Die unglaubliche Reise des Anton Pilipa

Fluchend und barfuß: Vermisster nach fünf Jahren aufgetaucht

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Porto Velho/Vancouver - Ein vor fast fünf Jahren in Kanada verschwundener Mann ist nach einer langen Odyssee durch Brasilien wieder in seine Heimat zurückgekehrt.

Anton Pilipa war zuletzt 2012 in Vancouver gesehen worden, bevor sich seine Spur verlor. Er sei froh, dass der 39-Jährige nun wieder bei seiner Familie sei, sagte sein Bruder Stefan Pilipa dem kanadischen Sender CBC. Zuletzt irrte der an Schizophrenie leidene Mann zwei Wochen lang durch das Amazonasgebiet, wie die Polizistin Helenice Vidigal auf Facebook schrieb.

Vidigal hatte sich des Falls angenommen, seit sie den offenbar verwirrten Pilipa Ende November erstmals auf einer viel befahrenen Straße im Bundesstaat Rondonia aufgegriffen hatte - fluchend und ohne Schuhe. "Er sprach kein Portugiesisch, hatte keinen Pass dabei und zeigte deutliche Anzeigen einer geistigen Krankheit", erinnerte sich die Polizistin.

Vidigal fand heraus, dass Pilipa Kanadier ist und kontaktierte die Behörden seines Heimatlandes. Er wurde in eine psychiatrische Klinik eingewiesen, aus der er aber Mitte Dezember floh - wenige Tage, bevor Vidigal seine Familie ausfindig machen konnte. Ende Dezember erkannte dann ein Zeuge im benachbarten Bundesstaat Amazonas den Kanadier wieder und informierte die Polizei.

"Wir haben begonnen, uns ernsthafte Sorgen um seine Sicherheit zu machen, denn dort gibt es große Raubtiere wie Jaguare, Alligatoren und Schlangen. Wir reden hier über den Amazonas-Dschungel", schrieb Vidigal in ihrem Facebook-Post. Pilipa wurde schließlich gefunden und von seinem Bruder zurück nach Kanada geholt.

„Ich war verblüfft“, sagte Bruder Stefan der Daily Mail. „Ich sagte mir, dass er tot sei. Weil das das Einzige war, womit ich mir seine Abwesenheit erklären konnte.“

Anton wollte zur Nationalbibliothek von Buenos Aires in Argentinien

Den Angaben seines Bruders zufolge hatte Anton eine bizarre Mission: zur Nationalbibliothek von Buenos Aires in Argentinien zu kommen. Dafür ist er Berichten zufolge mehr als 10.000 Kilometer weitestgehend - bis auf einzelne Mitfahrgelegenheiten - zu Fuß gegangen. In Argentinien wurde er demnach abgewiesen, weil er sich nicht ausweisen konnte. Also drehte er um und nahm Kurs auf Brasilien, wo er schließlich gefunden wurde.

Laut Daily Mail führte seine Reise ihn vom kanadischen Vancouver über die USA, Mexiko, Guatemala, Costa Rica, Panama, Kolumbien, Venezuela und Argentinien nach Brasilien - ohne Pass und mit kaum mehr als seinen Klamotten am Leib.

Anton hat es offenbar mit dem Dschungel des Amazonas und dessen gefährlichen Tieren aufgenommen, er aß aus dem Müll und sammelte dort Essen, überlebte auch dank der Hilfe von Fremden.

„Ich weiß, dass ich sehr viel Glück habe, noch am Leben zu sein“, sagte Anton der BBC. „Ich bin sehr glücklich, dass ich zu meiner Familie zurückkehren kann.“

Lost Canadian Man Found 5 Years Later In The Amazon After Walking Over 10,000+ KM

AFP/lin

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