+
Federn, Schuppen und Haare würden in frühen Entwicklungsstadien "identische molekulare und mikroanatomische Merkmale" aufweisen und hätten sich aus einem Urtyp entwickelt. Das schreiben Schweizer Evolutionsbiologen in der Fachzeitschrift "Science Advances". Foto: UNIGE 2016

Verwandtschaft von Haaren, Federn und Schuppen entdeckt

Pfauen, Echsen und Esel haben auf den ersten Blick wenig gemeinsam: Vögel haben Federn, Reptilien Schuppen und Säuger Haare. Dabei gibt es durchaus eine Verbindung zwischen den drei Hautbedeckungen.

Genf (dpa) - Vogelfedern, Reptilienschuppen und Säugetierhaare haben sich in der Evolution aus einem gemeinsamen Urtyp entwickelt. Das schreiben Schweizer Evolutionsbiologen in der Fachzeitschrift "Science Advances".

Federn, Schuppen und Haare würden in frühen Entwicklungsstadien "identische molekulare und mikroanatomische Merkmale" aufweisen. Säugetierhaare und Vogelfedern gehen während der Embryonalentwicklung aus einer sehr ähnlichen, ursprünglichen Struktur hervor - einer als Plakode bezeichneten örtlichen Verdickung der sogenannten Epidermis aus Drüsenzellen. Bei Reptilien waren Plakoden bislang aber unbekannt.

Da sich Vögel und Säugetiere während der Evolution aus verschiedenen Reptilienlinien entwickelt haben, seien viele Evolutionsbiologen der Ansicht, dass die beiden Tiergruppen unabhängig voneinander Plakoden entwickelt haben, schreiben die Forscher der Universität Genf.

2015 habe aber ein Team der Universität Yale in den USA erkannt, dass Reptilienschuppen, Haare und Federn während ihrer Entwicklung gemeinsame molekulare Merkmale aufweisen.

Die Schweizer Forscher legen nun nach: Ihre Forschungsergebnisse zeigten, dass die drei unterschiedlichen Hautanhangsgebilde auf einen gemeinsamen Reptilienvorfahren zurückgehen. "Unsere Studie liefert nicht nur neue Daten, die die Arbeit des amerikanischen Teams ergänzen, sondern bringt auch wichtige mikroanatomische Gegebenheiten zum Vorschein", sagte Michel Milinkovitch von der Uni Genf.

Die Wissenschaftler untersuchten unter anderem Embryos von Krokodilen und Schlangen. Auch verschiedene Varianten von Bartagamen, einer Eidechsenart, nahmen sie unter die Lupe. Im Zuge ihrer Studie seien neue molekulare Merkmale identifiziert worden, die identisch mit denjenigen sind, die sich für die Entwicklung von Haaren und Federn nachweisen lassen.

Bei Reptilien gebe es dieselben Plakoden wie bei Säugetieren und Vögeln, sagte Milinkovitch. "Dies deutet darauf hin, dass die drei Typen von Hautanhangsgebilden homolog sind: die Reptilienschuppen, die Vogelfedern und die Säugetierhaare haben sich trotz ihres letztlich so unterschiedlichen Aussehens aus der Schuppe ihres gemeinsamen Reptilienvorfahren entwickelt."

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Immer mehr Drohnen-Vorfälle an Flughäfen
Düsseldorf (dpa) - Flugzeugpiloten werden im deutschen Luftraum immer häufiger durch Drohnen behindert.
Immer mehr Drohnen-Vorfälle an Flughäfen
Puerto Rico bereitet sich auf Hurrikan "Maria" vor
Langsam bewegt sich "Maria" Richtung Nordwest. Der Hurrikan könnte Puerto Rico im Laufe des Mittwochs erreichen. Die Insel ist gewappnet - so weit das möglich ist.
Puerto Rico bereitet sich auf Hurrikan "Maria" vor
Experten entschärfen Weltkriegsbombe am Frankfurter Flughafen
Fünf Hotels geräumt, die A3 gesperrt: Erneut wurde am Frankfurter Flughafen eine Weltkriegsbombe gefunden. Probleme bei der Entschärfung machte der explosive Fund in der …
Experten entschärfen Weltkriegsbombe am Frankfurter Flughafen
Kranich-Linie Lufthansa schützt keine Kraniche mehr
Der Kranich prangt auf dem Seitenruder der Lufthansa-Flotte. Seit Jahren engagiert sich der Konzern auch beim Schutz der Tiere. Damit ist jetzt Schluss.
Kranich-Linie Lufthansa schützt keine Kraniche mehr

Kommentare