+
Hat die Raumsonde "Voyager 1" das Sonnensystem verlassen oder nicht? Klar ist: Sie ist in unendlichen Weiten.

Verwirrung um Sonde

Hat "Voyager" das Sonnensystem verlassen?

New York - Die Raumsonde „Voyager 1“ hat bisher unbekannte Weiten des Weltalls in kaum zu fassender Entfernung erreicht - aber hat sie auch das Sonnensystem verlassen?

Von der Nasa beauftragte Wissenschaftler meldeten am Mittwoch, die 1977 gestartete Sonde sei nicht mehr in unserem Sonnensystem. Die Nasa selbst hingegen dementierte: „Voyager“ sei noch da.

Der emeritierte Professor Bill Webber von der American Geophysical Union hatte zuvor berichtet, dass „Voyager“ in einem Gebiet „außerhalb unseres Sonnensystems“ sei. Unklar sei aber, ob sie schon im interstellaren Raum oder in einem bisher unerforschten Zwischengebiet sei. Die Grenze des Sonnensystems habe die Sonde schon im August erreicht. Erst jetzt habe aber bestätigt werden können, dass sie nicht mehr im gleichen Sonnensystem wie die Erde sei.

Als Sonnensystem wird der Raum definiert, der von den Sonnenwinden unserer Sonne bestrahlt ist. Nach Angaben der Forscher hatte „Voyager“ im August kaum noch welche dieser energetischen Partikel gemessen. Die Werte fielen auf weniger als ein Hundertstel. Zugleich verdoppelte sich die interstellare Strahlung, die von außerhalb des Sonnensystems auf „Voyager“ einwirkt. Vielleicht sei die Sonde aber in einer Art Zwischenraum. „Wir sind in einer neuen Welt“, sagte Webber. „Und alles, was wir messen, ist anders und aufregend.“

Das Dementi kam nur Stunden später von der Nasa: Man sei sich derartiger Berichte vom Mittwoch bewusst, sagte Nasa-Projektleiter Edward Stone in Pasadena bei Los Angeles. „In unserem 'Voyager'-Wissenschaftlerteam besteht aber Einigkeit, dass 'Voyager 1' noch nicht das Sonnensystem verlassen hat oder in den interstellaren Raum vorgedrungen ist.“ Sicheres Anzeichen für ein Verlassen des Sonnensystems sei eine drastische Veränderung des magnetischen Felds. „Und diese Veränderung wurde noch nicht beobachtet.“

Webber und die Geophysical Union korrigierten darauf ihre Pressemitteilung und ruderten etwas zurück. Dennoch sprach Webber immer noch von Regionen „außerhalb unseres Sonnensystems“.

Der 1977 gestartete Flugkörper sei derzeit 18 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt, hieß es. Weiter war noch nie ein menschengemachtes Objekt entfernt. Würde man die zurückgelegte Entfernung mit dem Auto fahren wollen, wäre man mit Autobahntempo 130 fast 16 000 Jahre unterwegs.

„Voyager 1“ und „Voyager 2“ gelten als zwei der erfolgreichsten Projekte der Raumfahrt. Beide haben ihre vorhergesagte Lebensdauer längst überschritten, funken und fliegen aber immer noch. „Voyager 1“ startete 1977 zwar 16 Tage später als die Nummer 2, ist mit gut 60 000 Kilometern in der Stunde aber schneller. Deshalb ist sie weiter als ihre Schwestersonde und auch weiter als „Pioneer 10“ und „11“. Alle vier haben Platten mit Botschaften der Erde an Bord, falls sie einmal von Außerirdischen entdeckt werden sollten.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

An FKK-Strand vergewaltigt: Mann schwimmt durch See und fällt Frau an
Schreckliche Szenen in einem Freizeitbad: Eine Frau liegt am FKK-Strand, als sie plötzlich von einem Mann angefallen wird. 
An FKK-Strand vergewaltigt: Mann schwimmt durch See und fällt Frau an
Zwei Kinder am Strand nahe New York von Haien gebissen
New York (dpa) - Zwei Kinder im Alter von 12 und 13 Jahren sind an einem Strand nahe New York von Haien gebissen worden. Ein 13-jähriger Junge befand sich auf der Insel …
Zwei Kinder am Strand nahe New York von Haien gebissen
Ein Bärenschädel per Luftpost
München (dpa) - Zöllner haben am Münchner Flughafen den präparierten Schädel eines Braunbären beschlagnahmt. Das Paket mit dem Schädel sollte von Kanada per Luftpost an …
Ein Bärenschädel per Luftpost
War es ein Verbrechen? Seniorin treibt tot in ihrem Pool 
Eine Rentnerin konnte nur noch tot aus dem Pool ihres Hauses geborgen werden. War es ein Verbrechen?
War es ein Verbrechen? Seniorin treibt tot in ihrem Pool 

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.