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Trauriger Rekord: Im vergangenen Jahr gab es in Deutschland fast 150.000 Wohnungseinbrüche.

Gut organisierte Banden am Werk

So viele Einbrüche wie seit 15 Jahren nicht mehr

Berlin - Mehr Einbrüche in Wohnungen, mehr gestohlene Autos - Innenminister de Maizière stellt in Berlin die neueste Kriminalstatistik vor. Die Polizei fordert zusätzliche Ermittler.

Wegen der wachsenden Zahl der Wohnungseinbrüche fordert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) einen Stopp des Personalabbaus bei den Ermittlungsbehörden. Für die gut organisierten Banden, die Deutschland ins Visier genommen hätten, gebe es derzeit nur ein geringes Entdeckungsrisiko, sagte der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow der Nachrichtenagentur dpa. „Wir haben zu wenige Leute, denen man zu wenig Zeit gibt, nach Einbrüchen eine intensive Tatortarbeit zu machen“, klagte er. Diese sei aber notwendig, um Lagebilder für die weiteren Ermittlungen zu erstellen.

Im vergangenen Jahr gab es in Deutschland fast 150.000 Wohnungseinbrüche - so viele wie seit 15 Jahren nicht mehr. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik hervor, die Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Mittwoch offiziell vorstellen will.

Personelle Engpässe ein Problem

Nach Informationen der Tageszeitung „Die Welt“ weist die Statistik auch ein deutliches Plus bei der Kinderpornografie aus. Beim Delikt „Besitz und Verschaffung von Kinderpornografie“ sei die Zahl der Fälle um etwa 28 Prozent auf 4144 Straftaten gestiegen. Im Gegensatz dazu sei die Aufklärungsquote im Vergleich zu 2012 leicht gesunken.

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) macht dafür auch personelle Engpässe verantwortlich. In vielen Bundesländern müsse die Polizei schon Privatfirmen beauftragen, um sichergestellte Festplatten mit verdächtigen Fotos und Videos auszuwerten, sagte BDK-Chef André Schulz.

Ein Plus gibt es nach einem Bericht der „Leipziger Volkszeitung“ auch bei der Zahl der Auto-Diebstähle. Vor diesem Hintergrund übte Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) Kritik an der Automobil-Industrie. Es sei für ihn „völlig unverständlich, warum moderne Autos automatisch einparken können, aber in wenigen Sekunden geknackt sind“.

Im Gegensatz dazu gab es weniger Sachbeschädigungen als im Jahr 2012. Vor allem bei den Graffiti zeigt die Statistik einen Rückgang um 18 Prozent. Die Gewaltkriminalität scheint ebenfalls auf dem Rückzug. Vor allem Jugendliche begingen 2013 deutlich weniger Gewalttaten als im Jahr zuvor. Auch in der Gesamtstatistik ist die Zahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren um knapp vier Prozent gesunken, was de Maizière bei der Vorstellung der Zahlen zu einem positiven Fazit veranlasst: „Die Kriminalität unserer Jugend sinkt.“

Die Gesamtzahl der registrierten Straftaten verharrt - wie stets seit 2010 - knapp unter der Sechs-Millionen-Marke, die Aufklärungsquote liegt nahezu unverändert bei 54,5 Prozent. Deutschland sei damit im weltweiten Vergleich ein „sicheres und ruhiges Land“, betonte de Maizière.

dpa

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