“

Die Mutter wird nicht aufgeben, verspricht sie: „Ich werde dich finden und ich werde dazu weiterhin jedes sich mir bietende Mittel nutzen. Alles Liebe zum Geburtstag ... wo immer du auch bist.“

tz/mm mit Material von dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Lebenserwartung in Deutschland niedriger als in Spanien
Die Menschen in Deutschland sind heute im Schnitt gesünder als noch vor einigen Jahren. Doch im EU-Vergleich schneidet die Bundesrepublik nur mittelmäßig ab.
Lebenserwartung in Deutschland niedriger als in Spanien
Kein Rückgang bei HIV-Neuinfektionen in Deutschland
Erfolge bei Schwulen, aber Nachholbedarf bei anderen Gruppen: Das Robert Koch-Institut zeigt vor dem Welt-Aids-Tag am 1. Dezember mit neuen Berechnungen, wie es um …
Kein Rückgang bei HIV-Neuinfektionen in Deutschland
Schwerstverbrannter überlebt durch Haut des Bruders
In Paris ist ein Durchbruch bei einer Hauttransplantation geglückt. Durch die Haut des Zwillingsbruders kann ein Schwerstverbrannter weiter leben. Die Chancen standen …
Schwerstverbrannter überlebt durch Haut des Bruders
Großbrand in Waffelfabrik löst Katastrophenalarm aus
In Belgien ist eine Waffelfabrik abgebrannt und löste damit einen Katastrophenalarm aus. Mehrere Hunderte Menschen mussten evakuiert werden.
Großbrand in Waffelfabrik löst Katastrophenalarm aus

Kommentare