Vier Leichen: 13-Jähriger unter Mordverdacht

Buenos Aires - Ein 13-Jähriger steht unter Verdacht, vier Mitglieder einer Nachbarsfamilie auf grausamste Art getötet zu haben. Bisher hat er jedoch nur einen Teil der Tat gestanden.

Die blutüberströmten Leichen wurden in der Stadt Las Heras in einem Haus gefunden. Der Junge räumte lediglich ein, in Notwehr seinen zehn Jahre alten Freund erstochen zu haben. Dieser habe jedoch zuvor die eigene Mutter sowie die eigenen Großeltern ermordet. Die Polizei vermutet jedoch, der 13-Jährige könne an allen vier Bluttaten beteiligt gewesen sein. Auch ein Mordpakt der Kinder gegen die Erwachsenen werde nicht ausgeschlossen, berichtete am Samstag die Zeitung “Clarín“.

Die beiden Freunde hatten in der Wohnung des Jüngeren mit dem Computer gespielt. Plötzlich lief der 13-Jährige blutbefleckt über die Straße in seine Wohnung und erklärte, ein unbekannter Mann habe bei einem Überfall seinen Freund und dessen Familienangehörige ermordet. Am Freitag gab er jedoch vor einer Staatsanwältin zu, in Selbstverteidigung seinen Freund getötet zu haben, nachdem dieser seine Familie erstochen habe. Der Zehnjährige sei in Wut geraten, als ihn seine Mutter aufforderte, ein T-Shirt anzuziehen.

Die Polizei fand in der Wohnung neben der Leiche des Jungen zwei blutbefleckte Messer. Der 13-Jährige hatte nur eine Schnittwunde an einem Daumen, obwohl die Opfer zahlreiche Stiche aufwiesen.

Der Pate des ermordeten Jungen erklärte nach Angaben von “Clarín“, der Zehnjährige sei seit seinem dritten Lebensjahr wegen Schizophrenie in psychiatrischer Behandlung gewesen. Die Mutter, eine 49 Jahre alte Kunstlehrerin, hatte ihn mit neun Monaten adoptiert. Nach mehreren Gewalttaten gegen jüngere Mitschüler wurde er vor 20 Tagen von der Schule ausgeschlossen, wie lokale Schulbehörden der Zeitung mitteilten.

Der 13-Jährige wohnte bei seiner Großmutter, nachdem ihn seine Mutter verlassen hatte. Er kam vorläufig in eine psychiatrische Anstalt. In Argentinien sind Jugendliche unter 16 Jahren schuldunfähig.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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