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Vier ausländische Ölarbeiter im Nigerdelta entführt

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- Abuja/Berlin - Elf Tage nach der Entführung eines Deutschen im Nigerdelta sind erneut vier ausländische Ölarbeiter verschleppt worden. Unter den Entführten seien ein Brite und ein Amerikaner, teilte die Polizei in der nigerianischen Hauptstadt Abuja mit.

Die deutsche Botschaft in Nigeria prüfe, ob es möglicherweise auch eine deutsche Geisel gebe, hieß es im Auswärtigen Amt in Berlin. Von dem deutschen Angestellten der Baufirma Bilfinger Berger, zu dessen Entführung sich eine bis dahin unbekannte «Bewegung für die Bevölkerung des Nigerdeltas» bekannt hatte, gibt es unterdessen kein neues Lebenszeichen. Drei philippinische Geiseln kamen inzwischen unbeschadet frei.

Eine Gruppe bewaffneter und uniformierter Männer hatte in der Nacht zum Montag in Port Harcourt einen Nachtclub überfallen und dort die Geiseln genommen. Dabei war es zu einer heftigen Schießerei gekommen. Die Entführer entkamen auf einer der zahlreichen Wasserstraßen. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Unterdessen gibt es im Fall einer weiteren Entführung Bewegung. Zwei Norweger und zwei Ukrainer, die von einem Versorgungsschiff in der Nähe einer Bohrinsel entführt worden waren, stünden kurz vor ihrer Freilassung, hieß es aus Diplomatenkreisen.

Bei dem vor elf Tagen verschleppten Deutschen handelt es sich um den 62 Jahre alten Guido Schiffahrt aus Solingen. Seine Entführer hatten in der vergangenen Woche ein Schreiben veröffentlicht, in dem Schiffahrt Angaben zu seiner Person macht und seine Haftbedingungen lobt. Die Authentizität des Schreibens konnte nicht geklärt werden. Seine Entführer behaupten, dass sie kein Lösegeld wollten. Sie forderten bessere Lebensbedingungen für die Menschen in der Region, unter anderem Arbeitsplätze für Jugendliche.

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