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Zahl der Todesopfer steigt auf 48

Video: Bergsteiger flüchten vor Vulkanausbruch

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Nagano - Ein Video, bei dem einem der Atem stockt: Ein Wanderer auf dem japanischen Mount Ontake hat aus nächster Nähe den Ausbruch des Vulkans gefilmt. Fast wäre er dabei selbst ums Leben gekommen.

Wie gebannt und starr vor Angst blickt Kuroda Terutoshi durch den Sucher seiner Kamera auf die Aschewolke, die in den Himmel steigt. Der Japaner und die Gruppe aus Bergwanderern, zu der er gehört, werden am Samstag wie Hunderte Wanderer, die vom Gipfel aus die spektakuläre Aussicht zum Herbstanfang genießen wollen, völlig von der Eruption des Mount Ontake überrascht. Sie befinden sich ganz nah am Rand des Kraters auf knapp 3000 Metern Höhe, als sie plötzlich ein Grollen hören, das wie ein Gewitterdonner klingt.

Erst nach einigen Sekunden realisiert Terutoshi, dass er in höchster Gefahr schwebt: Die grauen Schwaden rollen wie eine riesige Walze direkt auf ihn zu. Er dreht sich um und rennt mit seinen Kameraden um sein Leben. Doch es gibt kein Entrinnen: Auf ihrem Weg den Hang hinunter ins Tal holt sie die Wolke ein, Dunkelheit umhüllt sie.

Das dramatische Video von dem Vulkanausbruch stellte der Japaner, der wie durch ein Wunder überlebte, auf Youtube. Dort wurde der anderthalb Minuten lange Clip in nur fünf Tagen über 8,5 Millionen-mal angeklickt.

Die Behörden bestätigten am Mittwoch auch offiziell, dass bisher 48 Tote geborgen wurden. So viele Opfer hat es bei einem Vulkanausbruch in Japans Nachkriegsgeschichte noch nie gegeben. Die bisher höchste Zahl an Todesopfern gab es beim Ausbruch des Vulkans Unzen 1991. Damals starben 43 Menschen.

Die Obduktion der ersten zwölf Toten ergab, dass die Opfer alle durch Felssteine erschlagen wurden, die der Vulkan durch die Luft geschleudert hatte. Luftaufnahmen zeigten, dass die Brocken auch das Dach einer Berghütte durchschlugen, in die sich vermutlich Wanderer geflüchtet hatten.

Zur Zahl der Vermissten gab es nach wie vor keine genauen Angaben. "Wir gehen davon aus, dass noch Menschen vermisst werden, aber wir wissen nicht, wieviele", sagte ein Vertreter der Katastrophenschutzbehörde der Präfektur von Nagano. Zuvor hatte der Sender NHK berichtet, dass Rettungskräfte weitere Leichen gesichtet hätten, aber noch keinen Zugang zu ihnen gefunden hätten.

Eruption dauert an

Auch am Mittwoch warnte die Wetterbehörde, die Eruption sei immer noch im Gange. Am Morgen sei Rauch aus dem Vulkan ausgetreten.

Nach dem Ausbruch suchen Retter in der Aschelandschaft am Hang des Vulkans nach Überlebenden und Todesopfern. 

Bis Sonntag waren 36 Leichen entdeckt worden, von denen aber noch nicht alle geborgen werden konnten, weil giftige Gase und die Gefahr weiterer Eruptionen die Rettungskräfte immer wieder zwangen, ihre Arbeit zu unterbrechen. Am Mittwoch gelang es einigen der mehr als tausend Helfer, 14 weitere Leichen ins Tal zu transportieren. Mit Einbruch der Dunkelheit wurden die Such- und Bergungsarbeiten wieder unterbrochen.

Die Bergungstrupps hatten am Morgen mit rund 1000 Mann ihren Einsatz fortgesetzt. Sie holten die restlichen der bisher entdeckten Opfer, die seit dem Ausbruch vom Samstag leblos in der Asche gelegen hatten, mit Helikoptern vom Berg. Am Donnerstag soll die Suche nach möglichen weiteren Opfern weitergehen.

hn/dpa/afp

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