USA verstärken ihre Kampfkraft am Golf

- Washington -­ Eine verstärkte Aufrüstung in der Golfregion und verbale Attacken von Präsident George W. Bush signalisieren, dass die USA in der Iran-Politik eine schärfere Gangart anschlagen. Während der Flugzeugträger "USS Stennis" zum Persischen Golf aufbricht, verteidigen hohe Regierungsbeamte in Washington die verstärkte Militärpräsenz als einzige Möglichkeit, die iranische Führung zu beeindrucken. Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass die USA nach vier Jahren Krieg im Irak verwundbar geworden seien.

Den Worten seines Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad zufolge befürchtet der Iran keinen Angriff Israels oder der USA: "Weder Israel noch seine Herren werden so verwegen sein, uns anzugreifen. Eine solche Dummheit werden sie nicht begehen. Sie kennen die Fähigkeiten des iranischen Volks (zur Verteidigung) sehr genau."

Die diplomatischen Beziehungen gegenüber dem Iran wie auch gegenüber Syrien sind eingefroren. Und Washington scheint nicht gewillt, der Empfehlung der Baker-Hamilton-Kommission zu folgen, im Interesse einer Lösung des Irak-Konflikts Kontakt mit Teheran und Damaskus aufzunehmen. In seiner TV-Ansprache in der vergangenen Woche erklärte Bush, es könne keinen Umgang mit Staaten geben, die den Terrorismus finanzierten. Zugleich kündigte er an, den Strom der Unterstützung von irakischen Terroristen aus dem Iran und Syrien zu unterbrechen.

So wird in Washington mal wieder gefragt, ob es im Verhältnis zu Teheran beim Kalten Krieg bleibt oder ob eine militärische Konfrontation bevorsteht. Der im Iran geborene Nahostexperte Trita Parsi erwartet langfristig einen militärisch ausgetragenen Konflikt. Ein endloser Kampf ums Machtgleichgewicht würde nur an den Ressourcen der USA zehren und die amerikanische Position in der Region untergraben. "Der Iran ist eine Großmacht in dieser Region. Man kann sie nicht eindämmen, ohne sich auf eine Konfrontation einzulassen."

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