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Richard Norris vor und 114 Tage nach der sensationellen Gesichtstransplantation.

Spektakuläre Transplantation

Video: Frau trifft das Gesicht ihres toten Bruders

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Maryland - Eine Schussverletzung hatte Richard Norris' Gesicht komplett entstellt. Nach einer spektakulären Transplantation hat der heute 39-Jährige jetzt das Aussehen eines Toten. Dessen Schwester traf den Mann nun zum ersten Mal.  

15 Jahre lang lebte Richard Norris wie ein Einsiedler, wie er sagt. Der Mann aus Hillsville (US-Staat Virginia) wollte sein Gesicht, dessen untere Hälfte er sich bei einem Unfall mit einer Schrotflinte weggeschossen hatte, niemandem zumuten. Zahlreiche Operationen hatten nur wenig Besserung gebracht. Der damals 35-Jährige konnte nicht sprechen, nicht richtig essen, er dachte sogar daran, sein Leben zu beenden.

Vor drei Jahren schließlich schenkten die Ärzte der Universitätsklinik von Maryland Norris ein neues Leben: In der damals umfangreichsten Gesichtsrekonstruktion, die jemals durchgeführt worden war, bekam er ein neues Gesicht - das Gesicht eines Mannes, der bei einem Autounfall gestorben war.

Dazu verpflanzte das 150-köpfige Team um Dr. Eduardo Rodriguez Ober- und Unterkiefer, Zähne, die Zunge, Nerven, Muskeln und die Haut des 21-jährigen Verstorbenen - ein unvorstellbar komplexer Eingriff, der 36 Stunden dauerte. Danach musste Norris mühsam lernen, die Kontrolle über seine neuen Gesichtsmuskeln zu erlangen, um wieder riechen, schmecken, sprechen und sich ernähren zu können.

Normalerweise lernen die Empfänger von Organen Verstorbener nie deren Familie kennen. In diesem Fall jedoch machte man eine Ausnahme: Drei Jahre nach der OP kam es jetzt zu einem denkwürdigen Treffen zwischen Rebekah, der Schwester des Unfallopfers Josh Aversano, und dem Mann mit dem Gesicht ihres Bruders. Der australische Sender 9News war für die Sendung "60 Minutes" dabei.

"Ist es okay für Dich, wenn ich Dein Gesicht berühre?", fragt die von ihren Gefühlen überwältigte Frau den 39-Jährigen, den sie nicht kennt und der ihr doch so vertraut ist. "Natürlich", antwortet Norris. Zärtlich streicht Rebekah mit der Rückseite ihres Zeigefingers über seine Wange. Sie tritt einen Schritt zurück: "Wow!", ruft sie aus. "Das ist das Gesicht, mit dem ich aufgewachsen bin. Josh ist tot und trotzdem ist er irgendwie hier. Ich sehe ihn an dir. Danke." Die beiden umarmen sich herzlich.

Als die Ärzte Rebekah und ihre Familie damals fragten, ob sie das Gesicht ihres gerade verstorbenen Bruders haben könnten, war das zuerst ein Schock für die junge Frau, den sie überwinden musste: "Es lag in unseren Händen, euch ein neues Leben zu schenken. Wir konnten nicht Nein sagen." Norris' Mutter Sandra weiß: "Unser glücklichster Tag ist euer schlimmster gewesen. Wir trauern mit euch. Es gibt keinen Tag, an dem wir nicht an euch denken." Norris fügt hinzu: "Danke ist nicht genug", antwortet er. "Worte können nicht beschreiben, wie dankbar ich dieser Familie bin."

Sehen Sie hier den Bericht von 9NEws.

 

hn

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