EU verschärft Sanktionen gegen Libyen

Luxemburg - Die EU hat die Sanktionen gegen Libyen verschärft. Nach Angaben des libyschen Rebellenrates sind unterdessen bei den Angriffen durch die Truppen Muammar al Gaddafis 10.000 Menschen getötet worden.

Die EU-Außenminister beschlossen, 26 zusätzliche Unternehmen auf eine Liste zu setzen, deren Konten in der EU eingefroren werden und mit denen EU-Firmen keine Geschäfte mehr machen dürfen. “Wir haben damit de facto ein Öl- und Gasembargo verhängt“, sagte Bundesaußenminister Guido Westerwelle. “Das ist ein weiterer entscheidender Schritt, um auch dem System Gaddafi den Geldhahn zuzudrehen.“ Dies zeige auch Wirkung, sagte der Minister. Libyen habe seit Beginn der Unruhen praktisch kein Gas oder Öl mehr in die EU exportiert, sagten Diplomaten. Der offizielle Beschluss sei dennoch wichtig, um eine rechtliche Kontrolle der Exporte zu haben.

Opposition: 10.000 Tote durch Gaddafis Angriffe

Nach Angaben des libyschen Rebellenrates sind bei den Angriffen durch die Truppen Muammar al Gaddafis 10.000 Menschen getötet worden. Zudem gebe es 20.000 Vermisste, die in Gaddafis Gefängnissen vermutet würden, sagte Ali Al Issawi, für Außenbeziehungen zuständiges Mitglied des Übergangsrates, am Dienstag auf einem EU-Außenministertreffen in Luxemburg. “Wir wollen größere Anstrengungen zum Schutz der Zivilbevölkerung gegen diese Angriffe am Boden“, sagte Issawi an die Adresse der EU. 30.000 Menschen in Libyen seien verletzt, und 7.000 davon schwebten in Lebensgefahr. 

Libyen: Koalition bombardiert Gaddafi-Truppen

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dapd/dpa

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