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Das Videospiel "Boston Marathon 2013: Terror on the Streets" verhöhnt die Bombenanschläge auf den Boston-Marathon. Die Spielfigur (links) muss über Kochtopf-Bomben springen, um zu überleben. 

Völlig geschmacklos!

Videospiel verhöhnt Terroranschlag von Boston

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Boston - Ein Videospiel zu den Bombenanschlägen auf den Boston-Marathon sorgt für Empörung. Hinter "Boston Marathon 2013: Terror on the Streets" steht eine geschmacklose Satireseite.  

"Hey, Schwuchteln! Findet Ihr es langweilig, den Anschlag auf den Boston-Marathon nur im Fernsehen zu verfolgen?", fragt ein Trailer zu dem Spiel, das man auf der berüchtigten US-Satireseite "Lolokaust" (eine offensichtliche Anspielung auf den Holocaust) herunterladen kann. Begeistert verkündet der Kommentator aus dem Off: "Jetzt könnt Ihr den Anschlag selbst erleben. Und zwar als Videospiel!"

Das Machwerk ist in technischer Hinsicht meilenweit vom Niveau aktueller Hits wie "Call of Duty" entfernt. Die Grafik des Spiels sieht so billig aus wie bei einem Heimcomputer-Spiel aus den frühen 90er-Jahren.

Ein Trailer auf "Lolokaust" zeigt einige Spielszenen: Ein Männchen im Laufdress rennt vor einer Häuserreihe über die Straße. Auf dem Bürgersteig jubeln Schaulustige. Über den Asphalt sausen Kochtopfbomben, wie sie die Attentäter bei dem Anschlag auf den Boston-Marathon verwendeten. Mit einem Sprung muss die Spielfigur den Sprengsätzen ausweichen. Berührt das Männchen die Bombe, wird es zerrissen und eine Blutlache samt Knochen erscheint.

Wie das Internet-Magazin "Buzzfeed" berichtet, erscheint im Falle einer Explosion das Bild eines Mannes, der im Rollstuhl sitzt und dem beide Beine abgerissen wurden. Ein Schriftzug verkündet: "Du wurdest gefi... Hoffentlich hast Du im nächsten Jahr mehr Glück."

Übersteht man den Marathon, erscheint die Spielfigur in Großaufnahme mit triumphal ausgestrecktem Arm. Die Schrift im Hintergrund verkündet, dass man die "Ar...loch-Terroristen" bezwungen habe. Außerdem heißt es: "Jeder jubelt, die Welt ist sicher, und Du darfst Sex mit der Frau von Präsident Obama haben."

Laut "Buzzfeed" stehen die "Lolokaust"-Programmierer mit ihrem geschmacklosen Machwerk in der unrühmlichen Tradition anderer Spiele, die reale Tragödien parodierten. So war "Pico's School" vom Amoklauf an der Columbine High School im Jahr 1999 inspiriert.

Der Trailer zum aktuellen Spiel wurde mittlerweile vom Videoportal "Youtube" entfernt. Bei der Konkurrenz-Seite "Dailymotion" ist er aber noch zu sehen.

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Bei den Anschlägen auf den Boston-Marathon verloren am 15. April drei Menschen - darunter ein achtjähriger Junge - das Leben. Rund 200 Menschen wurden verletzt.

fro

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